Helmut Schmidt Ehrendoktor der Universität Athen in Griechenland

17. Oktober 2014 / Aufrufe: 1.013

Dem deutschen Altkanzler Helmut Schmidt wurde der Titel des Ehrendoktors der Universität Athen in Griechenland verliehen.

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde in Anerkennung seines Beitrags zu der europäischen Vereinigung und der deutsch-griechischen Beziehung zum Ehrendoktor der Universität Athen ernannt.

Den Titel verlieh eine Delegation der Universität Athen unter Leitung des Rektors Theodoros Fortsakis während einer Zeremonie, die am 15 Oktober 2014 im Hamburger Rathaus stattfand.

Schmidt: Symbol der deutsch-griechischen Zusammenarbeit

Für uns stellt er das Vorbild des politischen Mannes dar, der viele Jahre lang beispielhaft dem Idol der europäischen Vereinigung diente und dabei den Humanismus mit der Kultur verband„, erklärte Herr Fortsakis laut einem Artikel auf der Webseite des NDR.

Der 95-jährige Herr Schmitt, der seit Beginn der Krise vor der Gefahr des Auseinanderbrechens der Europäischen Union warnte und wiederholt den Verbleib Griechenlands in der Eurozone unterstützte, bedankte sich seinerseits für die für die ihm zuteil gewordene Ehre und merkte an, er betrachte den ihm verliehenen Titel als Symbol der deutsch-griechischen Zusammenarbeit, und sprach sich zugunsten eines großen Programms für Investitionen in Europa aus.

Ich bin alt genug, um die ernsthafte Krise der Weltwirtschaft im Jahr 1929 sehr bewusst erlebt zu haben. Daher ist mir bekannt, wie sich die Arbeitslosigkeit von Millionen Menschen, die Arbeitslosigkeit der jungen Leute auswirkt„, erklärte er und unterstrich, es müssen dringend mehr öffentliche Investitionen erfolgen. Ebenfalls betonter er die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Politik für öffentliche Finanzwirtschaft, Wirtschaft, soziale Themen und Arbeitsmarkt.

Der Ehrendoktortitel der Universität Athen ist für Helmut Schmidt der vierundzwanzigste. Unter den Universitäten, die in zum Ehrendoktor ernannt haben, befinden sich die von Oxford, Cambridge, Sorbonne und Harvard.

(Quelle: zougla.gr)

  1. GR-Block
    17. Oktober 2014, 16:00 | #1

    Unter den Universitäten, die ihn zum Ehrendoktor ernannt haben, befinden sich die von Oxford, Cambridge, Sorbonne und Harvard.“ Wow, und jetzt zum Ende seines Lebens die Krönung für sein Lebenswerk: ein Ehrendoktor der Universität Athen. Da waren sie aber spendabel die „Samarioten“. Wenn man schon auf die deutsche Tagespolitik Einfluss nehmen möchte, dann sollte man es konsequent tun. GR kann zwar keine Friedensnobelpreise verteilen, keine Karlspreise … aber GR hat etwas viel besseres: Helmut Schmidt gebührt ein Fries am Parthenon. So quasi als Platzhalter, bis in 100 Jahren die Originale kommen. Immerhin gehört Schmidt zu den deutschen Politikern die GR am allerwenigsten geschadet hatten. Das sollte man honorieren.

    OK, der Sozialdemokrat hat 1975 den Bruder seines griechischen Parteikollegen Kostas Simitis als Datenschutzbeauftragten zu Amt und Würden verholfen. Schwamm drüber. Dann hat er dessen politischen „Gegner“ Karamanlis den Karlspreis für die „Einigung Europas“ verschafft. Seis drum. Na ja, dann hat er aber gemeinsam mit Karamanlis GR in die EWG getreten. Hm … das wiegt schwer. Und später hat Simitis GR in den EURO gesperrt. Das ist zuviel, dann nehme ich alles zurück. Kein Fries. Der Ehrendoktor der Universität Athen ist genug für ihn.

