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Perfides Privatisierungs-Monopoly in Griechenland

14. November 2014 / Aufrufe: 2.387

Die von der Troika in Griechenland erzwungenen Privatisierungen gleichen einem riesigen Monopoly-Spiel mit vorbestimmten Gewinnern und Verlierern.

Die Zeitung Tagesspiegel publizierte einen vierseitigen Bericht über das von der Troika in Griechenland und anderen Krisenländern forcierte Privatisierungsprogramm. Nobelpreisträger Paul Krugman spricht von einem „grundlosen Ausverkauf“.

Die von der Troika aufgezwungenen Privatisierungen führen in den Krisenländern zu Milliardenverlusten, merkt die Zeitung Tagesspiegel an. Gemäß einer Recherche der deutschen Zeitung wird seit dem Beginn der Programme der Troika im Jahr 2010 öffentliches Vermögen unter großem Zeitdruck und weit unter seinem Wert veräußert.

Gläubiger ändern Spielregeln zu Gunsten der Spekulanten

In Griechenland und Portugal werden derzeit Untersuchungen über Privatisierungen durchgeführt, die in intransparenten Verfahren und mit vorab vereinbarten und verdächtigen Vorteilen für bestimmte Interessenten erfolgten. „Die Privatisierungen sind nicht unbedingt etwas Schlechtes“ erklärt gegenüber der deutschen Zeitung der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Paul Krugman. „Hier haben wir es jedoch in vielen Fällen mit einem grundlosen Ausverkauf zu tun. Die Gewinne werden privatisiert, während die Risiken, aber auch die Verluste die gesamte Gesellschaft belasten„, betont der Ökonom.

Der Tagesspiegel stellt die Privatisierungen wie ein Monopoly-Spiel dar, das er jedoch Europoly nennt. Zusammenfassend sind die Regeln dieses Spiels folgende: „Immobilien mit einem Wert von Milliarden werden verramscht, Wasserversorgungsdienste gehen in die Hände privater Unternehmen über, Banken werden an zweifelhafte Käufer verkauft. Oligarchen und Investoren spielen ein gigantisches Monopoly. Die Gläubiger änderten die Spielregeln zu Gunsten der Spekulanten. In diesem Europoly-Spiel ist von Anfang an klar, wer die Verlierer sein werden (…)

Troika erzwingt Verkäufe zu Schnäppchenpreisen

Anstatt der anfänglich veranschlagten übertriebenen 50 Milliarden Euro wird das „größte Privatisierungsprogramm in Europa“ bis 2016 im besten Fall gerade einmal 11 Milliarden Euro abwerfen. Die Auswirkungen der falschen Berechnungen baden die Bürger aus, die eine noch größere Austerität und noch mehr Kürzungen zu erleiden haben.

Das erschütterndste Beispiel einer Privatisierung ist das Flughafenareal „Elliniko“ in Athen. Spyros Pollalis, griechischer Abstammung und Professor für Städtebau an der Universität Harvard, veranschlagte in einer von ihm erstellten Studie den Wert des ehemaligen Flughafens auf wenigstens 1,239 Milliarden Euro. Die Einnahmen des Fiskus aus der Investition der (zu 51% dem Bankier Spyros Latsis gehörenden) Lamda Development werden jedoch letztendlich ungefähr die Hälfte, also nur 577 Millionen Euro betragen.

Die Krise war der schlimmste Zeitpunkt für Privatisierungen“ erklärt gegenüber der Zeitung Tagesspiegel Kostas Mitropoulos, ehemaliger Leiter des Fonds für Verwertung privaten Staatsvermögens (TAIPED). „Die Troika verstand jedoch von Anfang an nicht, dass nicht der Verkaufspreis das Problem war. Der Markt war – unabhängig von den Kosten – einfach nicht für Investitionen bereit.

Das Europoly-Spiel bringt einigen Spielern riesige Gewinne, während es die anderen in den Bankrott führt. Inzwischen sind es viele, die gerechtere Regeln verlangen und die Troikaner fragen: Warum setzt ihr die Krisenländer unter Zeitdruck? Warum wartetet ihr in Griechenland nicht erst ab, dass sich der Markt erholt, um danach mit den Privatisierungen zu beginnen? Aus welchem Grund unternehmt ihr jede Anstrengung, damit die Investoren zu Spottpreisen kaufen?

(Quelle: Deutsche Welle, Autor: Stefanos Georgakopoulos)

Relevante Beiträge:

  1. Kleoni
    14. November 2014, 09:11 | #1

    vor 25 Jahren hat die (Un)Treuhand alles privatisiert, was in der ehemaligen DDR staatlich war. Viele Betriebe wurden für 1€ verscherbelt mit dem Versprechen, Arbeitsplätze zu erhalten. Aber meistens blieb es bei dem Versprechen. Hohe Arbeitslosigkeit, Billiglöhne, keine Zukunft für junge Leute. Um diese Missstände zu mildern wurde der Solidaritätsbeitrag eingeführt 7% zusätzliche Steuern. Diesen Soli müssen wir auch nach 25 Jahren noch zahlen – eine Zusatzsteuer, die mal eingeführt wurde wird nie wieder abgerschafft. In Griechenland wird nach dem gleichen unsinnigen System privatisiert. Hedgefonds und andere Heuschrecken fressen den letzten Rest des griechischen Vermögens auf.

  2. Antonios Vassiliadis
    14. November 2014, 10:46 | #2

    Schade, daß hier keine „like“ oder „share“ Möglichkeiten zur Weiterverbreitung dieses Berichts in weiteren Online-Plattformen eingebettet sind. Wenn dieses Ausverkaufs-Szenario weiter gehen sollte, steht womöglich irgendwann die Türkei im Hafen von Piräus mit Kriegsschiffen und verleibt sich das Parlamentsgebäude ein, da wissentlich kein Geld mehr vorhanden ist, um eine einzige Patrone abfeuern zu können. Wie lange wird das weiter unter dieser Troika gehen, bis dies einen richtigen Bürgerkrieg entfacht?

  3. Team
    14. November 2014, 17:31 | #3

    Antonios Vassiliadis :

    Schade, daß hier keine “like” oder “share” Möglichkeiten … eingebettet sind.

    Das Facebook-Aplet („Empfehlen“) ist unter jedem Beitrag oberhalb der Kommentarsektion eingebunden. Weitere Social Media Buttons erscheinen oben rechts auf jeder Seite.

  4. VD
    14. November 2014, 17:57 | #4

    Auch wenn es vielleicht nicht ganz dazu passt, frage ich mich immer wieder, wozu wir uns überhaupt einen so teuren von den Bürgern bezahlten EU-Staatsapparat leisten. Solche Krisen wie in Spanien, Irland oder auch Griechenland müssen doch schon vor Jahren sichtbar gewesen sein, dass man darauf zusteuert. Wozu leisten wir uns überhaupt die überteuerten Institutionen in Brüssel, Straßburg und anderswo. Von diesen sehr gut bezahlten Herren, natürlich aus unserem Portemoine, hat dies keiner kommen sehen? Und dann die Troika, die jedem Krisenland die selbe „Medizin“ verschreibt, obwohl jedes Land hätte einzeln betrachtet werden müssen, worin die Krise begründet ist. Und was ist das Ergebnis von Privatisierungen, haben wir auch in DEU gesehen, dass für den normalen Bürger alles noch teurer wird….

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