Griechenlands Verschuldung beträgt nur 18 Prozent des BIP

23. Dezember 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.458

Laut dem Großinvestor Paul Kazarian liegt die Nettoverschuldung Griechenlands bei nur 18 Prozent des BIP und nicht bei 175 Prozent des BIP.

Zu einer „innovativen“ Analyse der griechischen Verschuldung gelangt die Japonica Partners & Co, die sogar eine Veranstaltung mit Hauptredner den Investor Paul Kazarian organisiert.

Wie die Investmentfirma schlussfolgert, gelangt die griechische Verschuldung mithilfe der internationalen Buchführungsnormen des öffentlichen Sektors bei einem Index (Nettoverschuldung zu BIP) von deutlich unter 60% an.

Den Investoren wurden 340 Mrd. Euro „reingewürgt“

Nutze den ungeheuren Wettbewerbsvorteil Griechenlands als Deinen Vorteil“ lautet der Titel der Präsentation, die folgende Themen stellt:

  1. Die Buchführungsnormen des öffentlichen geben die griechische Verschuldung mit 18% des BIP und nicht 175% wieder.
  2. Die Netto-Zinskosten Griechenlands bei den Krediten betragen 1/3 von denen seiner Konkurrenten (Portugal, Spanien). Griechenland zahlt also bei seinen Krediten einen niedrigeren Zinssatz im Vergleich zu den Zinsen, welche die übrigen Länder zahlen. Bei der Verabschiedung des Haushaltsplans merkten sowohl der Premierminister Herr Samaras als auch der stellvertretende Regierungschef Herr Venizelos und der Finanzminister Herr Chardouvelis an, es gebe eine unterschiedliche Messung für die Verschuldung – welche Haltung sich von dem unterscheidet, was in der Vergangenheit gesagt wurde. Mithilfe der internationalen Buchführungsnormen für den öffentlichen Sektor gelangt also die griechische Verschuldung bei einem Index (Nettoverschuldung zu BIP) von deutlich unter 60% an.

Wie der Großinvestor auch in seiner Präsentation sagte, „der gegenwärtige Wert der Verschuldung wird als gerechter Wert oder Buchwert angeführt, der nicht mit den gegenwärtigen Marktwerten verwechselt werden darf„. Eine andere von Herrn Kazarian gegebene Definition ist, dass der wirtschaftliche Wert der Verschuldung der gegenwärtige Wert der zukünftigen Zahlungsflüsse ist, mit Diskont auf die vergleichbarsten Marktzinssätze.

Laut „Proto Thema“ rechnete Herr Kazarian die an Griechenland vergebenen Beträge zusammen. Von den privaten Investoren (Anleiheinhabern) wurden 199 Mrd. Euro gegeben und ihr heutiger Wert nach dem „Schnitt“ ist 50 Mrd. Euro. Auf dem offiziellen Sektor (Anmerkung: Banken, nicht Regierungen) wurden mittels zwischenstaatlicher Kredite 243 Mrd. Euro vergeben und ihr Wert ist heute 52 Mrd. Euro. Insgesamt gestalten sich die Verluste der Investoren auf 340 Mrd. Euro, bei einem Gesamtbetrag von 443 Mrd. Euro. Wie er charakteristisch anführt, haben die Investoren 340 Mrd. „weggesteckt“.

Es ist anzumerken wert, dass auch vor einigen Monaten der Großinvestor, der Griechenland besucht hatte, wieder die griechische Verschuldung analysiert hatte und meinte, das Land stelle eine gute Investitionsgelegenheit dar. Konkret hatte er gesagt: „Die öffentliche Verschuldung Irlands beläuft sich auf 78% des BIP, Italiens auf 112%, Spaniens auf 63% und Portugals auf 74%. Es ist jedoch nicht dieser Vergleich, der zeigt, dass Griechenland sich im Verhältnis zu seinen Partnern in der EU in einer besseren fiskalischen Lage befindet.

Die griechische Schuldenstruktur ist einzigartig

Wie Herr Kazarian erklärte, gestaltet sich nach den letzten Umstrukturierungen der griechischen Verschuldung und dem Transfer eines Teils von dieser von dem privaten zu dem öffentlichen Sektor die durchschnittliche Laufzeit griechischer Anleihen auf derzeit 17 Jahre. Im selben Augenblick liegt der Mittelwert bei Italien, Frankreich, Irland, Spanien und Portugal nicht über 7 Jahren. Zusätzlich ist in den beiden Jahren 2015 – 2016 der griechische Staat aufgerufen, 5% des Nennwerts seiner Verschuldung zu tilgen, wogegen sich in den fünf vorstehenden Ländern dieser Prozentsatz auf mehr als viermal höhere Niveaus bzw. auf 22% gestaltet.

275 Mrd. Euro (86%) der 319 Mrd. Euro der griechischen Verschuldung unterliegen günstigen Bedingungen, wozu zählen:

  • Zinssatz von 0% für 10 Jahre
  • subventionierte Zinssätze, die niedriger als auf dem Markt sind
  • massenhafte „Reifung“ von Anleihen (erst) in 40 Jahren
  • Verschuldung mit Zinssätzen und anfänglichen Diskonts
  • 30 Mrd. Euro in mit Krediten des offiziellen Sektors finanzierten Vermögenswerten

Alle diese Vorteile bringen den Gründer der Japonica dazu, in aller Welt für Griechenland Werbung zu machen. Ihn daran erinnernd, in seiner vorherigen Präsentation habe er geäußert, die griechische Verschuldung gestalte sich auf unter 60%, korrigiert er uns und sagt „signifikant unter 60%. Ja, sie liegt bei 18%“!

(Quelle: Imerisia)

Kommentare sind geschlossen