Vergessliche Immobilienkäufer in Griechenland

9. November 2014 / Aufrufe: 1.181

Tausende Großgrundbesitzer in Griechenland haben in den letzten 10 Jahren getätigte Immobilien-Käufe mit einem Volumen von rund 25 Milliarden Euro nicht deklariert.

Mehr als 25.000 Großgrundbesitzer in Griechenland mit einem Immobilienvermögen im Wert von jeweils über 1 Mio. Euro tätigten in den letzten 10 Jahren teure Immobilienkäufe, „vergaßen“ jedoch, die Details der Aufwendungen für diese Käufe zu deklarieren – mit dem Ergebnis, nicht besteuert bzw. nicht auf Basis der entsprechenden „Ausgaben-Indizien“ kontrolliert zu werden.

Laut dem griechischen Finanzministerium geht es dabei um Steuerhinterziehung, die sich auf ein Volumen von insgesamt etwa 25 Mrd. Euro bezieht.

Recherche soll „Kapitalflüchtlinge“ ausfindig machen

Konkreter handelt es sich um Steuerpflichtige, die in dem Zeitraum 2003 – 2009, als die Bautätigkeit sich in ihrem Zenit befand und der Immobilienmarkt einen Höhenflug hatte, die allem Anschein nach die Transaktionssteuer für die von ihnen gekauften Immobilien regulär entrichteten, jedoch die Ausgaben für den Kauf nicht in ihrer Einkommensteuererklärung für das entsprechende Jahr deklarierten.

Im Finanzministerium wird nun recherchiert, ob sich auf der Liste dieser 25.000 Käufer auch Namen von Steuerpflichtigen befinden, die sich auch auf der anderen Liste mit den Personen befinden, die Überweisungen ins Ausland tätigten.

(Quelle: tvxs.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Ronald
    10. November 2014, 13:16 | #1

    Man liest immer wieder, dass da und dort in Griechenland Verdachtsfälle oder tatsächliche Steuerhinterziehungen aus der Vergangenheit aufgedeckt werden. Dies wird allgemein als Erfolg der Steuerfahndung angesehen. Mir stellt sich allerdings die Frage: „Was zum Teufel haben die Kontrollbehörden eigentlich in den letzten Jahrzehnten gemacht?, wofür wurden sie bezahlt?“

  2. GR-Block
    10. November 2014, 23:54 | #2

    Weder der Teufel noch die Kontrollbehörden sind Schuld daran, dass das Auffinden unversteuerter Geschäfte eine teure Sache ist. Selbst in Länder mit relativ hoher Pro-Kopf-Steuerhinterziehung, wie den Industriestaaten, verzichtet das Finanzamt auf den Aufwand. Um so mehr, als in GR die Anzahl der öffentlichen Bediensteten viel geringer als in irgendeinem anderen EU-Staat ist. Ohne Personal und ohne vernünftige Ausrüstung für die Fahndung ist es eine Sisiphosarbeit. Die einzige Chance, die Schattenwirtschaft zu reduzieren, ist, die Gesamtwirtschaft zu senken. Das ist eine Binsenweisheit der Volkswirtschaftslehre. Genau das geschieht seit 2010 in GR. Sobald das BIP wieder anzieht, wird auch die Schattenwirtschaft wieder steigen.
    Recherche soll “Kapitalflüchtlinge” ausfindig machen“ – das ist Augenwischerei.

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