Griechenlands Verschuldung 2013 bei 319 Mrd Euro

14. August 2014 / Aktualisiert: 10. Oktober 2018 / Aufrufe: 910

Die öffentliche Verschuldung Griechenlands betrug Ende 2013 insgesamt 319 Milliarden Euro beziehungsweise 175 Prozent des BIP.

Die von den Analytikern Darvas, Sapi und Wolff für Griechenland (wie auch für Irland und Portugal) erfolgte Analyse der Tragfähigkeit der Verschuldung zeigt detailliert, wie viel Geld und wem genau das Land es schuldet.

Auf Basis der Untersuchung der Daten gelangt die Arbeit zu dem Schluss, dass die Verschuldung zwar gemindert ausfallen wird, die Wirtschaften Griechenlands und der beiden anderen wirtschaftlich „schwachen“ Länder aber auch weiterhin für negatives Wachstum, Primärbilanz und Zinsen anfällig bleiben, selbst wenn nicht die schlimmsten Szenarien berücksichtigt werden.

1/3 der griechischen Verschuldung entfällt auf Kredite der EFSF

Es ist zu sehen, dass sich fast 1/3 der griechischen Verschuldung auf Kredite der Europäischen Finanzstabilitätsfazilität (EFSF) bezieht (für das zweite Programm), die auf 99 und 35 Mrd. Euro bzw. zusammen 124 Mrd. Euro von den insgesamt 319 Mrd. Euro veranschlagt werden, wie auch aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich ist. Es folgen mit 53 Mrd. Euro die bilateralen Kredite mit der Europäischen Union und mit 38 Mrd. Euro die Titel der Europäischen Zentralbank und Nationalen Zentralbanken (EZB / NZB).

Greece: Stock and composition of gross public debt at the end of 2013 (in Mrd. €)
New bonds from the 2012 debt exchange 31
Hold outs 4
ECB/NCB holdings 38
Short-term securities 15
IMF loans 29
Bilateral EU loans 53
EFSF loans (PSI sweetener und accrued interest) 35
EFSF loans (2nd programme) 99
Others 15
Total 319
Total (% GDP) 175

Die neuen Anleihen, die sich nach 2012 ergaben, werden auf 31 Mrd. Euro veranschlagt, die Kredite vom Internationalen Währungsfonds (IWF) auf 29 Mrd. Euro. Die kurzfristigen Emissionen des Landes betragen 15 Mrd. Euro, die sogenannten „Holdouts“ 4 Mrd. Euro, während die Verbindlichkeiten an „Sonstige“ auf 15 Mrd. Euro geschätzt werden.

IWF prognostiziert beachtliches Wachstum ab 2015

Weiter wird mit der April 2014 ausgegebenen Prognose des IWF ab 2014 bis 2019 ein nominaler Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) erwartet. Ab 2020 und nachfolgend ergeht in den Prognosen für die Eurozone die Rede von einem jährlichen Anstieg von 3,1% bis wenigstens 2026. Was jedoch Griechenland, Irland und Portugal betrifft, existieren nicht genug Daten für eine solche Einschätzung, und zwar hauptsächlich wegen der schwachen Wirtschaften dieser Länder.

Nimmt man jedenfalls die Prognose des IWF für 2018 als Ausgangspunkt, wird der jährliche Anstieg in Griechenland, Irland und Portugal schrittweise zumindest bis 2022 bei 3,7% angelangen, was auch die Prognose für das spanische BIP ist, und für das gesamte Jahrzehnt 2020 auf diesen Niveaus bleiben wird.

Nominal GDP growth assumtions (% change compared to the previous year)
2014 – 2030
2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2030
Greece 0,1 3,3 4,8 4,8 4,7 4,5 4,2 4,0 3,7 3,7
Ireland 2,3 3,4 3,9 3,9 4,2 4,1 4,0 3,8 3,7 3,7
Portugal 2,0 2,5 3,6 3,6 3,7 3,7 3,7 3,7 3,7 3,7
Source: IMF World Economic Outlook April 2014 – 2019 and author’s assumptions from 2020 onward, as described in the main

(Quelle: Büchse der Pandora)

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