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Das schmerzhafte Ende der Illusionen in Griechenland

16. Oktober 2014 / Aktualisiert: 25. Februar 2016 / Aufrufe: 2.657

Mit der vollmundig propagierten Loslösung Griechenlands von dem Memorandum hat die Regierung Samaras das genaue Gegenteil erreicht.

Es bedurfte gerade einmal zweier Tage, um alles, was in den letzten vier Jahren – recht oder schlecht – aufgebaut worden war, in die Luft zu sprengen. Eine Meinungsumfrage die in Griechenland am vergangenen Montagabend in einer Sendung des TV-Senders Mega das Licht der Öffentlichkeit sah, war der Funke, der den Brand erneut anfachte.

Die internationale Gemeinschaft verstand das Spiel sofort: Der von der Unzufriedenheit des Volkes „umzingelte“ Premierminister Antonis Samaras versucht, früher aus dem Memorandum herauszukommen, um bei den anstehenden Wahlen eine gewisse Chance gegenüber Alexis Tsipras zu haben, der mit Schwung kommt, um ihn „auseinanderzunehmen“.

Die perfekte Sackgasse

Wenn Antonis Samaras es schafft, wird die Wirtschaft ein Problem haben, da die Ausländer einem Griechenland außerhalb eines Memorandums noch nicht vertrauen, also … alles zusammenfällt. Wenn Alexis Tsipras es schafft, werden sie sich einfach zurückziehen, wie gestern von der griechischen Börse, da das Griechenland ohne Memorandum noch vor Weihnachten zu einem … Albanien werden wird. In beiden Fällen werden somit die kommenden Monate außerordentlich schwierig für ein Volk sein, von dem ein großer Teil sich 30 Jahre lang daran gewöhnte, Leistungen zu genießen ohne dafür zu arbeiten und permanent etwas mehr zu fordern – mit dem Ergebnis, dass es heute so antwortet, wie es bei den telefonischen Meinungsumfragen antwortet.

Die Rendite der 10jährigen griechischen Staatsanleihe schloss gestern mit 7,863% ab und verzeichnete einen Anstieg von über 10% gegenüber vorgestern und machte damit jeden Gang Griechenlands an die Finanzmärkte und folglich seine Loslösung von dem Memorandum unerreichbar. Die Athener Börse stürzte den zweiten aufeinanderfolgenden Tag ab, wobei rund 7 Mrd. € „verbrannt wurden und ungefähr 1 Mrd. € ins Ausland abfloss.

Damit sind die Dinge nunmehr außerordentlich simpel: Es ist völlig unmöglich, mit welcher Regierung auch immer aus dem Memorandum auszusteigen, da Griechenland sich – genau wie auch im Mai 2010 – auf den Märkten kein Geld leihen kann um populistische Maßnahmen ergreifen zu können. Somit wird Griechenland – gleich welche Regierung gewählt werden wird – im Memorandum verbleiben müssen, außer es riskiert den Ausstieg und verlässt sich allein auf den spärlichen und angezweifelten Primärüberschuss seiner Wirtschaft. Geht im zweiten Fall etwas schief, gibt es immer noch die Lösung der … geschlossenen Tankstellen.

Gestern fand am frühen Nachmittag im Büro des Premierministers Antonis Samaras ein kleine außerordentliche Sitzung mit seinen absolut treuen Mitarbeitern statt; und ein Telefonat an das Kanzleramt …

(Quelle: sofokleous10.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Ronald
    16. Oktober 2014, 15:29 | #1

    Der erste Artikel, der die Situation Griechenlands so beschreibt, wie sie sich für mich auch darstellt. Schade, dass ein ganzes Land kollektiv das Sackgassenschild am Beginn der Straße ignoriert hat.

  2. Lentz
    16. Oktober 2014, 20:45 | #2

    Der Euro ist für alle eine Katastrophe. GR ist auf der TITANIC lediglich ein paar Stockwerke tiefer.

  3. GR-Block
    16. Oktober 2014, 23:35 | #3

    Die merkwürdigsten Hypothesen werden hier im Blog immer wieder wiedergekäut. Als ob man durch Wiederholung einen falschen Sachverhalt wahr machen könnte. Der Artikel möchte die Ausweglosigkeit in den Köpfen festschreiben, damit keiner auf dumme Gedanken kommt. Genauso unmöglich beschrieb man nach 1981 den Wiederaustritt aus der EWG. Unmöglich war nach 1993 der Austritt aus dem Maastrichter Binnenmarkt und unmöglich war es nach 2002 den EURO zu verlassen. Der Weg in die Memoranden war eine Einbahnstraße, sagte man, und wer jetzt SYRIZA wählt führt uns unweigerlich ins Verderben.
    Blödsinn! Die Griechen hatten alle jene geschichtlichen Ereignisse mit der Abwahl der damaligen Regierungen geahndet und sich trotzdem nie durchsetzen können. Die Welt brach nie zusammen. Jedes mal lernten sie stattdessen eine andere, kuriose Variante des Kapitalismus kennen, die manche Demokratie nannten. Jetzt ist die Radikal-Sozialdemokratische SYRIZA dran. Ja und? Und wenn die Griechen wütend aufstampfen. Das System wird weiterhin stabil bleiben, wie ein Kaugummi an der Schuhsohle. Anstatt dass man es los wird, macht es sich breit. Der EURO kann nix dafür. Er war nur ein wichtiger Indikator für die Schieflage des Binnenmarktes. In wirklich kann GR den Maast-nicht-vertragen. Der nützt nur den FUKG-US Staaten.

