Papandreou-Partei mischt politische Landschaft in Griechenland auf

4. Januar 2015 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 928

Mit der Gründung einer neuen Partei in Griechenland gräbt der ehemalige Premierminister Giorgos Papandreou sowohl der PASOK als auch der SYRIZA Kandidaten und Wähler ab.

Der ehemalige Premierminister Giorgos Papandreou – Sohn des Gründers der PASOK-Partei Andreas Papandreou – reichte am Nachmittag des 03 Januar 2014 bei der Geschäftsstelle der Staatsanwaltschaft des Obersten Gerichtshofs Areopag die Gründungserklärung seiner neuen Partei ein. Die Gründungserklärung unterzeichneten 252 Personen, darunter auch Filippos Petsalnikos, Nikos Papandreou und Michalis Karchimakis.

Die neue „Papandreou-Partei“ in Griechenland führt den Namen „Κίνημα Δημοκρατών Σοσιαλιστών“ (Kinima Dimokraton Sosialiston – Bewegung Demokratischer Sozialisten) und in ihrem Emblem eine stilisierte Rose mit einem grünen Blatt auf rotem Hintergrund:

Kinima Dimokraton Sosialiston - Bewegung Demokratischer Sozialisten in Griechenland
Emblem der neuen Sozialdemokratischen Partei in Griechenland

Papandreou gräbt PASOK und SYRIZA Kandidaten und Wähler ab …

Mit der Gründung seiner neuen Partei versetzt Giorgos Papandreou der PASOK-Partei praktisch den „Gnadenschuss“, da er ihr Dutzende Funktionäre aus ganz Griechenland „stiehlt“, um Kandidatenlisten für die kommenden Parlamentswahlen am 25 Januar 2015 zu bilden. Der angestrebte „Sprung ins Parlament“ könnte jedoch auch den bisher als sicher geltenden Wahlsieg der SYRIZA wenn nicht gar torpedieren, so doch zumindest erheblich schwächen.

Ihr offizielles Debut gab die neue „Papandreou-Partei“, zu der etliche ehemalige Minister und Abgeordnete der PASOK-Partei „übersprangen“, am Samstagnachmittag (03 Januar 2015) im Rahmen einer Veranstaltung im Amphitheater des Benaki-Museums in Piräus, die ersten Namen, die dem ehemaligen Premierminister folgen, wurden jedoch bereits am Freitag bekannt und rekrutieren sich laut „iefimerida“ aus der parlamentarischen PASOK-Fraktion:

  • Filippos Sachinidis. Er wurde zum Pressesprecher der neuen Partei bestimmt und wird in Larisa kandidieren.
  • Thanos Moraitidis. Er wird als Abgeordneter in Ätolien – Arkanien kandidieren.
  • Symeon a kandidieren.
  • Nikos Sifounakis, der höchstwahrscheinlich nicht als Abgeordneter kandidieren wird.
  • Kandidat auf Chios wird auch Kostas Triantafyllos sein.

sowie ehemaligen Ministern und Funktionären:

  • Michalis Karchimakis, ehemaliger Sekretär der PASOK, trat am heutigen Freitag aus der Partei aus, um Giorgos Papandreou zu folgen, und wird nach mehreren 4-Jahres-Perioden den Verwaltungsbezirk Lasithi verlassen und im 2. Wahlkreis Athen kandidieren.
  • Sokratis Xynidis, ebenfalls ehemaliger Sekretär der PASOK, wir höchstwahrscheinlich im Verwaltungsbezirk Xanthi kandidieren.
  • Der ehemalige Regierungssprecher Giorgos Petsalnikos wurde ebenfalls zum Parteisprecher der Papandreou-Partei bestimmt, wird jedoch wahrscheinlich nicht für ein Mandat kandidieren.
  • Der ehemalige Minister Dimitris Reppas, der in dem gesamten vorherigen Zeitraum ebenfalls eine organisatorische und beratende Rolle spielte, wird eine aktive Mitwirkung haben, jedoch ist noch nicht beschlossen worden, ob er als Abgeordneter kandidieren wird.
  • Giorgos Niotis gilt als möglicher Kandidat im 2. Wahlbezirk Piräus.
  • Fragkiskos Parasyris wird in Heraklion / Kreta kandidiern.
  • Ebenfalls kandidieren wird Pantelis Tzortzakis, ehemaliger Minister für elektronische Regierungsführung unter G. Papandrou.

