Griechenland kann Europa retten!

16. Dezember 2014 / Aufrufe: 1.785

Griechenland kann Europa retten, wenn die Hellenen jetzt nicht die Nerven verlieren.

In dem Leitartikel der Ausgabe der deutschen Zeitung „Die Welt“ vom 15 Dezember 2015 hebt Florian Eder hervor, Griechenland liefere, woran Italien und Frankreich scheitern – nämlich den Staatshaushalt zu sanieren.

Obendrein wurden Italien und Frankreich, die über die „Austerität“ klagen, obwohl sie eine Konsolidierung nie erfahren, geschweige denn umgesetzt haben, mit einem Aufschub der infolge der Verletzung des Stabilitätspakts fälligen Sanktionen „honoriert“. „Auch so eine Entscheidung der EU-Kommission, die die Griechen wütend machen muss„, kommentiert der Autor charakteristisch.

Turbulenzen in Athen wären einigen sogar willkommen …

Wie Florian Eder erklärt, liegen die Gefahren für die Währungsunion nicht in dem – als Mitgliedstaat relativ unbedeutenden – kleinen Griechenland, sondern anderswo, und schlimmstenfalls wären (speziell im Fall der Machtübernahme durch die SYRIZA erwartete, wenn nicht gar erhoffte …) Turbulenzen in Athen einigen sogar willkommen, weil sie Ablenkung böten „von der Unfähigkeit der französischen Regierung, Reformen auch nur anzuschieben, der öffentlichen Verschuldung Italiens, die inzwischen auf furchterregende 134% der Wirtschaftsleistung bzw. auf über 2 Billionen Euro wuchs„.

Ernüchternd ist auch der Epilog seines Artikels:

Europa bröckelt. Norden und Süden driften auseinander. Frankreich ist schwach. Die Briten entfernen sich von der EU. Ungarn schleicht sich aus einer Gemeinschaft der Rechtsstaatlichkeit. In Spanien und Portugal untergraben Korruptionsaffären das Vertrauen in das gesamte politische System. Den EU-Staaten gelingt es nur mit Mühe, den Konsens ihrer Antwort auf russische Aggression zu wahren. Eine erneute Debatte über den Zusammenhalt der Währungsunion ist das Letzte, was die EU jetzt braucht.
Dagegen tun kann sie nichts: Diesmal können die Griechen Europa retten.

(Quelle: Tapfere Griechen)

Relevante Beiträge:

  1. H.Bosse
    16. Dezember 2014, 18:54 | #1

    Warum liefert GR, nur weil der Druck von außen so rießig ist. Freiwillig läuft hier wie in jedem anderen EU Land recht wenig. Es ist immer das selbe. Wenn die freien Bürger nur nach ihren persönlichen Interessen, Freiheit und Selbstbestimmung rufen und die wichtigsten Interessen und Notwendigkeiten der großen Familie „Staat“ mit Disziplin und Verantwortung für das Gemeinwesen umsetzen sollen / müssen, dann haben wir Italien und Frankreich hier als großes Vorbild. Es ist wohl eine Mentalitätsfrage und auch eine Frage wie die Gesellschaft aufgebaut ist und hier scheinen deshalb einige EU-Länder nicht die Fähigkeiten zu besitzen. Leider, leider wird es immer so sein, dass ohne Diktat sich notwendige Veränderungen / Reformen durchsetzen lassen.

  2. HJM
    16. Dezember 2014, 19:50 | #2

    Die WELT ist rechtskonservativ gestrickt. Weiss jeder. Dennoch ist sie lesbar. Manchmal bietet sie sogar gute Kommentare mit originellen Gedanken an. Warum aber ausgerechnet jetzt dieser „Schulterklopf-Kommentar“ zu Griechenland? Immerhin waren etwa 2010/2011 in der WELT zum Thema „Griechenland“ nur Kommentare mit dem Tenor „besser Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende“ zu lesen. Ist doch merkwürdig. Ich denke, man bringt sich in Stellung, um die befürchtete Machtübernahme durch die (oder den?) SYRIZA noch irgendwie zu stören, wenn nicht gar zu verhindern. Wenn dies gelänge, mir persönlich wäre es recht, weil ich Alexis Tsipras für eine großmäulige Null halte. Dennoch: man merkt die Absicht und ist verstimmt ….

  3. Tok1969
    16. Dezember 2014, 19:50 | #3

    Na hoert hoert, eine Stimme die endlich einmal auftut was seit 5 Jahren auf diese Land einprasselt. Nur hat die griechische Bevoelkerung gelernt, mit den Sanktionen von Eurobürokraten zu Leben und einen Weg fuer das taegliche Überlegen zu finden. Alle anderen Laender waeren incl. der Bevoelkerung am Ende. Letztendlich sollten wir uns fragen, wer lebt eigentlich den europäischen Gedanken und die Idee eines gemeinsamen euopäischen Hauses … ausser den Griechen ?!

  4. Peppina
    16. Dezember 2014, 22:23 | #4

    Ist ja lustig. Lassen sich die Deutschen deswegen alles diktieren von ihrem Staat? Die Frage ist doch, welche Reformen sind fuer welches Land umsetzbar und sinnvoll. Genau, deutsche Disziplin und Gehorsam fuer ganz Europa. Oh wie grausam! Von der „grossen Familie“ (Europa) ist wenig spuerbar. Hauptsache den Konzernen und Banken geht es gut. Hoffen wir gegen ein Diktat aus Deutschland und einen Regierungswechsel in Griechenland. Vielleicht eine neue Chance. Schlimmer kann es nicht werden.

  5. Peppina
    16. Dezember 2014, 22:28 | #5

    Mag sein, dass die Syriza auch nicht das Gelbe vom Ei ist, dies kann mensch jedoch erst beurteilen, wenn es einen Regierungswechsel gibt. Es besteht dann immerhin die Chance, dass endlich die Reichen mal zur Kasse gebeten werden.

  6. GR-Block
    17. Dezember 2014, 01:48 | #6

    Griechenland kann Europa retten“ – Hm, aber warum sollte es das tun? … weil es schizophren ist?
    Europa bröckelt … Frankreich ist schwach. Die Briten entfernen sich … Ungarn schleicht sich … In Spanien und Portugal… Korruptionsaffären …“ Ganz Europa sieht nur Nachteile … ganz Europa? Nein, ein kleinliches Volk im Westen scheint daraus Kapital zu schlagen. Sie möchten die Bosse spielen und fordern „Disziplin und Verrrantworrrtung“ für die „grrroße Familie ‚Staat'“. Sie predigen nach 70 Jahren mal wieder, die bürgerlichen Freiheiten (weil französisch) aufzugeben, für ein diffuses Gemeinwohl, für ein höheres Ziel. Gleichzeitig glauben sie, nur selbst die notwendigen Fähigkeiten zu haben, und bitten die anderen deshalb zum „Diktat“. Aber zu welchem Zweck brauchen wir diese Untertanen-Mentalität nur? Mal sehen … Wie war das noch vor 70 Jahren? … Lebensraum im Osten, … slawischer Untermensch, … Antwort auf polnische Aggression. Und heute …?
    Den EU-Staaten gelingt es nur mit Mühe, den Konsens ihrer Antwort auf russische Aggression zu wahren.“ Nein, das kann doch nicht wahr sein! Hier driftet offensichtlich nur ein einziges Volk ab und nur SEINE EU bröckelt. Dagegen hat sie Europa noch alle bei einander, seine Vielfalt. Und die ist seine ergiebigste Ressource – nicht Öl und Gas – die es zu sichern gilt.

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