Explosion der Schulden an Finanzämter und Kassen in Griechenland

21. Oktober 2014 / Aufrufe: 1.801

Die fälligen Verbindlichkeiten an Finanzämter und Versicherungsträger in Griechenland haben inzwischen rund 90 Milliarden Euro erreicht.

Die fälligen Schulden an Finanzämter und Versicherungskassen in Griechenland sind in eine schwindelerregende Höhe geschossen. Die Bürger haben entweder kein Geld, um ihre Verbindlichkeiten zu begleichen,  oder sie warten die Inkraftsetzung der von der Regierung versprochenen neuen günstigen Regelungen ab, die eine Begleichung der Schulden in 72 bis 100 Raten vorsehen.

Was letzteres betrifft, hat das verzögerte „grüne Licht“ von Seite der Troika zu einer neuen Explosion der fälligen Verbindlichkeiten geführt, die inzwischen 90 Mrd. Euro tangieren, und wenn nicht umgehend etwas geschieht, wird es sich um eine tickende „Bombe“ handeln.

Verbindlichkeiten stiegen innerhalb nur eines Monats um 1,4 Mrd. Euro an

Noch schlimmer ist aber inzwischen die Lage bei den Versicherungskassen, wo niemand Beiträge zahlt. Laut den am 17 Oktober 2014 bekannt gegebenen Daten erreichte die Anzahl der Arbeitgeber, die dem Versicherungsträger IKA Beiträge der Periode ab 01/01/2013 und nachfolgend schulden, mittlerweile 549.151 und stieg damit im Vergleich zu August 201 um 20.683 und im Verhältnis zu April 2014 um 120.695 an (damals waren es insgesamt 428.456).

Gemäß den Angaben der IKA waren in die „beständige“ Regulierung der Verbindlichkeiten nur 18.056 Schuldner eingegliedert (3,28% der gesamten Anzahl der Arbeitgeber, die Beiträge schulden). Einen Anstieg zeigt aber auch die Anzahl all jener, die alte Beiträge (bis 31/12/2012) schulden. Ihre Anzahl erreichte im September 470.027, gegenüber 384.401 im April, während sich nur 22.652 bzw. 4,82% weiterhin in einer Regelung befinden und ihre Raten zahlen. Es sei angemerkt, dass viele der in Rede stehenden Schuldner sowohl in der Liste der Schuldner bis 31/12/2012 als auch in den nach dem 01/01/2013 erstellten Listen enthalten sind.

Die Verwaltung der Kasse ist in den 9 ersten Monaten des Jahres zu 4.959 Pfändungen beweglichen Vermögens, 796 Immobilienpfändungen und 667 Zwangsversteigerungen geschritten und signalisiert damit, dass es für all jene, die ihre Verbindlichkeiten nicht in Ordnung bringen, auf entsprechende Weise weitergehen wird.

Tausende Widersprüche bei den Verwaltungsgerichten

Bei den griechischen Verwaltungslandgerichten sind derzeit 319.226 Fälle anhängig, die sich gegen Geldstrafen und Strafsteuern richten. 15.492 Fälle sind allein innerhalb eines einzigen Quartals hinzugekommen. Bei dem Obersten Verwaltungsgerichtshof wiederum warten 5.400 Fälle auf ihre Verhandlung, wobei sich 2.376 Fälle auf Differenzen mit dem Finanzministerium beziehen, die einen Streitwert von 10.000 Euro nicht übersteigen!

Ebenfalls sind bei den Landgerichten 2.813 Konkursanträge anhängig, von denen 146 im letzten Quartal eingereicht wurden, während bei den Berufungsgerichten weitere 39 Fälle auf ihre Verhandlung warten.

(Quelle: Büchse der Pandora)

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