Fast dreieinhalb Millionen Steuerschuldner in Griechenland

5. November 2014 / Aktualisiert: 19. Mai 2018 / Aufrufe: 933

Die Anzahl der Steuerschuldner in Griechenland stieg allein im September 2014 um 851201 auf insgesamt 3303110 an.

Im Wirtschaftsstab der griechischen Regierung herrscht Nachdenklichkeit bezüglich der Effizienz und der Ergebnisse des neuen Pakets mit Regelungen für die fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus und die Versicherungskassen.

Beunruhigung rufen auch die neuen Daten über die Entwicklung der fälligen steuerlichen Verpflichtungen hervor, die zeigen, dass hunderttausende Haushalte, Gewerbetreibende und Unternehmen nicht in der Lage sind, irgendwelche Zahlungen zu leisten, und trotz der schwebenden Drohung der Pfändung nicht zum Finanzamt eilten um von den vorherigen Regelungen zu profitieren. Bezeichnend ist die Tatsache, dass bisher nur einer von 20 (!) in Verzug befindlichen Schuldnern des Fiskus seine Schuld reguliert hat, während die Listen der „Roten“ allein im September um 851.201 Steuerzahler wuchsen.

Hoffnung auf signifikante Einnahmen bis zum Jahresende

Laut den letzten Daten des Generalsekretariats für öffentliche Einnahmen (GGDE) befanden sich am 30 September 2014 insgesamt 3.303.110 – also ungefähr 1 von 2 (!) – Steuerzahler in Verzug, während ihre Anzahl Ende August 2014 bei 2.451.909 lag. Die vorherigen Regulierungen fälliger Verbindlichkeiten haben nur 187.000 Steuerzahler genutzt (also gerade einmal 5,6% bzw. einer von 20), die mit der Zahlung ihrer Raten fortfahren. Der prozentuale Anteil der regulierten und bedienten Verbindlichkeiten ist noch geringer: Gerade einmal 3,3% (!), sprich 2,27 Mrd. Euro bei 68,4 Mrd. Euro.

Im griechischen Finanzministerium hegt mein keine Illusionen und hält für die eingeführten neuen begünstigenden Regelungen einen „kleinen Korb“ bereit. Es wird nicht mit einer Lösung des Problems gerechnet, da die meisten in Verzug befindlichen Schuldner sich in objektivem Zahlungsunvermögen befinden. Es wird vor allem gehofft, dass sich all jene ihre Schulden zu regulieren sputen werden, die ihre Zahlungen eingestellt hatten und darauf warteten, von den neuen günstigeren (Ratenzahlungs-) Regelungen zu profitieren. Bezüglich der übrigen Schuldner wird geschätzt, dass sich ungefähr 25% für eine Regulierung einstellen, jedoch nur die Hälfte von ihnen nach der Entrichtung von 3 – 4 Raten weiterhin zahlen werden.

Im November 2014 werden signifikante Einnahmen auch aus der außerfristgemäßen Zahlung der ENFIA-Rate für September 2014 erwartet, die viele Steuerpflichtige diese nicht entrichteten, weil sie auf die Ausstellung eines neuen korrigierten Steuerbescheids mit einer Ermäßigung oder völligen Befreiung warteten, oder weil sie feststellten, dass die ihnen in Rechnung gestellte ENFIA aus Fehlern oder unvollständigen Angaben in ihrer Immobiliendeklaration E9 herrührte.

Die öffentlichen Einnahmen werden also in den kommenden Monaten einen signifikanten Anstieg zeigen – und dies kann von der griechischen Regierung bei den Verhandlungen mit der Troika und den Europäern entsprechend ausgenutzt werden. Dieser Anstieg der Einnahmen wird jedoch keine entsprechende Fortsetzung haben.

(Quelle: sofokleousin.gr)

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  1. Sabine
    6. November 2014, 13:26 | #1

    Wie sollen die Leute denn auch ihre Steuerschulden zahlen. Vielen gehts wie uns. Wir haben unsere Arbeit geleistet und warten vom Staat auf Bezahlung. Anstatt uns aber unseren Lohn zu zahlen, schicken sie uns Steuerbescheide. Von was bitte schoen? Sollen sich die Menschen das Geld aus den Rippen schneiden?

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