Kriegstrommeln in Griechenland

20. Dezember 2014 / Aufrufe: 9.306

Informationen zufolge versuchen die derzeitige Regierung Griechenlands und Deutschland, das Schreckgespenst einer SYRIZA-Regierung mit allen Mitteln abzuwenden.

Seit einiger Zeit schwebt das Gespenst der SYRIZA über Europa und versetzt Deutschland in Angst und Schrecken. Zusammen mit Antonis Samaras und Evangelos Venizelos begannen die Gläubiger bereits, das Gelände für den Fall zu verminen, in dem in Griechenland vorgezogene Neuwahlen nicht verhindert werden können, aus denen gemäß den Demoskopien die SYRIZA als Sieger hervorgehen wird. Der zur Umsetzung kommende Plan ist nichts anderes als der berüchtigte Plan des „linken Intermezzos“.

Informationen der letzten Tage sprechen von einer Aktion, die 11 Milliarden Euro der FSF „in Sicherheit“ zu bringen (also das im Besitz der FSF befindliche berühmte „Kissen“, das aus unmittelbar verflüssigbaren Obligationen in elektronischer Form besteht). Dies wird die letzte Handlung der Regierung Samaras mit dem offensichtlichen Ziel sein, Alexis Tsipras den Teppich unter den Füßen wegzuziehen, damit er nicht das Programm für die ersten Tage umsetzen kann, das er auf der Internationalen Messe in Thessaloniki angekündigt hatte und für das er als Finanzierungsquelle auch einen Teil dieser Gelder eingerechnet hatte.

Deutschland wird alles unternehmen um Tsipras zu Fall zu bringen

Die griechische Regierung ist seit geraumer Zeit in eine Sackgasse geführt worden und es zeichnete sich ab, dass sie auf keinen Fall noch lange durchhalten kann. Deswegen begann sie die Strategie der kommenden Periode zur Umsetzung zu bringen, die sich hauptsächlich auf die Weise bezieht, der SYRIZA eine Falle zu stellen, noch bevor letztere die Führung der Regierung des Landes übernimmt.

Grundsätzliches Ziel des Premierministers Antonis Samaras und der Gläubiger ist, dass die SYRIZA nicht einmal das von ihr in Thessaloniki angekündigte Programm umzusetzen schafft. Ein (im Verhältnis zu dem regulären Programm) Sofort-Programm minimaler Maßnahmen für die ersten Tage, das als Plan zur umgehenden Entlastung der Opfer der Austerität und Bewältigung der humanitären Krise präsentiert wurde. Gemäß den Bekanntmachungen der SYRIZA wird dieses Programm sofort zur Umsetzung kommen, sobald sie die Macht übernimmt und noch bevor die Verhandlung (mit den Gläubigern) beginnt, und wie gesagt wurde, würde ein Teil der Finanzierung aus dem berühmten Kissen der FSF herrühren, das aus der Rekapitalisierung der Banken „übrig“ geblieben war.

Die Informationen berichten, Samaras und Venizelos planen zusammen mit den Gläubigern, die 11 Milliarden Euro der Finanzstabilitätsfazilität (FSF) „in Sicherheit“ zu bringen, damit die SYRIZA das Geld nicht verwerten kann, wenn sie die Regierung übernimmt. Deutschland wird alles unternehmen, das Gelände zu verminen und die SYRIZA-Regierung zu Fall zu bringen, außer sie verleugnet ihr Programm und wird auch wie schon die (bis zu ihrem Wahlsieg …) „anti-memorandische“ Nea Dimokratia (ND) des Antonis Samaras „mutieren“.

Berlin wird auf den 19 Bedingungen, welche die Troika im Rahmen ihrer letzten Bewertung setzt, und auf den 7 Bedingungen der Gläubiger für die Kreditlinie beharren (um Griechenland erneut das Geld zu leihen, das es sich bereits zu harten Bedingungen geliehen hat). Was Schäuble betrifft, zweifelt niemand daran, dass in dem Fall, in dem Alexis Tsipras Premierminister und ihn wegen eines „Cuts“ ansprechen wird, Schäuble mit der bekannten Devise und nur den Vornamen ändern wird: „Forget it, Alexis!

Hetzkampagne deutscher Medien gegen Alexis Tsipras

Unter diesen Umständen schulden die Abgeordneten der SYRIZA, sofort eine Anfrage an die Regierung darüber zu stellen, wo sich die Gelder der FSF befinden und welche Sicherheitsklauseln existieren.