Es erfolgen und werden Züge erfolgen, um den fraktionslosen Abgeordneten und ehemaligen (PASOK-) Minister Markos Bolaris – obwohl der Papandreou-Stab damit rechnet, er werde sich der SYRIZA zuwenden – sowie auch die ehemalige PASOK-Sekretärin Mariliza Xenogiannakopoulou für die Bewegung zu gewinnen.

Die Papandreou-Partei unterstützt aktiv der ehemalige Gouverneur (des Verwaltungsbezirks Westgriechenland) Apostolos Katsifaras. Eine aktive Rolle in der Organisation der neuen Partei haben ebenfalls die ehemalige Leiterin des PASOK-Parteikomitees Regina Vartzeli, Giorgos Petroulakis, Giorgos Panagiotakopoulos, Filippos Petsalnikos und der Kommunikations-Leiter Giorgos Elenopoulos.

(Quellen: Imerisia, diverse Medienberichte)

  1. Panhellene
    4. Januar 2015, 09:47 | #1

    Kein halbwegs vernünftiger griechische Wähler glaubt, daß Papandreous neue Partei jetzt etwas anderes macht, als vor der Krise, die hauptsächlich vom einstigen Pasok-Führer mitverschuldet wurde. Die Griechen sollten es leid sein, ständig von ihren politischen Führern belogen und betrogen zu werden.

  2. LiFe
    4. Januar 2015, 18:40 | #2

    Mir waren sehr fleißige Griechen begegnet. Eine Dame konnte wegen ihren Kindern nicht arbeiten, weil sie in ihrem alten Beruf viel im Ausland hätte sein sollen. Von ihrem Mann wollte sie sich nicht abhängig machen. Ihren Kindern wollte sie etwas bieten. Also kam sie auf die Idee ein kleines Taxi-Unternehmen zu gründen. Nun denn, Bürokraten erschwerten ihr den Start. Sie gab auf und sagte resignierend: Ein Taxi kaufen zwei Papiere. Ein Taxi verkaufen zwei Papiere. Ein Taxi/Unternehmen anmelden/gründen 100 Papiere! Von wegen faul die Griechen! Wir leben in einem Zeitalter der endlosen Blockade, wenn wir uns einbringen wollen! Überall, nicht nur in Griechenland!

  3. PeterPoly
    4. Januar 2015, 19:03 | #3

    Hier wird doch nur versucht den Fuß wieder in die Tür zu bekommen. Alle die aufgeführten Leute sind dem griechischen Wähler bekannt und waren maßgeblich an der hohen Verschuldung des Landes beteiligt. Wer dieser Politmafia noch glaubt, der glaubt auch noch, dass die Erde eine Scheibe ist.

  4. GR-Block
    4. Januar 2015, 19:54 | #4

    Ich glaube es werden 5-10% Unvernünftige die „neue“ Partei wählen. Die x-te Partei, die sozialdemokratische Politik in GR unter dem schillernden Mantel linker Ideologie verkaufen will.
    Die PASOK warb 1981 noch für den dritten Weg zwischen westlicher Sozialdemokratie und KKE, bis sie gewählt wurde. Danach driftete sie wie selbstverständlich politisch nach rechts und integrierte sich ganz ohne Probleme in die EWG-Klientelwirtschaft, die das Land an den Rand des Ruins gebracht hat. Jetzt verspricht eine „neue“ Partei zwischen PASOK und KKE genau das gleiche. Weil aber PASOK längst die Positionen der ND eingenommen hatte, ist die Anfangsposition der „neuen“ viel weiter rechts als damals 1981.
    Mal sehen, ob Papandreou es schafft mit seinem Konkurrenten Samaras eine Koalition einzugehen. Sein Wunschpartner wäre es jedenfalls, aber seine Parteibasis müsste erst überzeugt werden. Ich vermute, die Basis wird eher eine Verbindung mit Tsipras präferieren. Der ist aber für Papandreou schwer zu handhaben, schließlich ist Tsipras der schillernde Linke. Da kann Papandreou nur die Rolle des Rechten in der Regierung spielen.

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