Stipendien in Griechenland nur für zukünftige Banksklaven

6. November 2014 / Aufrufe: 624

In Griechenland wurden die staatlichen Stipendien auf finanzökonomische Studiengänge beschränkt, deren Absolventen von der Nationalbank übernommen werden.

Die Stiftung für staatliche Stipendien in Griechenland (IKY) schritt jüngst zu einem für die akademischen Gegebenheiten unerhörten Zug: Die von ihr für das laufende akademische Jahr ausgeschriebenen Stipendien beziehen sich ausschließlich und allein auf Programme der Universitäten Athen und Thessaloniki und nur auf finanzökonomische Studiengänge, deren Absolventen auf Basis der Ausschreibung der Stipendien danach von der Griechischen Nationalbank / National Bank of Greece (ETE) übernommen werden sollen.

Die – aus gemeinschaftlichen und nationalen Mitteln finanzierte – Stiftung für staatliche Stipendien schloss damit praktisch alle peripheren Universitäten des Landes und alle Fachbereiche außer denen aus, welche die Nationalbank interessieren!

Ausschluss von Fächern und Universitäten

Das Thema ruft offensichtlich Reaktionen in der akademischen Community und bei den Universitäten hervor, deren postgraduale Studenten ausgeschlossen werden. Es ist sogar imposant, dass die Nationalbank die Fachbereiche aufzwingt, die sie selbst fordert, und sogar nur an den Universitäten Athen und Thessaloniki, was weltweit einmalig sein dürfte. Offensichtlich annulliert dies die Verpflichtung, allen Studenten und speziell denen der peripheren oder abgelegenen Gebiete gleiche Chancen zu bieten.

Dieses Prozedere scheint konkrete postgraduale Studiengänge zu „fotografieren“, wobei auch der umstand sehr bedeutsam ist, dass dieser Ausschluss der peripheren Universitäten eine mögliche Bewertung der Bildungseinrichtungen verfälschen könnte, da sich bei einer minimalen Anzahl von Abteilungen des Landes eine unverhältnismäßig große Anzahl von Stipendien zeigen wird!

Rekrutierung schlecht bezahlter Akademiker auf Staatskosten!

Letztendlich werden die mit staatlichen Mitteln finanzierten Master-Absolventen in ein – praktisch privates – Unternehmen gelenkt, und zwar ohne jegliche verbindliche Zusage über Bezüge und Arbeitsverhältnisse, womit sich der ernsthafte Verdacht einstellt, dass unter dem Vorwand der Anbindung der Universitäten an den Arbeitsmarkt eine neue Generation gebildeter, jedoch schlecht bezahlter Angestellter jungen Alters geschaffen wird.

Ernsthafte Reaktionen in der akademischen Gemeinschaft!

Es gibt bereits ernsthafte Reaktionen bezüglich des Ausschlusses von Schulen und Fachbereichen von den Aktivitäten der Stiftung für staatliche Stipendien und Informationen zufolge ist eine einschlägige Korrespondenz im Gang. Dieser Vorgang scheint mit seiner geographischen Einschränkung das grundgesetzliche Prinzip der Gleichheit zu beeinträchtigen und schafft auch Themen der Existenz einer gesetzlichen Basis für den Beschluss der Stiftung, die meisten Universitäten und alle übrigen wissenschaftlichen Bereiche auszuschließen.

Von Seite der Stiftung scheint vertreten zu werden, dass etwas derartiges „pilotisch“ sei, was jedoch durch die Bedeutung des „Pilotcharakters“ annulliert wird, die sich auf eine allgemeine Anwendung eines Verfahrens in geringerem Umfang (small scale studies) beziehen und nicht ganz Griechenland ausschließen dürfte, indem die Stipendien eines Jahres nur auf die beiden Großstädte beschränkt werden.

Allgemein scheinen die Argumente, auf die sich die Stiftung beruft, nicht haltbar zu sein, da sie bezüglich des Ausschlusses behauptet, es sei die Tatsache schuld, dass die Stipendiaten allein aus Athen und Thessaloniki kommen müssten, weil sie im weiteren Verlauf nur in den dortigen Niederlassungen der ETE beschäftigt werden sollen. Etwas derartiges verrät die unerhöhrte Tatsache, dass die Nationalbank die Bedingungen und die Fachbereiche aller Stipendien für das ganze Land durchsetzt.

(Quelle: xanthipress.gr)

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