Endlich eine gerechte Steuererhöhung in Griechenland!

11. Oktober 2014 / Aktualisiert: 11. Oktober 2014 / Aufrufe: 949

Der Haushaltsentwurf 2015 in Griechenland sieht zusätzliche Steuern von 1,735 Mrd Euro vor, wozu auch die Besteuerung bisher steuerfreier Sachleistungen beitragen soll.

Bravo an Frau Katerina Savvaidou (Generalsekretärin für öffentliche Einnahmen des Finanzministeriums in Griechenland) und die „Stars“ ihres Stabes: Sie haben die Besteuerungsmaterie gefunden um unseren supereffizienten Staat zu finanzieren.

RÜCKWIRKEND (Achtung: rückwirkend!) ab dem 01-01-2014 werden für die Arbeitnehmer des privaten Sektors die Aufwendungen, welche die Firmen für Firmentelefone, die Benutzung von Firmenfahrzeugen, die Deckung der Aufwendungen für private Kindergärten usw. übernehmen, als Einkommen besteuert!

Zusätzliche Steuern, um staatliche Goldkäfer durchzufüttern

Es sei klargestellt, dass ich der Erste wäre, der diesem Beschluss applaudieren würde, wenn die in Rede stehenden Gelder in einer „Spardose“, sprich auf einem Konto zu Gunsten der Arbeitslosen gesammelt werden würden (um z. B. den Zeitraum der Gewährung der Arbeitslosenhilfe zu verdoppeln). Aber dass sie dafür draufgehen, die über hundert nutzlosen Träger zu unterhalten, die der „Große-wir-haben-es-zusammen-verprasst-Pagkalos“ geschlossen hätte und die immer noch in Betrieb sind, also nein, das ist provozierend. Und dass sie dafür draufgehen, die Mieten für die Büros der öffentlichen Bediensteten zu bestreiten, das ist verrückt: ADEDY und Regierung sind sich einig, dass seit 2008 die Anzahl der öffentlichen Bediensteten um 25% reduziert wurde, jedoch wurde nicht einmal ein halbes öffentlich angemietetes Gebäude aufgegeben. Warum?

Ich verstehe die Reaktion einiger Leser. „Hey Du, Industriebonze, Du willst Deinen Firmenwagen und Dein Firmentelefon behalten, während ich darum kämpfe, mit 600 Euro ‚über die Runden‘ zu kommen und mein Nachbar arbeitslos ist.“ Aber, liebe Freunde, wir sind ALLE Opfer der selben Mentalität des verschwenderischen Parteistaats. Sowohl Du, der Du arbeitslos bist (und gerne würde ich zusätzliche Steuern zahlen, damit sie an Dich gehen), als auch Du, der Du 12 Stunden für einen Hungerlohn schuftest, und auch ich, dessen Einkommen respektabel bleibt, sich jedoch wegen der Überbesteuerung auf dem Niveau von 2004 (und nicht 2014) befindet. Diese Mentalität der Aufrechterhaltung nutzloser Strukturen (wie des Organismus für die – schon seit 1930 abgeschlossene – Trockenlegung der Kopaida- Ebene), nutzloser Vorstände, Sitzungsvergütungen für die Abgeordneten, der Anmietung zahlloser Gebäude, „zwingt“ die „Leuchten“ des Finanzministeriums, sich der leichten Lösung zuzuwenden: Nämlich erneut uns, das Steuervieh des privaten Sektors zu besteuern, damit sie die Goldkäfer des Staates durchfüttern können.

Alle sind gleich, manche jedoch gleicher …

Liebe Frau Savvaidou, trotz meines Zorns werde ich freudig die zusätzlichen Steuern zahlen, allerdings unter der klaren Voraussetzung, dass auch für die Abgeordneten und Generalsekretäre und Minister und Organisationspräsidenten die Nutzung eines staatlichen Telefons und Pkw AUCH durch sie als Einkommen betrachtet wird. Warum ist die Nutzung eines Pkw für mich ein Luxus und für Sie nicht? (Ich übergehe, dass die meisten Generalsekretäre sich eines Chauffeurs bedienen, ihnen also auch dessen Besoldung als Einkommen angelastet werden müsste.) Ach ja, und für die Generäle, Brigadekommandeure, Korvettenkapitäne, Präsidenten der höchsten Gerichte usw. soll die Nutzung eines staatlichen Pkw auch als Einkommen betrachtet werden. Aber neeeee, was sage ich da? Sollen etwa die Uniformträger besteuert werden, also jene, die „auf Befehl (des Premierministers) Samaras'“ rückwirkend ihre Gehaltskürzungen erstattet bekommen werden? Ich bin wohl naiv?

PS 1: Ich denke, die „Experten“, die diese Maßnahme vorgeschlagen haben, von unseren Steuern bezahlt werden, und werde krank.

PS 2: Hey Experten, wenn Euch die gewünschte Zahl nicht „aufgeht“, hier andere äquivalente (welch ekelhafter Neologismus) Maßnahmen.) Manche Firmen geben ihren Angestellten Coupons für kostenlose Mahlzeiten. Besteuert sie. Andere wieder – übergeschnappt spendabel – geben sogar kostenlos Kaffee. Also los!

PS 3: Von Juristik habe ich keine Ahnung, aber ich frage: Ist die rückwirkende Einkommensbesteuerung ab Januar bis August 2014 rechtmäßig? Ist nur eine Überlegung von mir, alle zusammen zu klagen.

PS 4: Selbiger Staat ist es, der die Kinderschutzorganisation „Hamogelo tou Paidiou“ mit 95.000 Euro ENFIA besteuert, und zwar im selben Moment, wo der Staat nicht 85.000 bedürftige Kinder ernährt, denen jedoch HAMOGELO JEDEN TAG Mahlzeiten gibt.

PS 5: Mit einer neueren Bekanntmachung nimmt das weise YP.OIK. die Nutzung von Mobiltelefonen von der zusätzlichen Besteuerung aus. Vielleicht hat irgendein „Experte“ begriffen, dass „Firmentelefone“ auch die Fahrer, die Milch ausliefern, die Verkäufer, die Produkte an Supermärkte liefern, und andere überprivilegierte private Arbeitnehmer benutzen.

(Quelle: protagon.gr)

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