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Medien stellen Griechenland als tickende Bombe dar

15. Dezember 2014 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 1.245

Die internationalen Massenmedien präsentieren Griechenland als eine vor der Explosion stehende Bombe, was jedoch gewissen Kreisen möglicherweise nicht ungelegen kommt.

Die heftigen Entwicklungen in der griechischen politischen Szenerie mit der Beschleunigung der Präsidentenwahl beschäftigten die internationalen Informationsmedien, welche die Auswirkungen vorgezogener Neuwahlen in Griechenland in dem Fall analysieren, dass es keine Einigung geben wird.

In einem Artikel mit dem Titel „Wenn Griechenland das ungezogene Kind der Eurozone ist, ist die Schuld den Eltern anzulasten“ führt die britische Times an, Griechenland sei seit dem Ausbruch der Krise in der Währungsunion eine Bombe, die nicht „im graphischen Hof Europas detonierte. Nach zwei Memoranden, verschiedenen Neuverhandlungen und später einem Schuldenschnitt glaubten die Partner, sie entschärft zu haben. Aber nein. In dieser Woche begann die Bombe wieder zu ticken.

Die Tragödie des Grexit ist eine Farce für die Europäer

Wie der Redakteur Philip Aldrick in dem in Rede stehenden Artikel der Times anführt, befindet Griechenland sich erneut an einem kritischen Punkt und die Welt hat ihre Blicke mit der Frage auf es gerichtet, ob sich die (wenigstens 180) Abgeordneten für die Wahl des Präsidenten finden werden oder es wieder zu Neuwahlen kommen wird.

Die Financial Times spricht ihrerseits von „Kommende Tragödie des Grexit ist eine Farce für die Europäer„. „Eine griechische Krise wird die Aufmerksamkeit von viel größeren Problemen ablenken„, betont der Redakteur John Dizard und fährt fort: „Das, was die SYRIZA und die Euro-Skeptiker nicht wahrgenommen haben, ist, dass eine Kollision mit der griechischen Regierung sich für die Eurokratie und gewisse nationale Regierungen nützlich erweisen können wird. Ein stürmisches Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone wird keine systemische Gefahr für das Überleben des Euro darstellen, wie 2011 und 2012.

Die italienische Zeitung La Publica schrieb am 13 Dezember 2014 „Die Wahlgänge für die Wahl eines neuen Staatspräsidenten könnten zu einem Referendum für die Regierung des Antonis Samaras werden“ und fügt an: „Ohne die Erzielung einer Einigung wird das Parlament aufgelöst und das Land bis Ende Januar 2015 zu den Wahlurnen zurückkehren werden Auf dem ersten Platz der Demoskopien befindet sich die radikale Linke des Alexis Tsipras, die inzwischen nicht mehr das Ausscheiden aus dem Euro verlangt, sondern über die Hilfsleistungen der Europäischen Union an Griechenland neu verhandeln will.

Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet den Umsturz weniger

Der Redakteur der Zeitung, Michele Serra, schreibt in einem Griechenland gewidmeten Kommentar: „wenn ich Grieche wäre, würde der Gedanke, dass ‚die Märkte‘ dem möglichen Sieg des Alexis Tsipras mit Schrecken begegnen, mich dazu treiben, ihn zu wählen. Einfach so, um es wenigstens zu probieren. Oder, wenn Sie möchten, um es zu riskieren.“ Weiter fügt er an: „Die verdeckte Erpressung, welche die Finanzwirtschaft auf die Politik ausübt, ist bereits in Perioden des Wohlstands sehr umstritten. Aber in Perioden magerer Kühe wird sie außer strittig auch zerbrechlich, weil, wenn jemand nichts mehr zu verlieren hat, der Umsturz jeglicher Regeln und Gegebenheiten weniger Angst hervorruft.

Antioni Ferrari, Korrespondent in Griechenland und dem Mittleren Osten und Analyst der Zeitung Corierre dela Sera, betonte seinerseits, sich bei seiner Teilnahme an einer journalistischen Diskussionssendung des privaten Kanals La 7 auf Griechenland beziehend, unter anderem: „Der Premierminister Antonis Samaras beschloss, die Verfahren zur Wahl eines neuen Staatspräsidenten in der Hoffnung zu beschleunigen, die Menschen könnten – etwas mehr Zeit zur Verfügung habend – begreifen, dass vorgezogene Neuwahlen einen Sieg der radikalen Linken der SYRIZA bedeuten würden, einer Partei, die nicht eigenständig regieren können würde und die Beschneidung der öffentlichen Verschuldung um 70% verlangt.

Laut Ferrari „wollen gewisse Berater der SYRIZA die gesamte Streichung der Verschuldung, während andere nicht zustimmen. Auf diese Weise könnte sich eine neue Instabilität mit möglichen Konsequenzen für die Europäische Union ergeben.

(Quelle: Ethnos)

Relevante Beiträge:

  1. Catalina
    15. Dezember 2014, 12:10 | #1

    Griechenland – eine tickende Bombe? Nein, wen interessieren schon die 10 Millionen Griechen. Es geht einzig und allein um den gefürchteten „Umschwung“. Welchen Weg wird Europa nehmen, darum geht es und darum wird mit allen Mitteln versucht, eine SYRIZA Regierung unter A. Tsipras zu verhindern. Wenn Griechenland es schafft, den „Umschwung“ einzuleiten, dann folgen die Spanier (die Protestpartei Podemos liegt schon bei 30%), dann folgen Unruhen in Italien, dann kommt eins zum anderen. Und vielleicht haben wir, die einfachen Bürger, dann endlich wieder Luft zum Atmen!!

  2. H.Trickler
    15. Dezember 2014, 12:48 | #2

    Die Tragödie des Grexit ist eine Farce für die Europäer“ scheint mir zu wenig genau formuliert: „Die Tragödie des Grexit ist eine Komödie, für welche die EU die Verantwortung trägt“ wäre genauer und zutreffender. Aber leider ist die Politik der EU schon seit Jahren eine Wurstelei, in der erst in letzter Sekunde (und oft mit lächerlich angehaltenen Uhren) ein Kompromiss gefunden wurde, welcher niemanden zu viel kostet aber das Problem gar nicht wirklich löst.

  3. pyramis
    15. Dezember 2014, 21:13 | #3

    mal angenommen das Ganze ist ein hochgespieltes Thema. Die heutigen Politiker / Parteien / Regierungen funktionieren doch wie die Mafia – die Hierarchie besteht, es spielt keine Rolle wer zuoberst sitzt. Also ich wäre ganz erstaunt, sollte es sich tatsächlich um einen revolutionären Aufstand handeln. Aber ich nehm an, es wird nicht so heiss gegessen, wie gekocht wird.

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