Derweilen beginnt innerhalb der kommenden Tage in den deutschen Massenmedien eine riesige Kampagne zur Verleumdung der SYRIZA, die den Code-Namen „Schreckgespenst“ tragen könnte, mit welchem Begriff sie bereits die Aussicht beschreiben, Griechenland könnte von der Linken regiert werden.

Die ersten Artikel der eingeläuteten Periode sprechen bereits von Alexis Tsipras als einem „ehemaligen Mitglied einer stalinistischen Partei“ und schreiben, der Vorsitzende der SYRIZA sei ein Kommunist, der die griechische Verschuldung beschneiden will, also „dass die deutschen Steuerzahler ihr Geld verlieren„. Weiter schreiben sie, die SYRIZA wolle die Sanierung der Finanzen stoppen (womit sie die Austerität meinen), und obwohl sie sagt, dies innerhalb des Euro tun zu werden, sollen die Leser keinen Zweifel daran hegen, dass die SYRIZA Griechenland aus der Eurozone hinausbringt. Kurz gesagt: sie behaupten, wenn die SYRIZA ihr Programm umsetzt und all das realisiert, was sie dem griechischen Volk versprach, wird Deutschland Griechenland aus dem Euro hinauswerfen.

Alles zeigt, dass Gläubiger und Regierung einen gnadenlosen Krieg beginnen, damit entweder die Linke besiegt wird, noch bevor sie an die Macht zu gelangen schafft, oder – falls sie diese übernehmen sollte – ein sehr kurzes Intermezzo darstellt. Die „Instrumente“ begannen zu spielen, und es sind die Trommeln des Krieges.

(Quelle: thepressproject.gr)

Relevante Beiträge:

  1. wolfswurt
    20. Dezember 2014, 11:16 | #1

    Was die US Regierung für die Welt ist, nämlich der Auswurf des Bösen, ist die deutsche Regierung, samt ihrer Strippenzieher, für Europa. Deutsche Politik ist die Fortführung nationalsozialistischer Ziele mit anderen Mitteln. Im Auftrag und im Schulterschluß mit der Ostküste.

  2. H.Trickler
    20. Dezember 2014, 11:17 | #2

    Hier wird mal gewaltig übertrieben, denn wenn sich einige EU-Politiker öffentlich gegen SYRIZA aussprechen so bedeutet dies überhaupt nicht, dass diese tatsächlich unglücklich darüber wären, wenn ein Grexit stattfindet. — Man muss zwischen dem was öffentlich gesagt wird und dem was die eigentlichen Absichten sind unterscheiden!!

  3. Deutscher
    20. Dezember 2014, 11:26 | #3

    Verständlich, dass Deutschland versucht, Tsirpas zu Fall zu bringen. Schließlich will Deutschland als Gläubiger nicht auf sein Geld verzichten. Den Hauptgrund sehe ich allerdings darin, dass wenn die Griechen nicht mehr zahlen und deutsches Steuergeld weg ist, die politische Landschaft hierzulande in Unordnung gerät. Schäuble und Merkel müssten ja einräumen, dass Griechenland offensichtlich „nicht auf gutem Wege“ ist, wenn es seine Schulden nicht mehr zahlen kann oder will und würde der AFD um Lucke recht geben, der sagt, Griechenland braucht einen Schuldenschnitt. Das wäre der Untergang des Euro, wenn Tsirpas die Rückzahlung einstellen würde. Deshalb wird dies nicht geschehen. Entweder macht Tsirpas den Wendehals, wenn er die Wahl gewinnen sollte, oder, wer weiss, ob es nicht so ergehen kann, wie einem Kennedy. Wenn viel Geld auf dem Spiel steht, ist ein Menschenleben nichts. Auch eine der farbigen Revolutionen wie in der Ukraine wäre nach der Wahl in Griechenland nicht ausgeschlossen. Möglich ist vieles, ausgeschlossen ist nichts.

    • Paraskevopoulos georgios
      21. Dezember 2014, 00:59 | #4

      Verlieren kann man,wen man jemanden was gegeben hat,die Deutschen haben das Geld den Bänke geliehen ,dann sollen sie dort holen nich von den Griechischen Bürger.

  4. Skorpianne
    20. Dezember 2014, 11:47 | #5

    Welche Hetzkampagne? Fragen Sie mal nach, wer in D weiß, wer oder was „SYRIZA“ ist. Weder die Partei noch Griechenland sind Gegenstand einer groß angelegten Bericherstattung. Gibt es für gegenteilige Behauptungen Quellen?

