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Rücktritt des Botschafters Griechenlands in Berlin

25. September 2014 / Aufrufe: 1.451

Griechenlands Botschafter in Berlin legte 24 Stunden nach dem Treffen des griechischen Premierministers Antonis Samaras mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sein Amt nieder.

Der Rücktritt des griechischen Botschafters in Berlin, Panagiotis Zografou, am vergangenen Mittwoch (24 September 2014) schlug wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein und stellte ein völlig unerwartetes Ereignis dar, zumal der 60-jährige Diplomat zu Premierminister Antonis Samaras sowohl politisch als auch verwandtschaftlich in einem sehr engen zu Verhältnis stand.

Der Rücktritt des Botschafters kam 24 Stunden nach dem Besuch des griechischen Premierministers in Berlin und alles zeigt, dass sein Rücktritt primär auf diesem (Besuch) beruht – und zwar, wie gemutmaßt wird wird, weil Athen seit geraumer Zeit mit ihm unzufrieden war: Das Außenministerium lastete dem Botschafter an, ein unzureichendes Bild über die Absichten und Pläne der deutschen Regierung zu geben.

Ausschluss des Botschafters von der Delegation in Berlin

Dieses Missfallen äußerte sich in dem – in den Annalen der Diplomatie beispiellosen – Ausschluss des Herrn Zografou von der Delegation unter dem griechischen Premierminister bei dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 23 September 2014. Der Höhepunkt war – immer den selben Informationen zufolge – eine heftige verbale Auseinandersetzung mit dem engen Mitarbeiter des Herrn Samaras, Chrysanthos Lazaridis, in der Lobby des Berliner Hotels Hilton kurz vor der Abreise der Delegation nach Athen.

Laut einem griechischen Diplomaten in Berlin, der über die Sache Bescheid weiß und anonym bleiben möchte, ist der Rücktritt des Botschafters endgültig und unwiderruflich: „Er wird den Rücktritt wie von der Diplomatenordnung innerhalb von 15 Tagen auch ein zweites Mal einreichen, damit er endgültig ist„. Dies bedeutet, dass die Amtszeit des Botschafters ungefähr zehn Monate vor dem vorgesehenen Auslaufen (im August 2015) endet.

Der Botschafter selbst dementierte, dass sein Rücktritt mit der Kritik in Zusammenhang stehe, die (Staatspräsident) Karolos Papoulias an den für den Bau des Gebäudes der griechischen Botschaft in Berlin Verantwortlichen ausübte. Bei seinem Besuch in der deutschen Hauptstadt vor ungefähr drei Monaten hatte der Staatspräsident erklärt: „Ich reise ein weiteres Mal von unserer im Bau befindlichen Botschaft in Berlin enttäuscht ab, einem Projekt, das inzwischen fertiggestellt worden sein müsste. Es ist immer noch abgeschlossen, es ist zu einer endlosen Geschichte geworden. Ich denke, dass die Verantwortlichen für diese große Verzögerung gesucht werden müssen.

Diplomatische Kreise in Athen zählen auch Herrn Zografou diesen „Verantwortlichen“. Der Diplomat wiederum kontert: „Völlig falsch, ich kam erst im April 2013 nach Athen. Außerdem untersteht die Baugesellschaft nicht dem Außenministerium, sondern anderen Bauämtern.“ Von deutscher Seite gab es noch keine Reaktion auf den Vorfall. Es gilt jedoch als sicher, dass dieser Rücktritt irreparabel das Bild der griechischen Diplomatie, aber auch das Profil des großen politischen Innovators „beschädigt“, das Herr Samaras bei seinem jüngsten Besuch in Berlin dem internationalen Publikum präsentierte.

(Quelle: To Vima)

KategorienPolitik
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  1. GR-Block
    25. September 2014, 14:17 | #1

    … dass dieser Rücktritt irreparabel das Bild der griechischen Diplomatie … beschädigt“ scheint mir etwas übertrieben. Denn das passierte eigentlich schon vor 5 Jahren, sodass wir heute kaum zu blamieren sind. Und „ist der Ruf erst ruiniert …“
    Samaras braucht jetzt in seiner persönlichen Karrierekrise dringend politische Unterstützung aus der EU, d.h. von Frau Merkel. Denn außer ihr interessiert sich sonst kein Europäer wirklich für ihn. Bevor sie ihm jedoch den Steigbügel hält, muss Merkel erst seine Loyalität prüfen.
    Ich denke der Herr Botschafter muss den Kopf für eine kürzliche Missachtung Merkel’scher Wünsche durch die Samaras’sche Regierung hinhalten.
    Aber was könnte das gewesen sein? Womit hat Samaras Merkel erzürnt? Hm … oh, sollte etwa GR demnächst doch noch das mehrfach angemahnte dritte Hilfspaket für die Subventionierung europäischer und amerikanischer Konzerne beantragen? Denn dies darf ja nach der reinen kapitalistischen Lehre gar nicht passieren, außer … ja außer man muss aus reiner Herzenswärme ein Land „retten“. Dann kann das dortige Bankensystem als offene Subventionswaschanlage für die EU genutzt werden. Mal sehen, wie uns das Herr Samaras erklärt.

  2. Catalina
    25. September 2014, 23:10 | #2

    Der Herr Botschafter hat wohl einmal zu oft von dem Besuch des Herrn Samaras bei Frau Merkel abgeraten. Er war strikt gegen diesen erneuten Besuch, da vorauszusehen war, dass Samaras mit „leeren“ Händen zurück nach Griechenland gehen wird, was sich ja schlußendlich auch bestätigt hat. Mehr als schöne Worte und einen Händedruck gab’s ja nicht. Stattdessen hat Samaras einmal mehr seinen Ruf als „Hündchen von Frau Merkel“ gefestigt. Ob ihm das bei zukünftigen Verhandlungen / Gesprächen mit der neuen Juncker EU-Kommission behilflich sein wird, darf stark bezweifelt werden. Herr Samaras lebt nicht mehr in der Realität, sondern in seiner eigenen Welt.

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