Kirche in Griechenland verweigert bei Feuerbestattung Sakramente

1. November 2014 / Aktualisiert: 02. November 2014 / Aufrufe: 1.410

Die orthodoxe Kirche in Griechenland widersetzt sich mit allen Mitteln der Einäscherung und verweigert im Fall einer Feuerbestattung die Sakramente.

Die Griechische Kirche wird kein Totenmesse und kein Seelenamt für all jene abhalten, die nachweislich und freiwillig den Wunsch erklärt haben, dass ihre Leiche eingeäschert wird. Über diese Konsequenzen für alle, die sich für die Einäscherung nach ihrem Tod entscheiden, informiert der ständige Heilige Synod der Griechischen Kirche die Gläubigen in einem an die Erzbistümer versendeten Rundschreiben.

Der Heilige Synod fügt in dem Rundschreiben an, „trotzdem liegt die Zelebrierung eines einfachen Trishagions in der pastoralen Räson und Ermessensfreiheit des jeweiligen Erzbischofs„.

Gesetzgebung unterminiert die religiöse Überzeugung

In dem selben – auch auf der Website der Griechischen Kirche publizierten – Rundschreiben betont der Synod, „die Kirche akzeptiert für ihre Mitglieder nicht die Einäscherung des Körpers„, und ergänzt, „die Einäscherung des Körpers ist aus theologischen, kanonischen und anthropologischen Gründen nicht mit der Praxis und der Tradition der Kirche vereinbar„. Weiter führt der Synod an, zur Vermeidung jeder theologischen, kanonischen, anthropologischen Entgleisung „ist die Respektierung der religiösen Überzeugungen und die Ermittlung des eigenen Willens des Entschlafenen und nicht der Wille oder die Erklärung seiner Verwandten erforderlich„.

Der ständige Heilige Synod betont, dass mit den Artikeln 48 und 49 des Gesetzes 4277/2014 „der Gesetzgeber nicht die religiösen Überzeugungen des Toten berücksichtigt„. Wenn der Verstorbene sich zu Lebzeiten nicht über die nach seinem Tod gewünschte Beisetzung oder Einäscherung seines Körpers geäußert hat, „kann die Einäscherung allein mit der Erklärung seines Ehepartners oder des Lebenspartner, mit dem er eine Lebensgemeinschaftsvereinbarung eingegangen ist, oder der Erklärung der Verwandten ersten und zweiten Grades erfolgen„. Der Heilige Synod charakterisiert Vorstehendes als „Untergrabung der religiösen Überzeugungen des entschlafenen Mitglieds der Kirche„.

(Quelle: in.gr)

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  1. BravoZulu
    1. November 2014, 19:04 | #1

    Wie sagt der Pfarrer noch am Schluss der Predigt: „Handelt nach meinen Worten, nicht nach meinen Werken.“ Es sieht doch momentan auf den Friedhöfen auf Kreta so aus, dass die Toten beerdigt werden und nach fünf Jahren die Gebeine ausgegraben und in einem Gebeinkästchen aufbewahrt werden. Und wenn in diesem Gebeinhaus nicht mehr genügent Platz ist, so werden die Gebeine von der Kirche verbannt und in einer Urne aufbewahrt. Die Kirche hat also das Recht die Gebeine zu verbrennen. Der Verstorbene, der vorher seinen Angehörigen mitgeteilt hat, dass er verbrannt werden und nicht von den Maden zerfressen werden möchte, darf diesen Wunsch nicht wahrmachen lassen.

  2. V 99%
    1. November 2014, 21:45 | #2

    Ob da nicht auch rein materielle „Traditionen“ mit eine Rolle spielen? Ich kann mich nicht erinnern, dass der Papas da nichts in die Tasche gesteckt bekam.

  3. Ottfried Storz
    2. November 2014, 00:42 | #3

    Voraussetzung für die Akzeptanz der Einäscherung durch christliche Religionen, ist die Anerkennung der Trennung zwischen Seele und Körper. Dies ist bei moderneren christlichen Religionen der Fall. Die katholische Kirche erlaubt seit 51 Jahren (1963) die Einäscherung, jedoch offiziell nur, sofern der „Glaube an die Auferstehung dadurch nicht ausdrücklich geleugnet werden soll„. Die orthodoxe Kirche hält in vielen Punkten noch an Glaubensgrundsätzen fest, die bei katholischen oder evangelischen Religionen bereits vor 50 Jahren (im zweiten vatikanischen Konzil bei Katholiken) bzw. vor 100 bis 200 Jahren bei den evangelischen Religionen modernisiert und/bzw. den Zeitverständnis und Wissenschaftserkenntnissen angepaßt wurden.

  4. Catalina
    2. November 2014, 19:21 | #4

    Je „moderner“ die Anderen, um so mehr Platz bleibt für uns im Himmel. Das wird lustig. Welch Glück, dass wir dem Zeitverständnis und Wissenschaftserkenntnissen so hinterherlaufen 😉

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