Große Deals und Fusionen in Griechenland

11. Dezember 2014 / Aktualisiert: 17. Januar 2018 / Aufrufe: 872

In Griechenland wird trotz der derzeitigen Wartehaltung in- und ausländischer Investoren mit großen Deals und Fusionen speziell auf dem Sektor des Einzelhandels gerechnet.

Die in letzter Zeit bekannt gegebenen Vereinbarungen, mit Höhepunkt den Aufkauf der deutschen Kette „Makro“ durch die „Sklavenitis“ und die Kooperation der Brauereien „Mythos“ und „Fix Hellas“, bringen auf dem griechischen Markt heftige Neuordnungen.

Marktfaktoren schließen nicht aus, dass es in den kommenden Monaten neue große Deals geben wird, und betonen, in- und ausländisches Kapital suche weiterhin nach Investitionsgelegenheiten in Griechenland.

Insider schließen noch größere Überraschungen nicht aus

Die Aufkäufe und Vereinbarungen auf dem griechischen Markt nehmen in letzter Zeit die Form einer „Schneelawine“ an und bestätigen all jene, die prognostizierten, 2014 werde das Jahr der Deals sein. Nach der Kooperation zwischen der Mythos und der Olympic Brewery, die das historische Bier Fix Hellas produziert, und dem Erwerb der Makro durch die Sklavenitis, tritt der saudi-arabische Investment-Konzern Olayan in das Aktienkapital des Firmenkonsortiums Costa Navarino als vierter und mit jedem der drei vorhandenen Aktionäre der Familie Konstantakopoulou gleichberechtigter Aktionär ein. Marktfaktoren schätzen jedoch ein, der „Konzentrations-Zyklus“ in vielen Zweigen der Wirtschaft sei noch nicht beendet, und betonen, es sei nicht ausgeschlossen, dass das kommende Jahr noch größere Überraschungen auf unternehmerischer Ebene bereithält.

Es wird erwartet, dass der lang anhaltende Rückgang des Konsums in Kombination mit dem Mangel an Liquidität die Entstehung größerer und finanzkräftigerer Formationen beschleunigen wird, da die „schwächsten Glieder“ nach Allianzen suchen werden um ihr Überleben sicherzustellen. Eine signifikante Rolle werden auch die Banken spielen, die fortfahren werden, Druck in diese Richtung auszuüben, damit sie gesunde Firmenformationen gegenüber haben, die in der Lage sein werden, ihre Verbindlichkeiten zu tilgen.

Im Mittelpunkt wird sich voraussichtlich für ein weiteres Jahr der Einzelhandel befinden, in dem seit dem Ausbruch der Krise beständig Umstürze in den Kräfteverhältnissen geschehen. Manche schließen sogar nicht die Möglichkeit aus, dass es neue Vereinbarungen analoger Reichweite mit jener zwischen Makro und Slavenitis geben wird, da sich etliche Supermärkte in einer schwierigen Lage befinden. Die starken Einzelhandels-Player haben ihre „Netze“ bereits in der Provinz ausgeworfen und warten auf die geeignete Gelegenheit. Eine von diesen ist die in Patras ansässige Gesellschaft Kronos, die Informationen zufolge von allen „Großen“ belagert wird, wobei die Marinopoulos die meisten Chancen zu deren Aufkauf auf sich vereinigt. Die hohen Anteile und die Präsenz der Kronos auf dem lokalen Markt der Peloponnes magnetisieren die Blicke all jener, die anstreben, sich in der Provinz auszuweiten, wo der Konsum im Vergleich zu Athen auf zufriedenstellenden Niveaus verbleibt.

Die Kronos-Kette verfügt über ein Netz von 17 Ladengeschäften in Patras und ist Mitglied des Handelskettenkonsortiums ELOMAS. Im vergangenen erreichten die Umsätze der Kronos 37,25 Mio. Euro, während sich die Gewinne vor Steuern auf 296.000 Euro gestalteten. Parallel ist sie mit der Produktionsstätte Chelmos auch auf dem Sektor der Produktion von Molkereiprodukten tätig, während sie auf den Catering-Markt mit der Gesellschaft TROFO MAR präsent ist.

Es sei in Erinnerung gerufen, dass im Jahr 2014 der Marinopoulos-Konzern 149 Ladengeschäfte der Kette Arvanitidis SA in sein Netzt eingliederte, während die mit 12 Standpunkten auf der Inselgruppe der Kykladen aktive Vidalis Market von den kretischen INKA-Supermärkten aufgekauft wurde, die von einer Firmen- und Verbrauchergenossenschaft kontrolliert werden und mehr als 30 Geschäfte auf Kreta zählen.

