Disziplinarmaßnahmen gegen Inkasso-Anwälte in Griechenland

16. November 2014 / Aufrufe: 570

Rechtsanwälten und Anwaltsgesellschaften in Griechenland, die bei Inkasso-Tätigkeiten den Anwaltskodex missachten, drohen fortan disziplinarische Sanktionen.

Die Rechtsanwaltskammer Athen (DSA) versucht, gegen das Phänomen vorzugehen, dass viele Anwaltskanzleien in Inkassofirmen umgewandelt wurden, die Schuldner anrufen und bedrohen. Gemäß einer in den Pflichtkodex der Rechtsanwälte aufgenommenen neuen Bestimmung werden die Anwälte, die Tätigkeiten von Inkasso-Firmen ausüben, fortan disziplinarisch kontrolliert werden.

In einer Bekanntmachung „rügt und verurteilt der Vorstand der Rechtsanwaltskammer Athen einstimmig die Praktiken von Rechtsanwälten und Anwaltsgesellschaften, die im Rahmen ihres Mandats Verhaltensweisen von Inkasso-Firmen ausüben und dabei zu wiederholten unethischen telefonischen Belästigungen der Schuldner schreiten„.

Anwälte dürfen Schuldner nur 1 Mal mündlich mahnen und informieren

Gemäß der konkreten Bestimmung „ist es untersagt, dass der Rechtsanwalt oder die Anwaltsgesellschaft den Schuldner ihres Mandanten mündlich und speziell telefonisch mehr als einmal anmahnt, um ihn über seine Schuld zu informieren und die Möglichkeit zu einer außergerichtlichen Lösung der bestehenden Differenz zu erforschen. Falls der Schuldner im weiteren Verlauf nicht reagiert, rückfällig wird oder sich die Schuld zu begleichen weigert, schuldet dann der Rechtsanwalt, für Rechnung seines Mandanten zu einer schriftlichen außergerichtlichen Mahnung zu schreiten oder die vorgesehenen gesetzlichen Rechtsmittel auszuüben.

Falls der Rechtsanwalt dieses konkrete Prozedere nicht befolgt, wird er disziplinarisch kontrolliert werden. Es wird sogar „in jede Richtung betont, dass derartige Verhaltensweisen den gesamten Berufsstand der Rechtsanwälte beleidigen und nicht hinnehmbar sind„.

(Quelle: tvxs.gr)

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