  2. Heinz
    17. Oktober 2014, 17:06 | #2

    Fakt ist, dass Helmut Schmidt weltweit anerkannt ist und als aufrechter und vor allem hoch anständiger Politiker in die Geschichte eingehen wird. Er ist für viele ein positives Besispiel, für manche, siehe hier, wohl ein rotes Tuch. Sein Mut und seine Entscheidungsfreude sind legendär. Samaras hat von alledem, als griechischer Premier, nichts.

  3. V 99%
    17. Oktober 2014, 23:23 | #3

    Wenn man bei der eigenen Namensgebung nicht mal ein halbes Prozent Phantasie und Entscheidungsfaehigkeit zeigen kann, sollte man Menschen wie Helmut Schmidt, die in einem Atemzug mit Namen, wie Otto von Bismarck, Walther Rathenau und Winston Churchill genannt werden, etwas mehr Respekt entgegenbringen, auch wenn es nicht zum selbsternanntem Feindbild passt.

  4. herbert
    18. Oktober 2014, 02:31 | #4

    Ich wüsste wirklich nicht, worüber man über Helmt Schmidt meckern könnte. Er hat in vielen Bereichen Rückgrat bewiesen und wahrhaftig dem deutschen Volke nicht geschadet. Deswegen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung. die ich auch im Sinn Griechenlands nur unterstützen kann.

  5. Windjob
    18. Oktober 2014, 14:37 | #5

    Helmut Schmitt ist für mich einer der herausragensten Politiker dieser Zeit. Vielleicht sollten sich einige griechische Politiker ein Beispiel an ihm nehmen. Könnte nicht schaden.

  6. GR-Block
    18. Oktober 2014, 19:34 | #6

    Schmidt ist heute sicherlich eine respektable, weitblickende Persönlichkeit unserer Zeit. In seiner aktiven Laufbahn aber war er ein konservativer Sozialdemokrat und NATO-Falke, der so gar nicht in seine Zeit passte. Eine Zeit der politischen Umwälzungen im Westen. Als Amerika sich aus Korea und Vietnam zurückzog, als amerikanische Regime in Portugal und GR gestürzt wurden, als der Visionär Willi Brand seine ganz eigene Entspannungspolitik mit dem Osten begonnen hatte und zauderte bei der Einführung des Radikalenerlasses gegen Kommunisten im öffentlichen Dienst.
    Wir erinnern uns an die offenen Intrigen gegen den Visionär, an die Tränen von Egon Bahr, als Herbert Wehner bei dessen Sturz heuchelte: „Wir lieben ihn alle.“ Wir erinnern uns an die demütigende Machtübergabe an den Washington hörigen Konservativen, an die Verabschiedung der Entspannungspolitik, an Schmidts Initiative für die spätere NATO-Doppelzüngigkeit, an die Installierung von Pershing II und Cruise Missile, selbstverständlich, wie bei der Wiederbewaffnung, gegen den ausdrücklichen Wunsch des deutschen Volkes. Längst sang die Parteibasis über die SPD mit Gilbert Becaud: „Du läßt dich gehn, du läßt dich gehn.“

    Ob das alles dem deutschen Volke nicht geschadet hatte, sei dahingestellt. Schließlich schadet eine erzieherische Ohrfeige einem Kind auch nicht, oder? Letztendlich muss das Kind später selbst darüber entscheiden. Immerhin wählte ihn die SPD-Basis nie zum Parteivorsitzenden und die Deutschen etablierten, wegen seiner strikten pro-AKW-Politik, so quasi als Anti-Schmidt-Maßnahme, im Parlament die Grünen. Als die SPD sich zunehmend gegen seine Doppelzüngigkeit durchsetzte, nützte ihm sein geheucheltes „Liebe Genossen …“ nichts mehr. Er wurde kurzerhand von der FDP (i.A.) gestürzt.

