Steuervorabzug bei gelegentlicher Nebentätigkeit in Griechenland

29. Juli 2014 / Aufrufe: 471

Gemäß der neuen Steuergesetzgebung in Griechenland dürften Vergütungen gelegentlich erbrachter Dienstleistungen nicht dem 20-prozentigen Steuervorabzug unterliegen.

Mit dem Runderlass POL 1120/25.4.2014 (Thema: „Steuerliche Handhabung der Vergütungen, die für technische Dienstleistungen, Verwaltungshonorare, Vergütungen für beratende und ähnliche Dienstleistungen entrichtet werden„), mit dem Bestimmungen des Falls d, Par. 1 des Artikels 62 sowie auch des Falls d, Par. 1 des Artikels 64 des N 4172/2013 (Einkommensteuerordnung – KFE) bekannt gemacht werden, die sich auf die Einbehaltung von Steuern auf die obigen Vergütungen beziehen, stellen grundsätzlich klar, dass der Einbehaltung von Steuern die für diese Vergütungen entrichteten Zahlungen unterliegen – und zwar unabhängig davon, ob die Dienstleistungen in Griechenland erbracht worden sind -, wenn der Empfänger der Vergütung eine natürliche Person ist.

Steuervorabzug nur bei gewerblichen Dienstleistungen und Verkäufen

Weiter belegen auf Basis des Par. 5 des Artikels 6 der KFAS der zur „Abbildung der Geschäftsvorgänge“ (sprich Führung von Büchern und Unterlagen) Verpflichtete, der Fiskus und die übrigen Personen des Par. 1 des Artikels 3 (Gremien, Personenverbände nicht gewinnorientierten Charakters, ausländische Delegationen usw.) ihre Geschäftsvorgänge mittels der – innerhalb der vorgesehenen Fristen erfolgenden – Ausstellung eines „Erwerbstitels“ (τίτλος κτήσης), auf welchem „Erwerbstitels“ die Angaben der Beteiligten Parteien sowie auch die Angaben zu dem Vorgang für die Güter umfassen, die sie von Personen erwerben, die bei dem Verkauf von Gütern oder der Erbringung von Dienstleistungen nicht zur Ausstellung einer Rechnung verpflichtet sind. Der „Erwerbstitel“ ist folglich der rechtfertigende Beleg, der den uns bekannten „Ausgabenbeleg“ des Artikels 15 der abgeschafften „Verordnung über Bücher und Belege“ (KBS) substituierte.

Unmittelbar danach wird im folgenden Par. 2 des Artikels 3 der KFAS klargestellt, dass – unter Ausnahme der Freiberufler (Anmerkung: die sich auf die Freiberufler beziehende Phrase bedarf einer gesetzestechnischen Angleichung, da dieser Begriff in der neuen KFE nicht mehr existiert) – die natürliche Personen, die gelegentlich und als Nebenbeschäftigung Produkte verkaufen oder Dienstleistungen erbringen, für die von dem Vertragspartner Belege ausgestellt werden (er also einen „Erwerbstitel“ ausstellt) nicht zur „Abbildung der Geschäftsvorgänge“ verpflichtet sind.

Schließlich lautet es in dem wie obigen Runderlass POL 1120/2014, dass „auf Basis der obigen Bestimmung (Anmerkung: gemeint ist der Fall d des Par. 1 des Artikels 62 der KFE) der Einbehaltung von Steuern nur die Vergütungen unterliegen, welche natürliche Personen erhalten, die eine unternehmerische Aktivität ausüben, also die Personenunternehmen sowie die nicht zur Führung von Büchern und Ausstellung von Belegen der KFAS Verpflichteten, die eine unternehmerische Aktivität ausüben, und zwar unabhängig davon, ob sie ihren Steuerwohnsitz im Inland oder Ausland haben, und die obigen Leistungen an Verpflichtete des Artikels 61 des selben Gesetzes erbringen (sprich an juristische Personen oder Körperschaften, eine unternehmerische Aktivität ausübende natürliche Personen, allgemeine Regierungsträger usw.)„.

Aus der Kombination des Vorstehenden ergibt sich, dass der kritische Punkt für die Durchführung der Einbehaltung der Steuer die Ausübung einer unternehmerischen Aktivität ist. Unserer Meinung nach unterliegen folglich alle, die keine unternehmerische Aktivität ausüben, sondern ein Einkommen aus gelegentlicher Arbeit erzielen, das auf keinen Fall als Ausübung einer Aktivität (oder Ausübung eines vormaligen freien Berufs) charakterisiert ist, nicht der Einbehaltung der 20%-igen Steuer, wie es im Gegensatz zu den Bestimmungen der „alten“ KFE geschah, in der diese Verpflichtung bei der Ausstellung des „Ausgabenbelegs“ nach Artikel a5 ausdrücklich angeführt wurde (Par. 1, Fall e, Artikels 55 und Par. 1, Artikel 58, N. 2238/1994).

Im übrigen nehmen wir an, dass die Erhebung prozentualer Stempelgebühren von 3,6% (nebst Abgabe zu Gunsten der OGA) gemäß den Bestimmungen der Stempelgebührenverordnung (Par. 6, Artikel 15 e) bestehen bleiben wird. Jedenfalls warten wir auch auf die Stellungnahme der Steuerverwaltung.

(Quelle: epixeirisi.gr, Autor: Nikos Sgourinakis)

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