Schickte Griechenland Syrer nach Deutschland?

27. Februar 2015 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.738

Laut einer Reportage der Londoner Times soll Griechenland syrischen Flüchtlingen die Weiterreise nach Deutschland ermöglicht und damit Berlin erzürnt haben.

Berlin soll angeblich Antworten von Athen verlangen und die vorherige griechische Regierung beschuldigen, syrischen Flüchtlingen offizielle Aufenthaltsgenehmigungen und Reisepapiere ausgestellt zu haben, mit denen sie dann in Deutschland Asyl beantragen konnten.

Wie die Londoner „Times“ in einer Reportage mit Titel „Wut, weil Griechenland seine Migranten nach Deutschland schickt“ enthüllt, gab es im vergangenen Dezember eine geheime Vereinbarung zwischen der Regierung Samaras und einer Gruppe syrischer Flüchtlinge.

Berlin verlangt Aufklärung und … Sanktionen

In Griechenland hielten traten im November 2014 ungefähr 840 Flüchtlinge in einen 24-stündigen Sitzstreik (vor dem Parlamentsgebäude) und forderten, ihnen die Genehmigung zu erteilen, in andere – zu Immigranten „generösere“ – europäische Länder zu reisen, wird in dem Artikel betont. Wie die Times-Korrespondentin Hannah Lucinda Smith berichtet, stimmte die (damalige) Regierung zu, den Syrern eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, damit sie nach Nordeuropa (weiter-) reisen können. Laut der Reportage war es eine beide Seiten befriedigende Vereinbarung, da die Syrer nicht im Griechenland der Wirtschaftskrise bleiben und Athen keine weiteren Immigranten haben wollte.

Die in Rede stehende Reportage berichtet, ungefähr 200 Flüchtlinge haben bereits die erforderlichen Papiere erhalten und in ihrer Mehrheit in anderen Ländern der Europäischen Union Asyl beantragt. Die Tatsache soll Berlin erzürnt haben, während Angela Merkels Sprecher Stephan Meyer die griechische Regierung aufforderte, zu schnellen und vollumfänglichen Enthüllungen zu schreiten, und erklärte diesbezüglich: „Ich bin überrascht. Die griechische Regierung muss alles schnell und vollständig aufdecken. Wenn die vorherige griechische Regierung nicht gemäß dem EU-Recht gehandelt hat, muss das natürlich geahndet und von der Kommission verfolgt werden.

Der neue – zuständige – stellvertretende Minister für öffentliche Ordnung, Giannis Panousis, soll seinerseits erklärt haben, von einer solchen Vereinbarung nichts zu wissen, jedoch zugesagt haben, das Thema untersuchen zu werden, endet der Artikel der Times.

(Quelle: Imerisia)

Wird Deutschland wieder Konzentrationslager in Betrieb nehmen?

Ergänzend sei angemerkt, dass Giannis Panousis sich jüngst dafür aussprach, Griechenland solle kurzerhand eine halbe Million (derzeit in Griechenland „festhängende“) Immigranten „nach Europa“ ausreisen lassen, dabei jedoch ausdrücklich betonte, dies sei seine persönliche Meinung! Weiter ist zu betonen, dass Griechenland speziell auch wegen der extrem schleppenden Abwicklung von Asylanträgen international hart kritisiert und verurteilt wurde.

Angenommen, die Dinge würden sich nun unter der neuen griechischen Regierung schlagartig ändern und zwangsläufig dazu führen, dass zigtausenden derzeit in Griechenland festsitzenden „illegalen“ Immigranten der Flüchtlingsstatus zuerkannt wird, sie ordentliche Papiere erhalten und sich dann innerhalb der EU frei bewegen können: Wie würde Berlin darauf reagieren? Panzer schicken? Grenzgebiete bombardieren? Eintreffende Flüchtlinge kurzerhand füsilieren lassen? Wieder Konzentrationslager bauen?

Relevanter Beitrag:

  1. Chris
    27. Februar 2015, 07:14 | #1

    Was für ein von Hass zerfressener Mensch, hat denn diesen Beitrag, genauer den letzten Absatz verbrochen? Das ist ja schon volksverhetzend.

  2. Ronald
    27. Februar 2015, 09:25 | #2

    Ein Lob an das Team: Ich finde es erwähnenswert, dass die zu Recht so beliebten „ergänzenden Anmerkungen“ hier unterhalb der Quellenangabe und somit nicht mehr zum Artikel der Quelle zugehörig erscheinen. Das erspart mir die Recherche, ob eine der großen griechischen Publikationen „so etwas“ wirklich schreibt….

  3. windjob
    27. Februar 2015, 11:09 | #3

    Ich würde noch mehr schicken. Dann kommen Merkel und Co. noch mehr in Verlegenheit und müssten sich mal um eigene Probleme kümmern. Ausserdem kostet es Geld und sie sehen was Griechenland hier leisten muss.

  4. Götterbote
    27. Februar 2015, 13:57 | #4

    Ich verstehe sowieso nicht, warum man diesen Schritt nicht schon lange gegangen ist. Gebt diesen Menschen Asyl, stellt ihnen Papiere aus und lasst sie ziehen. Wenn Westeuropa nicht versteht, dass man dieses Problem nicht einfach den Grenzstaaten zumuten und beiseite schieben kann, dann sollte man dieses Problem einfach ziehen lassen.

  5. Länderfinanzausgleich
    27. Februar 2015, 17:50 | #5

    Tja das mit den Flüchtlingen ist denke ich jedem Grenzland ein dorn im Auge was da an Geld verschluckt wird. Gibt es kein geld ala Länderfinanzausgleich für solche Länder? Wenn nicht ist das eine Große Schweinerei. Die starken werden stärker und die Schwachen mussen noch zusätzlich leiden.

  6. HorstderGroße
    27. Februar 2015, 18:47 | #6

    Schengen hin oder her! Das Problem ist, sie wollen gar nicht in Griechenland bleiben. Ob man diese Massen noch aufhalten kann? Und was, wenn es in der Ukraine auch noch Flüchtlingsströme geben wird? Es kommen unruhige Zeiten auf uns zu.

  7. jani
    27. Februar 2015, 21:45 | #7

    Aufhalten wozu? Um von was abzuhalten? Von ihrem Menschenrecht zu leben? Goldene Türme wachsen nicht ewig. Tausende liegen bereits auf dem Grund des Mittelmeers.

  8. LiFe
    28. Februar 2015, 00:42 | #8

    Die Syrer werden nicht in Griechenland bleiben können, weil Griechenland eigene Probleme hat. Die Syrer werden nicht nach Syrien zurückkehren können, weil die IS sie alle in Angst und Schrecken versetzt. Die Syrer werden nach Deutschland wollen, weil viele ihrer Familien dort leben. In Deutschland sorgt die Familie mit ihrem Einkommen für die flüchtenden Familienangehörigen. Es ist eine grausige Welt geworden. Da muss ich Einstein recht geben, denn er sagte einmal: „Man könnte meinen, Gott ist grausam.“ Es war sicherlich auf seine Erschöpfung zurückzuführen, als er dies gesagt hatte. Bestimmt hatte er später seinen Irrtum erkannt, denn grausam ist der Mensch.

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