  4. Lentz
    17. Oktober 2014, 11:09 | #4

    Der Euro ist das Grundübel. Unterschiedliche Volkswirtschaften in einer Währung zusammenzufassen, das ist das Problem. Lange Jahre hat das Europäische-Währungs-System funktioniert. Jedes Land hatte seine erforderlichen Freiheiten. Diese wurden den Staaten mit dem Euro genommen.

  5. gr-klaus
    17. Oktober 2014, 11:17 | #5

    14.10.14 meldete dieser Blog, dass Syriza in der aktuellen Meinungsumfrage von GPO mit 26,7% weit vorne liege. Zusammren mit den 5,7 % für KKE ist rechnerisch eine linke Regierungs-Mehrheit, WENN beide zusammen noch 1,3 % zulegen (mit den 50 Sitzen für die stärkste Partei). Die vorigen Kommentatoren haben die Sackgasse und Ausweglosigkeit herausgestellt, in der sich auch eine solche linke Regierung unweigerlich wiederfinden wird.

  6. Catalina
    18. Oktober 2014, 00:18 | #6

    Die KKE würde eher mit der ND koalieren als mit der SYRIZA. Wenn man Papariga, Koutsoumbas und Co. hört, gibt es nur einen Feind: SYRIZA. Das Ganze ist lachhaft, wenn es nicht so traurig wäre. Die KKE drückt sich seit Jahren um jegliche Regierungsverantwortung. In der Opposition kritisiert es sich halt leichter …

  7. Götterbote
    18. Oktober 2014, 12:38 | #7

    Ich wundere mich immer wieder über die Leute, die dem Euro die Schuld geben. Der Euro hat erst einmal überhaupt keine Schuld an dem Problem, sondern die Geldpolitik der Regierungen. Ein Staat ist bei den Banken nichts anderes, als eine Privatperson oder ein Unternehmen: ein Kreditnehmer. Diesen gilt es vor der Kreditvergabe zu überprüfen. Wenn ich das als Kreditgeber nicht tue, habe ich u.U. ein Problem. Und der Kreditnehmer, der glaubte, er könnte bis in alle Ewigkeit weiter konsumieren und sich die Taschen vollstopfen, der bekommt ein Problem, wenn er auf einmal kein Geld mehr erhält, dass er zum Überleben jedoch dringend benötigen würde. Der Euro ist also nicht schuld, sondern der Umgang beider Parteien bei der Kreditvergabe. Es ist egal, ob unterschiedlich starke Volkswirtschaften mit der gleichen Währung arbeiten. Das gibt es schließlich schon seit vielen Jahren in verschiedenen Ländern, viele Dritte-Welt-Länder haben den US-Dollar als offizielle Währung und auch Montenegro führt den Euro. Trotzdem würde keine Bank auf die Idee kommen, die mit Geld zu überschütten, sondern passt die Zinsen den Begebenheiten an, so wie es bei jeder Kreditvergabe der Fall ist und so wie die Banken nach Beginn der Krise die Zinsen für Griechenland entsprechend angepasst haben. Und statt wie jeder anständige Kreditnehmer sich in einem solchen Fall zu benehmen und bei sich selbst anzufangen zu sparen, versucht der griechische Staat weiterhin auf großem Fuß zu leben und quetscht seine Verwandtschaft mit Hilfe seiner drei Freunde Troika, EU und IWF, in diesem Fall die eigene Bevölkerung aus und verschlimmert das Problem nur noch weiter.

  8. Ingrid
    18. Oktober 2014, 16:54 | #8

    Solange die Politiker, die Regierung nicht das tun, wozu sie eigendlich gewaehlt wurden – die Interessen des Volkes zu vertreten, fuer Arbeitsplaetze und soziale Sicherheit zu sorgen – kann und wird es niemals ein gutes Ende nehmen. Ein Staat ist kein Selbstbedienungsladen. Es gehoert eine sehr grosse Verantwortung dazu. Die scheint jedoch niemand mehr zu interessieren. Das Wort Demokratie wird verhoehnt. Zur Demokratie gehoeren Rechte und Pflichten eines jeden Buergers, egal wer er ist, egal welchen Titel er traegt. Dies gilt auch fuer den Beitrag „Gefaehrliche Panik der Regierung in Griechenland.

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