Kräftiges Erdbeben bei Ägion in Griechenland

8. November 2014 / Aufrufe: 1.127

Am Abend des 07 November 2014 wurde in Griechenland im Golf von Korinth ein Erdbeben mit einer Stärke von 4,8 Richter verzeichnet.

Am frühen Abend des 07 November 2014 wurde um 19:13 Uhr im Golf von Korinth eine kräftige seismische Erschütterung verzeichnet, die besonders in Partras, Ägion (Egio), Nafpakto, aber auch anderen Gebieten der Regionen Achaia, Etolikarnania, Korinth und Fokida wahrgenommen wurde.

Laut dem Geodynamischen Institut der Nationalen Sternwarte Athen hatte das Beben eine Stärke von 4,8 Richter, mit Epizentrum 9 Kilometer nordöstlich der Stadt Ägion und einer außerordentlich geringen Tiefe von gerade einmal 5 Kilometern. Nach dem (vermutlichen) Hauptbeben wurden Nachbeben verzeichnet, deren Stärke zwischen 2,2 und 2,6 Richter lag.

Kein Zusammenhang mit dem Beben von 4,9 Richter auf Kefalonia

Den Berichten etlicher Bürger zufolge war das Beben sei nicht nur in Ägion, sondern auch auf dem gegenüber liegenden Ufer in Fokida sehr stark wahrnehmbar gewesen, was auf die sehr geringe Tiefe des Erdbebenherds zurückgeführt wird. Die bisher gemeldeten Sachschäden, wie unter anderem am Mauerwerk der Kathedrale der „Panagia tis Faneromenis“ in Ägion und an Häusern, scheinen sich in Grenzen zu halten und Menschen kamen nicht zu Schaden. Bei der Stadtverwaltung Ägion können sich interessierte Bürger über die Rufnummer 4118 melden und Gebäudeprüfungen beantragen.

Der Seismologe Evthymios Lekkas äußerte gegenüber patrastimes.gr die Ansicht, es sollte noch einige Stunden gewartet werden, um nützliche Rückschlüsse ziehen zu können, und fügte an, das um 19:13 Uhr verzeichnete Beben stehe in keinerlei Zusammenhang mit dem am Morgen des selben Tages auf Kefalonia verzeichneten Beben mit einer Stärke von 4,9 Richter.

Der Seismologe – Forscher Gerasimos Chouliaras meinte gegenüber patrastimes.gr, solche Erschütterungen seien bei Ägion üblich. Weiter betonte er, das Phänomen werde beobachtet, und ergänzte, es sei noch zu früh, um irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen.

Schäden an rund 300 Gebäuden in Egio

Neueren Berichten zufolge wurden in Ägion inzwischen bei rund 300 Gebäuden mehr oder weniger schwere Schäden überwiegend am Mauerwerk festgestellt. Bei zwei Mehrparteienhäusern entstanden augenscheinliche Schäden auch an der tragenden Konstruktion und eins der beiden Gebäude ist vorsorglich evakuiert worden, während ein unbewohnter Altbau teilweise einstürzte. Schäden an Infra- und Versorgungsstrukturen scheint es nicht gegeben zu haben.

Infolge der auf nur 2 – 5 Kilometer veranschlagten geringen Tiefe des Erdbebenherds wurde die Erschütterung im näheren Umkreis subjektiv sehr viel stärker wahrgenommen als gemessen. Nicht wenige Anwohner schätzten die gestrige Erschütterung sogar stärker als das katastrophale Beben vom 15 Juni 1995 ein, das bei einer Stärke von 6,2 Richter und einer Tiefe von etwa 10 Kilometern enorme Sachschäden verursachte und unter anderem auch ein Mehrfamilienhaus im Zentrum von Ägion und das Hotel „Eliki“ zum Einsturz brachte, wobei 26 Menschen (16 Griechen und 10 Franzosen) das Leben verloren.

(Quelle: in.gr, Medienberichte)

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