    Nach der US-amerikanisch initiierten Junta in GR, hatte Schmidt gemäß deren geopolitischer Pläne der Demokratisierung des Landes nur Hindernisse in den Weg gestellt. Er unterstützte aktiv den vorgezeichneten Weg des Landes in NATO und EWG. Und zwar gemeinsam mit Parteiführern aus ND und PASOK, aber gegen den ausdrücklichen Wunsch des griechischen Volkes. Das alles haben wir Griechen nicht vergessen. Vielleicht sollte auch das deutsche Volk seine politisch verordnete Amnesie ablegen und wieder sein historisches Auge öffnen. Denn Europa braucht Alternativen.
    Ein Helmut Schmidt hat das übrigens längst erkannt … jetzt, aus der politischen Distanz. Dafür soll er ruhig seinen Doktor erhalten. Immerhin hat er fast 30 Jahre dafür geforscht. Er musste den Siegeszug Kohl’scher und Mitterand’scher imperialer Wirtschaftspolitik mit ansehen. Er sah wie aus der Idee des „Europa der Regionen“ wieder eins der Großmächte (FUKG) wurde. Als, wie schon 50 Jahre zuvor, Kriminalität zum Gesetz erhoben wurde, indem plötzlich Korruption ins benachbarte Ausland steuerlich absetzbar wurde. Seitdem, erlebt er, „… kommt es nur darauf an, was hinten heraus kommt“. Und es sind nur die Völker die etwas vorne reinstecken. Fast 30 Jahre lang studierte er wie letztendlich der wirtschaftliche Absturz Europas und der Aufschwung der EU der Bänker und Konzerne vorbereitet wurde. Ironie der Geschichte: Die Fundamente dafür hatte er gemeinsam mit Valéry Giscard d’Estaing selbst gelegt (Europäisches Währungssystems und Europäische Währungseinheit, ECU). Ja damals, als das Nachkriegs-Europa noch jung und naiv war. Als politischer Zentralismus verpönt und kulturelle Diversifizierung „in“ waren.
    Vielleicht nützen uns ja die Erkenntnisse seines langjährigen Studiums. Die Tatsache, dass ein Antonis Samaras das so sieht, macht mich allerdings misstrauisch. Aber wer ist der schon. Und wer bin ich überhaupt, dass ich mir über einen geachteten, Medien-gewandten deutschen Publizisten eine eigene Meinung erdreiste, anstatt gefälliges Mediengeschwätz wiederzukäuen, etwa ein phantasieloser einsamer GR-Block im Griechenland-Blog, nein!

  7. Team
    19. Oktober 2014, 00:46 | #7

    Sorry wegen des Moderationsfehlers: kaum werden (atypisch) mal ein, zwei aus- / abschweifende Kommentare freigeschaltet, hat man gleich wieder das volle Programm à la „Tante Ernas Kaffe- und Diskussionskränzchen“ am Hals 😡

    PS: Da einige Leser offensichtlich nicht zwischen „Blog“ und „Block“ zu differenzieren vermögen, sei zum wiederholten Mal ausdrücklich betont, dass der unter dem Pseudonym „GR-Block“ kommentierende Leser in keinerlei Weise in den Betrieb oder gar die Administration dieses Blogs involviert ist!

  8. GR-Block
    19. Oktober 2014, 03:29 | #8

    Hey dream team, jetzt verleugnen Sie mich schon zum zweiten mal. Demnächst wollen mich die Hardliner unter den Bloggern noch ans Kreuz nageln, und anders als bei meinem Vorgänger wird kein Hahn nach mir krähen. Einverstanden, ich stimme Ihnen zu, dass es in Anbetracht der ausgelösten Unruhen, jetzt nicht ratsam wäre, mein Pseudonym in „GR-Blog“ abzuändern. Es könnte ein falscher Eindruck entstehen.
    A propos, ich habe für meinen letzten Kommentar meinen Gehaltsbonus noch nicht erhalten.
    Beste Grüße, Ihr
    GRRRR – Blockkk

  9. Ronald
    19. Oktober 2014, 20:30 | #9

    Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr. Helmut Schmidt hat 24 Ehrendoktorwürden erhalten. Da muss man den von der Uni Athen doch nicht ausschweifend diskutieren.

Kommentare sind geschlossen