Straffung der Zivilverfahren in Griechenland

29. Oktober 2014 / Aufrufe: 753

Die Austragung von Zivilprozessen in Griechenland soll durch Abschaffung der klassischen Verhandlung im Gerichtssaal gestrafft werden.

Die von dem griechischen Justizministerium bereits ausgearbeitete neue Zivilprozessordnung strebt an, die zeitraubenden Abläufe in Zivilverfahren abzuschaffen.

Informationen zufolge sieht die neue Gesetzgebung für die Verhandlung ziviler Differenzen nur zwei Stadien vor: die Einreichung der Klage und die Verkündung des Urteils. Das Verfahren im Gerichtssaal, mit der Vernehmung von Zeugen, den Streitdialogen und den zahllosen Vertagungen wird abgeschafft, da fortan vorgesehen ist, dass das gesamte Verfahren oder zumindest sein größter Teil nur schriftlich abgewickelt wird.

Richterliche Zeugenvernehmung nur in Ausnahmefällen

Mit den neuen Regelungen werden, sobald die Klage bezüglich jeder beliebigen Zivil- oder Handelsdifferenz eingereicht wird, die Interessenten einen Gesamtzeitraum haben, um ihre Schriftsätze einzureichen, den Behauptungen ihres Prozessgegners zu begegnen und alles beizubringen, von dem sie glauben, es werde zu ihrer Forderung auf Gewährung rechtlichen Schutzes beitragen.

Nur in Ausnahmefällen wird eine Verhandlung im Gerichtssaal erfolgen, und sofern der mit dem Fall beauftragte Richter auch die Vernehmung irgend eines Zeugen für notwendig befindet, wird er diesen ihn zu einem bestimmten Termin und Ort zur Vernehmung vorladen. Haben die Prozessparteien die Verfahrensakte vervollständigt, wird der Richter das Material studieren und innerhalb eines konkreten Zeitraums sein Urteil verkünden.

Signifikant sind auch die Änderungen, die für die zügige Verhandlung aller Differenzen vorgesehen sind, die sich aus Scheidungen, Sorgerecht, Verkehr mit den Kindern, Vermögensverhältnissen der Eheleute ergeben, während das selbe auch für arbeitsrechtliche Differenzen, Mietsachen, Verkehrsunfälle usw. geschehen wird.

(Quelle: efsyn.gr)

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  1. Ronald
    29. Oktober 2014, 21:59 | #1

    Das ist mal eine Reform, von der wir in Deutschland lernen könnten … wenn sie denn Realität wird

  2. Götterbote
    30. Oktober 2014, 11:59 | #2

    Die „Reform“ mag dazu beitragen, dass die Verfahren nicht mehr über viele Jahre laufen, ob es der Gerechtigkeit hilft, wage ich zu bezweifeln.

  3. Heinz
    30. Oktober 2014, 12:39 | #3

    Da ist doch „gemauschelten“ Urteilen Tür und Tor geöffnet. Wieso? Weil es die regulierende und kontrollierende Öffentlichkeit erst einmal nicht mehr gibt. Der Richter also in seinem stillen Kämmerlein z.B. alleine darüber entscheidet, ob Zeugen überhaupt geladen werden. Und die Urteile werden dann, welch eine Verhöhnung, im Namen des Volkes, das damit erst einmal ausgeschlossen ist, verkündet.
    Meiner Meinung nach wird das die Einspruchsquote gegen Urteile erhöhen, damit den Gerichten noch mehr Arbeit bescheren und den Anwälten eine goldene Nase verschaffen.

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