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Griechisches Drama, zweiter Akt

14. Dezember 2014 / Aufrufe: 1.475

Die politischen Entwicklungen in Athen lassen erneut die Befürchtung aufleben, Griechenland könne möglicherweise das Auseinanderfallen der Eurozone auslösen.

Griechenland kehrt auf die Bühne zurück und ruft bei den Märkten und den europäischen Regierungen Schauder der Panik hervor. Kritische Wochen bis Ende des Jahres für das Land und seine Seriosität, aber auch den Euro.

Der Besuch des griechischen stellvertretenden Regierungschefs Evangelos Venizelos in Berlin und sein Treffen mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble bestätigte ein weiteres Mal die Kritikalität der Periode, die ab der kommenden Woche mit dem ersten Akt „einer neuen Version des griechischen Dramas“ beginnt, wie ein deutscher Redakteur den ersten Wahlgang im Parlament zur Aufzeigung eines Staatspräsidenten bezeichnet.

Griechenland ist ein wichtiger Faktor auf den Märkten

In der Tiefe dieses Dramas existiert in den Augen der Analytiker die ernsthafte Möglichkeit vorgezogener Wahlen, aus denen die SYRIZA als erste Partei hervorgeht. Die Analysten rufen in Erinnerung, dass Griechenland vor vier Jahren die Eurozone in eine tiefe Krise stürzte und die Möglichkeit sich wieder abzeichnet, da die Oppositionspartei die EU mit Stellungsnahmen erschreckt hat, im Fall der Übernahme der Regierung die Lage in Griechenland wieder auf den Stand vor der Krise bringen zu werden. Einen Vorgeschmack, was dies bedeuten würde, wurde bei der Börse gegeben, die in den letzten Tagen einen „Dreißigjahres-Krach“ erlitt.

In den Jahren zwischen 2010 und 2012 war es sehr früh, um die Auflösung der Eurozone zu prognostizieren, aber nach vier Jahren der Rezession und der Arbeitslosigkeit ist es sehr wahrscheinlich, dass Griechenland die Zerschlagung der Eurozone zünden wird„, vertritt gegenüber der deutschen Zeitung Die Welt der leitende Ökonom des Renaissance Capital, Charles Robertson. „In den kommenden Wochen wird Griechenland sich für die Finanzmärkte als ein sehr viel bedeutenderer Faktor erweisen, als es Russland und die Ukraine das ganze Jahr 2014 lang waren.

Der stellvertretende griechische Regierungschef Evangelos Venizelos sprach am Abend des 10 Dezember 2014 aus Berlin von „kritischen Augenblicken“ für Griechenland, das laut den Analysten einen speziellen Fall unter den Krisenländern darstellt. Während alle ihre Wirtschaften stabilisiert haben, bleibt die wirtschaftliche Lage in Griechenland zerbrechlich.

Szenarien des Ausscheidens Griechenlands aus dem Euro

Die Entscheidung des Antonis Samaras, die Wahl des Staatspräsidenten zu beschleunigen und damit praktische vorgezogene Neuwahlen zu verursachen, wird unter diesem Blickwinkel von dem leitenden Ökonomen des Analystenhauses Highfrequency Economics, Karl Weinberg kritisiert. „Der Zug Samaras‘ birgt ein hohes Risiko, weil die Refinanzierung der griechischen Wirtschaft von der griechischen Regierung abhängt„, führte er gegenüber der selben Zeitung an. „Die Märkte sind nicht bereit, ihr in einem unsicheren politischen Umfeld in irgendeiner Form Geld zur Verfügung zu stellen.

Der Redakteur der Zeitung Tagesspiegel vertritt, die Wahl des Zeitraums bis Ende des Jahres für die Wahl eines Staatspräsidenten sei in dem Sinn clever, dass in dieser Periode bei den Börsen kein besonderer Betrieb beobachtet wird und ein möglicher Misserfolg in der Wahl des Stavros Dimas nicht das selbe Gewicht wie in einer anderen Epoche haben würde. Die Zeitung beherbergt jedenfalls auch einen griechischen Analysten, der feststellt, die Politiker haben 5 Jahre nach der Krise keine Lehre gezogen und das Thema sei wie auch schon damals, einen politischen Konsens zu finden.

Die Szenarien eines griechischen Bankrotts, falls Samaras die „Wette“ verliert und die SYRIZA die Macht übernimmt, werden wieder aktuell. „Die Risiken erstrecken sich auch auf die Eurozone, weil im Fall des Bankrotts der Griechen niemand weiß, ob eine Rekapitalisierung der EFSF und ESM zu erfolgen hat„, erklärt Karl Weinberg gegenüber der Zeitung Die Welt. Somit halten die Feiertage aus Helsinki Sorgen und Panik für die Regierungen und europäischen Politiker bereit, die sich – wie ein deutscher Redakteur anmerkt – vorgestellt hatten, ihre Weihnachtsferien ruhiger zu verbringen.

(Quelle: Deutsche Welle, Irini Anastasopoulou)

Relevante Beiträge:

  1. Catalina
    14. Dezember 2014, 23:12 | #1

    Ach, haben wir mal wieder „kritische Wochen“? Für wen? Für die europäischen Regierungen, für die Börsen? Die griechischen Bürger erleben seit fast 5 Jahren ununterbrochen kritische Wochen. Wen hat’s interessiert? Und jetzt eine neue Runde bzw. alles wie gehabt: ein Szenario der Angst, der Erpressung, der Drohungen wird erzeugt. Was alles passieren wird, wenn …
    Ich hoffe nur, dass wir dieses Mal in grosser Mehrheit den Mut aufbringen zu sagen „Fuck the EU“ und nieder mit diesem mörderischen System, in dem der Mensch nichts mehr und das Geld alles ist!!

  2. H.Bosse
    14. Dezember 2014, 23:58 | #2

    Ich verstehe nur nicht, mit welchen Parteien die Syriza eine mehrheitsbildende Koalition aufstellen kann. Kann mir nicht vorstellen, dass Samaras und Venizelos hier mitarbeiten werden und was wird dann folgen? Nochmals eine Wahl, also das ganze Jahr 2015 wird voll dazu fast notwendig?

  3. H.Trickler
    15. Dezember 2014, 12:40 | #3

    Die Befürchtungen, ein Grexit würde den Zerfall des ganzen Euroraumes bewirken, sind völlig übertrieben, weil die von Griechenland ausgehenden absoluten Beträge für ganz Europa relativ klein sind. Aber der Euro an sich ist auch ohne Griechenland gefährdet. Italien überlegt einen Austritt und wenn es von Griechenland vorgemacht würde, kann es gut sein dass Italien leichter folgt. Auch beide Austritte würden den Euro nicht wirklich dauerhaft gefährden, sondern eher stärken!

  4. H.Bosse
    15. Dezember 2014, 19:26 | #4

    Raus aus dem Euro würde bedeuten, dass die neue GR-Währung auf Grund deren Wechselkurs die Verbindlichkeiten in die Höhe treiben werden. Ist doch ähnlich zu bewerten als wenn ein privater Schuldner in Fremdwährung ein Kredit erhält und diese Fremdwährung plötzlich 50% steigt. Und schon wäre die Pleite vorprogrammiert. Ergo, das Land geht in die Staatspleite und die Menschen verlieren noch mehr.

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