  5. GR-Block
    20. Dezember 2014, 12:15 | #6

    „Deutschland wird alles unternehmen um Tsipras zu Fall zu bringen“ – Kein Wunder, will man doch seine Milliardenschwere „Investitionen“ der letzten 22 Jahre in griechisches Humankapital vor der Abschreibung löschen. Eine gutgewachsene Klientelwirtschaft a la Flick und SIEMENS aufzubauen, ist kapitalintensiv und heutzutage riskant. Auf Druck der OECD mit ihrer Antikorruptions-Konvention wurden die deutschen Ermächtigungsgesetze zur Korruption ins Ausland vor 10 Jahren abgeschafft. Der Aufbau eines neuen Schmiergeld- und Geldwäsche-Netzwerkes ist also viel schwieriger. Damit verliert D den Vorteil gegenüber dem Konkurrenten F und USA. Mit Tsipras würden folglich die Karten neu gemischt. Als der USA-Lobbyist Papandreou abdanken musste, war Obama entsetzt. Damals musste er sogar den IWF-Chef Strauss-Kahn, wegen seiner Loyalität zur EU, „entlassen“. Jetzt ist er mit SYRIZA wieder im Spiel.
    Dazu passt, dass Papandreou ankündigt, eine neue Partei zu gründen. Wenn er dass tatsächlich tut, dann wird er damit die gegenwärtige EU-nahe Regierungs-Koalition schwächen und sich als Koalitionspartner für Tsipras anbieten. Wetten?

  6. burli
    20. Dezember 2014, 14:22 | #7

    Die BRD Griechenland aus der Eurozone rauswerfen? Jebote schwabo

  7. LiFe
    20. Dezember 2014, 16:12 | #8

    Was will die Syriza besser machen, als die vorherige Regierung? Die Reichen haben ihr Geld längst ins Ausland verschafft. Zurück blieb eine verarmte Bevölkerung aus der wenige, die unternehmerisch sich gerne neu erfunden hätten und den Gründergeist aufleben lassen wollten hat das Sparprogramm die vielen Jahren handlungsunfähig gemacht. Milliarden mussten in Banken und das Finanzwesen gepumpt werden. Die Zinsen der Kredite müssen zurückgezahlt werden. Wie sagt der Volksmund: Ohne Moos nichts los.

  8. H.Bosse
    20. Dezember 2014, 22:29 | #9

    Wenn man all die Kommentare liest, glaubt man wäre in einem Klassenkampf und nicht dem harten Versuch Griechenland wieder auf die Beine zu stellen. Lustig ist der Beitrag selbst. Wenn die Visionen des Herrn Tsipras mit Hilfe europäischer Gelder nicht umsetzbar ist, soll auch in diesem Fall Deutschland als Schuldiger an den Pranger gestellt werden. Wahrlich bemerkenswert und wie wird das Volk reagieren wenn seine Versprechungen nicht eingehalten werden können. Wartet doch bis 2016. Dann sieht es nicht wie ein Umsturz aus mit unkalkulierten Folgen.

  9. swen
    21. Dezember 2014, 05:07 | #10

    Ich finde es völlig korrekt, wenn den Deutschen jetzt etwas Steuergelder abhanden kommen, schließlich haben sie Merkel und die große Koalition gewählt und diese Politik war absehbar. Den Griechen kann man dafür jedenfalls keinen Vorwurf machen…

  10. skorpianne
    22. Dezember 2014, 10:23 | #11

    Wo ist diese „Riesige Kampagne der deutschen Massenmedien zur Verleumdung der SYRIZA“? Richtig: es gibt sie nicht. Zumindest nicht in den deutschen Medien.

  11. Lykos
    23. Dezember 2014, 14:56 | #12

    Gehoert Spiegel nicht zu den deutschen Medien? Die Welt auch nicht? (2 Beispiele von VIELEN)

  12. h.kuebler
    23. Dezember 2014, 16:32 | #13

    Riesige Kampagne in den deutschen Massenmedien? Wo denn? Keine Zeile hab ich gesehen. Wenn der Autor dieses Kommentars wüsste, wie wenig dieses Thema die Deutschen interessiert, er würde staunen. Warum denn auch. Das ist eine griechenland-interne Sache und Griechenland kann wählen, wen es will. Die Folgen hat man dann ja auch dort zu tragen. So wie jedes Land mit seiner (gewählten) Regierung leben muss. Ich denke, das griechische Volk wird genau die Politiker wählen, die zur griechischen Mentalität passen. Uns Deutsche geht das nichts an.