Ausländisches Interesse an Investitionen in Griechenland

Zur selben Stunde bekunden auch Ketten aus dem Ausland Interesse, eine Präsenz in Griechenland zu erwerben. Trotz der Schwierigkeiten und des Rückzugs multinationaler Kolosse wie Makro und vorhergehend Aldi „magnetisiert“ der griechische Einzelhandel weiterhin die ausländischen Investoren der Branche. Informationen zufolge soll sich eine bekannte deutsche Kette darauf vorbereiten, mit recht optimistischen Plänen in den Markt Nordgriechenlands einzudringen. Im „Mikroskop“ der ausländischen Fonds ist auch der Tourismus, wo die Wachstumsspielräume riesig sind, wobei einen starken Anreiz auch der während der Dauer der Krise stattgefundene steile Absturz der Preise darstellt.

Wie eine mit internationalen Fonds in Kontakt stehende Person betont, wirkt die Verbesserung der makroökonomischen Daten in der Anziehung neuer Investoren katalytisch, während die Erzielung eines primären Überschusses und die Rückkehr der Wirtschaft zu Rhythmen des Wachstums während des zweiten und dritten Quartals des Jahres 2014 in einem hohen Grad das vertrauen der Ausländer in die Perspektiven Griechenlands wiederhergestellt haben. Selbe Person verheimlicht jedoch nicht, dass es wegen der Verzögerung bei dem Abschluss der Verhandlung mit der Troika und der Gewährleistung eines klaren Rahmens bezüglich der Stützung der griechischen Wirtschaft nach der Loslösung von dem Memorandum eine skeptische Haltung gibt.

Politische Ungewissheit ist „Bremsklotz“ für ausländische Investoren

Das politische Risiko und die Aussicht auf einen Stillstand des Kurses der Sanierung der griechischen Wirtschaft stellt in der gegenwärtigen Phase den größten „Kopfschmerz“ der ausländischen Investoren dar, die ihr Kapital auf dem griechischen Markt platzieren möchten. Wie Leute anführen, die mit ausländischen Fonds in Kontakt treten, bleibt das Interesse an Griechenland hoch, jedoch wird bei ihren Entscheidungen seit dem Herbst und nachfolgend wegen der Unsicherheit auf politischer Ebene eine Unentschlossenheit beobachtet, die unmittelbar mit der anstehenden Wahl des neuen Staatspräsidenten und der Möglichkeit vorgezogener Neuwahlen in Zusammenhang steht. „Niemand wird unbekümmert in einem Land investieren, wo die politische Situation ungewiss ist und sich jederzeit alles ändern kann„, merken sie charakteristisch an, wobei sie jedenfalls ergänzen, Griechenland habe signifikante Fortschritte zur Verbesserung seiner langfristigen Indizes gemacht, was von der internationalen Community der Investoren als sehr positives Element anerkannt werde.

Zur selben Zeit stellt eine Quelle der Nachdenklichkeit auch die Form dar, welche die Stützung Griechenlands nach seiner Loslösung von dem Memorandum annehmen wird. Auch wenn als gegeben gilt, dass es eine Fortsetzung in der Finanzierung Griechenlands durch seine Partner geben wird, verlängert der Umstand, dass immer noch nicht die Form bekannt ist, die diese Unterstützung annehmen wird, also ob sie sich auf eine prophylaktische Kreditlinie beziehen oder irgend ein neues Kreditabkommen sein wird, die Beunruhigung der Investoren.

Bis dahin wird damit gerechnet, dass die ausländischen Kapitalträger in einer Wartestellung verbleiben und den Zeitpunkt abwarten werden, in dem sich ein klares Bild über den „nächsten Tag“ der griechischen Wirtschaft gestalten wird. Eine entsprechende Nachdenklichkeit bringt auch die inländische Unternehmergemeinschaft zum Ausdruck, die über die Mittel, aber auch den Zugang zu einer wettbewerbsfähigen Finanzierung verfügt, um in die Ausweitung ihrer Aktivitäten zu investieren. „Die politische Ungewissheit hilft nicht dem Aufschwung der Wirtschaft und der Anziehung neuer Investitionen, die zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen werden, die das Land so nötig braucht„, merken sie charakteristisch an.

(Quelle: Imerisia, Autor: Giorgos Manettas)

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