Griechenland: warum die Indizes sich nicht in der Wirtschaft reflektieren

18. August 2014 / Aufrufe: 688

Die verzeichnete Verbesserung der volkswirtschaftlichen Indizes in Griechenland reflektiert sich nicht in der realen Wirtschaft.

Die letzten volkswirtschaftlichen Daten zeigen eine zwar allmähliche, jedoch stabile Tendenz einer Verbesserung, die sich jedoch trotz allem nicht in der Vitalität der realen Wirtschaft in Griechenland abzeichnet, deren Basiszahlen sich – unter Ausnahme des Tourismus weiterhin im Krebsgang bewegen.

Die letzten auf die Rezession bezogenen Fakten (-0,2%% des BIP) zeigen, dass die Wirtschaft inzwischen den Boden des Fasses berührt hat, jedoch noch kein Anzeichen existiert, dass die aufsteigende Reaktion die erhoffte sein wird. Eine klare Verbesserung zeigen die Daten über die Ausführung des Haushaltsplans, wobei der primäre Überschuss bereits um 800 Mio. Euro über dem vorgesehenen Ziel liegt.

Mangelnde Finanzierung belastet die Wirtschaft zusätzlich

Auf Ebene der Arbeitslosigkeit zeigt die qualitative Untersuchung der Daten dagegen einen ständig zunehmenden Anteil Langzeitarbeitsloser, mit konstant negativen Folgen für die Bilanzen der Versicherungskassen. Negativ ist auch das Bild aus der qualitativen Analyse der Fakten bei der laufenden Handelsbilanz, da sich die anfängliche Verbesserung bei der Handelsbilanz mit einer Stärkung der Exporte und einem großen Rückgang der Importe in letzter Zeit rückläufig zeigt, was auf dem Phänomen der vorzeitigen Ermüdung der Exporte und der Stärkung der Importe in den Zweigen beruht, die eine gewisse Vitalität präsentieren.

Die von den Analytikern der Banken gegebene Interpretation ist, dass der produktive Rückgang der Wirtschaft den Verlust von Anteilen auf dem inländischen und ausländischen Markt zum Resultat hat. Am Basispunkt dieses Bildes befindet sich die inzwischen beharrliche strukturelle Schwäche der inländischen Weiterverarbeitung. Dieses Bild wird durch den Umstand beschwert, dass die Themen bezüglich der Finanzierung der Wirtschaft von Seite entweder des Fiskus mit seinen ungeheuren fälligen Verbindlichkeiten an den privaten Sektor oder der Banken mit ihren wegen der Stresstests und der „roten“ Kredite drastischen Einschränkung der Bewilligungen immer noch offen stehen. Diese Situation verlängert sich dadurch, dass es keinen erkennbaren zeitlichen Horizont für Lösungen gibt, die den erhofften Investitionen auf dem privaten Sektor freien Lauf lassen würden.

Eine wesentliche Rolle in diesem widersprüchlichen Bild der Wirtschaft zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor hat die Taktik gespielt, die das Finanzministerium (YPOIK) auch 2013 beibehalten hat und das zweite Halbjahr mit der Mehrzahl der steuerlichen Einnahmen „bepackte“, was natürlich einem (finanziellen) Aderlass in selber Höhe des privaten Sektors, der juristischen und natürlichen Personen entspricht. Resultat dieser Praxis ist, dass sich im zweiten Halbjahr 2013 eine – den Verhandlungen mit der Troika dienliche – klare Verbesserung der volkswirtschaftlichen Ziele präsentiert, die jedoch von einem Rückgang der Dynamik des privaten Sektors der Wirtschaft begleitet ist, der nur durch die „Finanzierungsspritze“ des Tourismus gemäßigt wird.

Jedenfalls ist anzumerken, dass der private Sektor und spezieller der Exportsektor zusätzlich durch die Auswirkungen der Krise in der Ukraine belastet werden wird, die direkt und indirekt die Geschäfte Griechenlands mit dem gesamten Markt Osteuropas und Russlands beeinflusst.

(Quelle: euro2day.gr, Autor: G. Angelis)

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