  13. GR-Block
    23. Dezember 2014, 21:40 | #14

    Leider hatte schon bei den Wahlen 2012 Frau Merkel in GR massiv Wahlmanipulation betrieben. Die deutschen Töne waren damals extrem und äußerst laut. Heute, nachdem die deutsche Volksmeinung die Konsequenzen in GR erkannte, sind die Töne zugegebenermaßen moderater. Trotzdem, nur weil man sich in D daran gewöhnt hat, vor Tsipras zu warnen, heißt das nicht, dass das keine miese Gewohnheit ist. Aber um Wahlen zu gewinnen ist ja alles erlaubt, selbst die Einmischung in andere Länder.
    Man erinnere sich nur an 2008, als Frau Merkel nach nur 3 Jahren Regierungszeit ein katastrophales Image im eigenen Lande hatte. In der Folge wurde die damalige Koalitionsregierung CDU/CSU-SPD vom deutschen Wahlvolk 2009 abgestraft, nämlich von ehemals 69,4% auf nunmehr 56,8%. Zum Glück war damals die FDP zur Hand, um „frisches make-up“ ins Merkel’sche Image zu bringen. Denn neben dem Dilettanten Rössler war es leicht zu glänzen. Beide zusammen machten sich politisch über GR und Herrn Papandreou her. Beim Versuch, sich – nach englischem Vorbild – großimperial zu produzieren, outeten sie stattdessen ihr kleinkariert faschistisches Antlitz. Gemeinsam bedienten die Ossi und der Fernossi alle rassistischen Ressentiments ihres Wahlvolks um es aufzugeilen. Dass dabei der Asiate unter dem Tisch fiel, war für Merkel nur notwendiger Kollateralschaden, während die politische Demontage GRs Vorsatz war.
    Ja, ich fürchte auch, Merkel agiert genau so, wie es der deutschen Mentalität entspricht.

  14. Olaf Storz
    24. Dezember 2014, 17:25 | #15

    Seltsam: Wenn ich „Tsipras“ bei Google News in deutschen Medien suche, finde ich keine „riesige Kampagne in den deutschen Massenmedien„. Scherz beiseite: Es ist traurig, das linksradikalen Minimedien mit festbetonierten 70er Jahre Feindbild (Zitat: „gutgewachsene Klientelwirtschaft a la Flick und SIEMENS“) und militaristischer Denk- und Sprachschatz („Kriegstrommeln, verminen“) hier so viel Raum eingeräumt wird. Dass ausgerechnet „Mutti Merkel“ unterstellt wird, sie würde sich „großimperial“ ausführen und ein „kleinkariert faschistisches Antlitz“ haben, ist eine kuriose Minderheitenmeinung, die ausserhalb griechischer Linksradikalmedien wohl keiner hat.

  15. Festus
    25. Dezember 2014, 16:38 | #16

    Sicherlich ist die derzeitige Situation Griechenlands zu komplex,um sie in einigen Sätzen erläutern zu wollen.Viele aus unserer Sicht fehlgeleiteten Entwicklungen sind die Folge des historisch bedingten Klientelismus der das gesamte politische und gesellschaftliche System wie eine Krake umfaßt und jegliche Reformbemühungen zu einer Mammutaufgabe werden läßt. Jetzt kann man Merkel und Co eine Menge Fehler in der Bewältigung der Krise vorwerfen, Frau Merkel ist sicherlich nicht Schuld an den Privilegien im öffentlichen Sektor. Die Pensionierung mit 50 Jahren, die Abfindungen, die Einstellung von unfähigen Personen, die den Begriff Service vielleicht nie gehört haben. Korruption bei Ärzten, gefälschten Zeugnissen und, und … . Ich lebe seit 5 Jahren in Griechenland und werde tagtäglich mit diesen Bedingungen konfrontiert. Ohne den Druck von außen würde sich in Griechenland in Richtung Reformen nichts, aber auch gar nichts bewegen und Griechenland würde im internationalen Wettbewerb immer mehr zurückfallen. Es können einem nur die Leute leid tun,die auf die Fantasien des Herrn Tsipras hereinfallen, der GR in eine noch größere Katastrophe hineinführen wird, sollte er tatsächlich an die Macht kommen.

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