Wie sehr die Krise in Griechenland Leben und Ansichten änderte

8. September 2014 / Aktualisiert: 11. August 2020 / Aufrufe: 1.662

Eine aktuelle Meinungsumfrage zeigt, wie sehr in Griechenland die fünf Jahre der Krise das Leben und die Ansichten der Bürger beeinflusst haben.

Eine große Untersuchung der Kapa Research zeigt eine katalytische Auswirkung der fünfjährigen Wirtschaftskrise auf die Ansichten in der griechischen Gesellschaft: Nach dem ersten Schock scheint eine Prozess der Anpassung gefolgt zu sein und neue Ansichten über die Wirtschaft, den Staat, die Beschäftigung und die Produktion gestaltet zu haben.

Laut der Sonntagsausgabe der Zeitung „Vima“ zeigen sich die Haushalte in der Untersuchung des diesjährigen Septembers im Vergleich zu der entsprechenden Untersuchung im Februar vergangenen Jahres bezüglich der Entwicklung ihrer Finanzen weniger pessimistisch.

Das Militär genießt das größte Vertrauen, die Medien das geringste

Was die Situation der griechischen Wirtschaft betrifft, schätzen 40,5% der Befragten ein, die Lage verschlimmere sich, 34,1% meinen, sie bleibe die selbe, und 25,1% denken, sie verbessere sich. Die Untersuchung verzeichnet auch eine Veränderung bei den Konsumangewohnheiten, dem Vertrauen in die „traditionellen Institute“ und den Einschätzungen darüber, welche wirtschaftlichen Aktivitäten am meisten zum Aufschwung beitragen könnten. Auf die Frage, welche gesellschaftliche-berufliche Gruppe mehr zur Entwicklung des Landes beizutragen vermag, benennen 73,8% die Bauern, 72% die Unternehmer und 64,1% die Reeder.

Auf die Frage, welcher Institution sie bezüglich des Fortschritts und des Wohlstands des Landes mehr vertrauen, benennen 43% das Militär, 40% die Unternehmen und 33,7% die Polizei. Auf der Gegenseite liegen die Massenmedien (1,9%), die Gewerkschaften (5,7%) und die Parteien (7,6%). Ebenfalls betrachten 79,1% der Befragten die Schaffung von Arbeitsplätzen als Hauptpriorität des Landes.

* Die landesweite Erhebung erfolgte im Zeitraum 27 August – 03 September 2014 an einem Muster von 1.609 Personen. Maximaler Fehler 2,44%, bei einer Vertrauensspanne von 95%.

(Quelle: in.gr)

  1. Hexe
    10. September 2014, 10:19 | #1

    Wenn die Griechen in erster Linie auf das Militär setzen, dürfte wohl eine Militärdiktatur nicht mehr weit sein.

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