270000 Euro wegen Tiermisshandlung in Griechenland

23. November 2014 / Aufrufe: 1.109

Gegen einen 67-jährigen Rentner in Griechenland wurde wegen Tiermisshandlung eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 270000 Euro verhängt.

Ein 67-jähriger Rentner aus Larisa töte acht neugeborene Hundewelpen und verletzte einen weiteren schwer und ist nunmehr aufgefordert, die gesetzlich vorgesehene Geldstrafe von 30.000 Euro je misshandeltes Tier zu zahlen.

Laut der bei der damaligen Kommunalpolizei der Stadt Larisa gegen den 67-Jährigen erstatteten Anzeige tötete er im Sommer 2013 acht Hundewelpen und verletzte einen weiteren. Die Hunde wurden in einer unter Steinen vergrabenen Tüte gefunden, acht Tiere waren bereits tot, das neunte wurde verletzt geborgen.

Gemeinde beharrt auf Verwaltungsstrafe von 270.000 Euro

Der Fall gelangte von der damaligen Gemeindepolizei zu der (inzwischen für die gesetzlich vorgesehenen Verwaltungsstrafe zuständigen) kommunalen Direktion für Landwirtschaftliche Entwicklung und die Schuld (sprich festgestellte Verwaltungsstrafe) ist – immer gemäß dem Gesetz – gegebenenfalls an das zuständige Finanzamt weiterzuleiten.

Der Mann war bereits in einem parallel gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren zu einer Haftstrafe und einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verurteilt worden, die jedoch im weiteren Verlauf annulliert wurde. Der Beklagte rechtfertigte sein Handeln mit seinem finanziellen Unvermögen, die Tiere zu unterhalten, und führte die Anzeige auf die gegen ihn gerichtete „Raserei“ einer Nachbarin zurück. Die Verwaltung der Gemeinde Larisa soll sich dagegen unnachgiebig zeigen und verlauten lassen haben, den gesetzlich vorgesehenen Weg zur Beitreibung der verhängten Verwaltungsstrafe von 270.000 Euro beschreiten zu werden.

Es sei in Erinnerung gerufen, dass Gesetz N. 4039/12, das „die einem Besitzer gehörenden und die herrenlosen „Gesellschaftstiere‘ vor der Ausnutzung oder der auf einen Gewinn abzielenden Nutzung schützt„, für festgestellte Missachtungen eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro „pro Tier“ vorsieht.

(Quelle: To Pontiki, Medienberichte)

Relevante Beiträge:

  1. Ingrid
    24. November 2014, 20:15 | #1

    Diese Geldstrafen sind unrealistisch, obwohl sie eigendlich nicht hoch genug sein koennen, um diesem sinnlosen Toeten und Quaelen ein Ende zu machen. Was mich am meisten irritiert ist, dass viele Kommunen Tierquaelerei gar nicht zur Anzeige bringen. Der Tierschutz steht und faellt wohl mit der richtigen oder falschen Wahl des Buergermeisters.

  2. LiFe
    25. November 2014, 13:58 | #2

    Der Beklagte rechtfertigte sein Handeln mit seinem finanziellen Unvermögen, die Tiere zu unterhalten, und führte die Anzeige auf die gegen ihn gerichtete “Raserei” einer Nachbarin zurück.“ Grundsätzlich haben private Tierfreunde und Tierschützer einen schweren Stand, wenn sie sich freiwillig für verwahrloste Strassenhunde einsetzen. Ihrem Engagement stehen viele skeptisch gegenüber, da Tieren gegenüber dem Menschen vermeintlich mehr Wertschätzung entgegen gebracht werden. Dies führt zu Konflikten. Dass ein Tierleben genauso viel Wert hat wie ein Menschenleben ist schwer vermittelbar. Solange die Not der Menschen groß ist, so lange werden Tiere sinnlosem Töten und Qualen ausgesetzt sein. Ich denke Menschen wie dem 67 Jährigen bedürfen Unterstützung, bevor sie gegen Tierschutzgesetze verstoßen. Sanktionen nützen überhaupt nicht. Örtliche Tierärzte müssen eng mit Tierschutzorganisationen arbeiten. Es müssen Kastrationen und Behandlungen von erkrankten Tieren organisiert werden.

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