Olivenöl aus Griechenland „rettet“ den Weltmarkt

6. November 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.411

Im Gegensatz zu Spanien, das einen katastrophalen Einbruch der Olivenöl-Produktion verzeichnet, wird in Griechenland mit einer Rekord-Produktion gerechnet.

Den Einschätzungen internationaler Analytiker zufolge, die prognostizieren, dass die weltweite Nachfrage nach Olivenöl das Angebot übersteigen wird, wird der Weltmarkt mit gutem griechischen Olivenöl … und zu außerordentlich hohen Preisen überschwemmt werden.

Es wird erwartet, dass wegen der Auswirkungen der Trockenheit und der vernichteten Bäume in Spanien, aber auch wegen des Bürgerkriegs in Syrien die weltweite Produktion von Olivenöl 2014 – 2015 sinken und sein Preis in die Höhe schnellen wird„, betonte ein zuständiger Analytiker im Gespräch mit Bloomberg.

Börsenpreise stiegen bereits um 27%

Es wird damit gerechnet, dass die (weltweite) Olivenöl-Produktion von 3.190.000 Tonnen in der Periode 2013 – 2014 auf 2.550.000 Tonnen in der Periode 2014 – 2015 sinken wird. Hauptgrund ist die schlimmste Trockenheit, die Spanien jemals erlitt, aber auch die Rekordproduktion des vergangenen Jahres, die wiederum die Bäume erschöpfte. Wie Bloomberg anmerkt, ist Spanien der größte Olivenöl-Produzent und -Exporteur der Welt, da sein Öl überall verwendet wird.

Der Einbruch der Produktion wird den Anstieg der Nachfrage hauptsächlich innerhalb der EU, aber auch in anderen Ländern zur Folge haben, wobei erwartet wird, dass der Preis über einen langen Zeitraum hoch bleiben und – wie die Nachrichtenagentur betont – den Rückgang der spanischen Produktion die griechische Produktion ausgleichen wird, die Schätzungen zufolge von 158.000 Tonnen auf 300.000 hochschnellen wird.

Die Produktion in Griechenland verzeichnet 2014 einen Anstieg um 100%, während abgesehen von Spanien, das von einer ausgedehnten Trockenheit heimgesucht wurde, die Produktion auch in Syrien wegen des Bürgerkriegs sank. Südspanien erlebte in dem Zeitraum September 2013 – Mai 2014 die schlimmste Dürre des Jahrhunderts und die Ernte erreicht nicht die Hoffnungen der Erzeuger des größten Produktions- und Exportlands für Olivenöl, das bei der Zubereitung von Salaten bis hin zur Herstellung von Seife verwendet wird.

Spekulation zu Lasten nicht nur der Endverbraucher

Der Rückgang der Produktion wird den Anstieg der Nachfrage hauptsächlich innerhalb der Europäischen Union, aber auch in anderen Ländern zur Folge haben, und die Preise in der näheren Zukunft auf hohen Niveaus halten, berichtet Bloomberg. Wie Oil World ergänzt, sind die an der Börse gehandelten Olivenöl-Verträge im Verhältnis zum vergangenen Jahr um 27% hochgeschnellt und der Preis des Olivenöls wird sich in Spanien Erwartungen zufolge in den kommenden Monaten auch angesichts der neuen Daten, die den großen Rückgang bei der diesjährigen Produktion bestätigen werden, stark ansteigend bewegen.

Im übrigen wird auch für Tunesien mit einem signifikanten Anstieg der Olivenöl-Produktion von 80.000 auf 260.000 (!) Tonnen gerechnet. Was wiederum den griechischen (Verbraucher-) Markt betrifft, sind die bis neulich von landesweit oder auch nur nur lokal marktbeherrschenden Ladenketten ausgelobten Sonderangebote auf wundersame Weise (sprich mehr oder weniger „konzertiert“ und trotz üblicherweise zumindest mittelfristig verbindlicher Lieferverträge) allesamt … aus dem Angebot verschwunden. Ob letztendlich wenigstens auch die griechischen Erzeuger von der „Hausse“ profitieren werden, bleibt dagegen abzuwarten … .

(Quelle: Imerisia, Medienberichte)

  1. 10. April 2015, 15:57 | #1

    Nach dem äußerst schlechten griechischen Erntewinter 2013/2014 war die Ernte 2014/2015 deutlich besser, obwohl es hinsichtlich Quantität und Qualität auch kein Rekordjahr war. Die Preisanstiege bei den griechischen Produzenten lagen bei 10-15%.

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