Russisches Embargo kommt Griechenland teuer zu stehen

3. September 2014 / Aktualisiert: 19. Mai 2018 / Aufrufe: 850

Der bisherige Schaden für die griechische Wirtschaft aus dem russischen Embargo wird auf bereits 50 – 100 Millionen Euro veranschlagt.

Gemäß den konservativsten Schätzungen von Marktfaktoren hat die griechische Wirtschaft aus dem russischen Embargo bisher einen Schaden von wenigstens 50 Millionen Euro erlitten. Früchte, Fische und Transportunternehmen sind die ersten Opfer der von Wladimir Putin verhängten Maßnahmen.

Wie die Zeitung „Ta Nea“ berichtet, liegt dagegen die extreme Schätzung bezüglich der Verluste für die griechische Wirtschaft bei 100 Mio. Euro, und zwar mit der Aussicht, angesichts der Tatsache weiter zu steigen, dass nun die Exportsaison für diverse Agrarprodukte beginnt.

Die Maßnahmen Brüssels werden als ineffizient betrachtet

Eine Bewertung der bisherigen Situation hinsichtlich der letzten Entwicklungen bei den europäisch – russischen Handelsbeziehungen erfolgte am 01 September 2014 im Rahmen einer Konferenz des Koordinationsausschusses für Extrovertiertheit im Entwicklungsministerium unter Leitung des Staatssekretärs Notis Mitarakis, unter Teilnahme der Generalssekretäre von sechs Ministerien, die jene Branchen vertreten, die bereits beeinträchtigt sind (Landwirtschaft) oder in Gefahr laufen, beeinflusst zu werden (z. B. Tourismus), so lange die Krise zwischen Moskau und dem Westen sich fortsetzt.

Außer den Früchten, wo der Schaden für Griechenland ungeheuer war, erlitt einen schweren Schlag auch die Fischzucht, wo die Preise einem großen Druck ausgesetzt sind (es sei in Erinnerung gerufen, dass der griechische Fisch vor der Krise 10% des russischen Konsums ausmachte). Was die Transportfirmen betrifft, ist auch für diese der Schlag sehr groß, da vor dem Embargo jeden Tag ungefähr 220 Lastwagen auf alltäglicher Basis die Strecke Griechenland – Russland befuhren.

In Zusammenhang mit den bisher von Brüssel bekannt gegebenen Maßnahmen bezüglich der (subventionierten) Abschöpfung einer Reihe von Produkten betrachten Marktquellen diese als ineffizient. Zumindest derzeit scheinen diese Maßnahmen nicht effizient den Umständen des Überangebots landwirtschaftlicher Produkte zu begegnen und die fallende Tendenz bei den Preisen zu verstärken, mit den sichtbarsten Auswirkungen im europäischen Süden.

Gesteigerte Pfirsich-Exporte trotz Embargo, Rückgang russischer Touristen

Was das spezielle Thema der griechischen Pfirsich-Exporte betrifft, sind die bisher exportierten Mengen trotz des russischen Embargo letztendlich höher als im Vorjahr ausgefallen. Dies ändert allerdings nichts daran, dass mit der Verhängung des Embargos erheblich Mengen an Pfirsichen (wie im übrigen auch anderer Produkte), die sich entweder bereits auf dem Weg nach Russland befanden und abgewiesen wurden, oder aber zum Transport bereitstanden, schließlich verdarben bzw. „entsorgt“ werden mussten.

Gemäß den Angaben, die bei der vorstehend erwähnten von dem Staatssekretär Notis Mitarakis geleiteten Konferenz erörtert wurden, belaufen sich in diesem Jahr die Pfirsich-Exporte bis zu diesem Moment auf 141.000 Tonnen, gegenüber 112.000 Tonnen im vergangenen Jahr, und nur 1.000 Tonnen sind dem Programm für die Abnahme im Inland zugeführt worden. Trotz allem scheinen die Einnahmen der Pfirsichproduzenten jedoch niedriger auszufallen, da die russisch-ukrainische Krise den Seit Beginn des Jahres 2014 Druck auf die Preise verstärkt.

Um den griechischen Agrarprodukten einen Ausweg zu öffnen, streben das Entwicklungsministerium und das Außenministerium innerhalb des Jahres 2014 die Unterzeichnung bilateraler Abkommen mit Ländern wie Indien, China und Korea an. Abgesehen von den Pfirsichen haben die Krise, aber auch allgemein die auf dem russischen Markt herrschende Situation nebst dem großen Rückgang des Kurses des Rubels erhebliche Auswirkungen auf die Exporte griechischer Pelze, und auch die Ankünfte russischer Touristen in Griechenland sind von 1,3 Mio. im vergangenen Jahr auf 1,2 Mio. in diesem Jahr gesunken.

Dass die Hoffnungen auf ein Einlenken Russlands bezüglich des Importstopps für griechische Agrarprodukte sich letztendlich nicht bestätigten, bedarf keiner weiteren Erläuterungen.

(Quelle: sofokleousin.gr, zougla.gr)

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