Explosion der Nachfrage nach Feriendomizilen in Griechenland

11. Juli 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.748

In Griechenland wird ein signifikanter Anstieg der Nachfrage ausländischer Käufer nach Feriendomizilen speziell auf den Inseln verzeichnet.

Die Immobilienmakler auf den Inseln und in den touristischen Regionen verzeichnen in den letzten Monaten eine Explosion des Interesses an Feriendomizilen in Griechenland. In bestimmten Gebieten schätzen die Spezialisten sogar ein, dass die Nachfrage nach Häusern oder Feriendomizilen auf den Niveaus vor der Krise angelangt ist, obwohl die Verkaufsgeschäfte noch nicht genug sind, damit das Bild sich völlig ändert.

Der Anstieg des Stroms der Touristen nach Griechenland, das von den Ausländern gezeigte Vertrauen in die griechische Wirtschaft und die begeisterten Publikationen über Griechenland ändern das Klima auf dem Immobilienmarkt. Es ist charakteristisch, dass die Leser der Zeitschrift Travel + Leisure die Insel Santorin zur schönsten Insel der Welt wählen, noch vor Hawaii, Bali und den Galapagos Inseln Ecuadors.

Das positive Klima begünstigt den Immobilienmarkt

Ebenfalls hebt die Zeitung Guardian den Beitrag der Branche zum Neustart der griechischen Wirtschaft bei und unterstreicht, dass die Hotels in Athen einen Anstieg der Auslastung um 25% in den ersten 5 Monaten des Jahres 2014 melden. Wie das renommierte Medium mit internationalem Widerhall betont, erkannte der private Sektor die Bedürfnisse nach einer effizienten Promotion des griechischen touristischen Produkts und der innovativen Umsetzungen von Marketing-Praktiken und schuf vor ungefähr einem Jahr die Marketing Greece. Wie sogar charakteristisch unterstrichen wird, stellt die Gesellschaft die „Antwort“ der Träger der Branche in Themen der Bewerbung und Promotion Griechenlands im Ausland dar.

Stark ist die Präsenz Griechenlands auch hinsichtlich der populärsten Reiseziele in Europa: Abgesehen von der Insel Santorin, die seit dem vergangenem Jahr die Spitzenposition inne hat, befinden sich in den Top 5 Kreta (3. Platz) und Mykonos (5. Platz). Auf den dazwischen liegend Plätzen sind Capri in Italien (Platz 2) und Sizilien (Platz 4).

Dieses positive Klima hat günstige Auswirkungen auf den Immobilienmarkt, wobei die Immobilienmakler kaum nachkommen, Anfragen hauptsächlich ausländischer Investoren zu beantworten. Laut G. Veronis, Immobilienmakler aus Naxos, steigt das Investitionsinteresse auch an den sogenannten Kleinen Kykladen, also Iraklia, Donousa, Schinousa und spezieller Koufonisia. „Auf Naxos sind die Käufer zu 100% Ausländer. Franzosen, Italiener, Belgier und Norweger suchen nach Häusern und Grundstücken, um diese zu kaufen, während zum ersten mal seit Jahren auch die deutschen Käufer zurückkehrten. Sie suchen hauptsächlich Häuser oder Flurstücke mit 4.000 qm, um zu bauen. Was die Preise betrifft, werden die Feriendomizile auf Niveaus zwischen 2.500 und 3.200 Euro pro Quadratmeter verkauft. Auf Naxos sind die meistgefragten Gebiete die Lagen ‚Mikri Vigla‘ und ‚Orkos‘. Bei den kleineren Inseln herrscht ein enormes Interesse für Koufonisia, aber auch Schinousa und Iraklia.

Es ist bezeichnend, dass während der vergangenen Monate dieses Jahres und bis Mai 17% der Verkaufsgeschäfte sich auf Feriendomizile bezogen, die von Ausländern erworben wurden, von denen 50% aus Ländern der EU kamen. Auf den Kykladen bezog sich sogar die Gesamtheit der Transaktionen auf Käufer aus der EU. Von diesen entscheiden sich 63% für Immobilien im Wert von bis zu 100.000 Euro, während nur 11% Luxusimmobilien kaufen.

Die Landschaft der Feriendomizile

Detailliert stellt sich das Bild des Marktes für Feriendomizile, so wie es sich in diesem Jahr auch auf Basis in ganz Griechenland erfolgter Erhebungen gestaltet, folgendermaßen dar:

Kykladen

Eine Untersuchung der „Alpha Astika Akinita“ betont, dass der Markt auf den Kykladen „eingefroren“ ist und die (griechischen) Käufer unwillig sind, in Immobilien zu investieren. Das Interesse kommt fast ausschließlich von Ausländern, hauptsächlich an guten Lagen (nahe am Strand, mit Aussicht) und Bauten guter Qualität und zu Schnäppchenpreisen.

Auf bestimmten Inseln existiert eine gewisse Aktivität bezüglich der Errichtung von Feriendomizilen durch Ausländer. Auf den meisten Inseln gibt es ein beachtliches Angebot an Immobilien, spezieller in Wohnungskomplexen. Der Rückgang der Baugenehmigungen übersteigt 80%, während die Werte der Häuser seit 2008 um 40% – 50% gefallen sind. Bei den Grundstücken wird ein Preisrückgang um 50% verzeichnet, jedoch herrscht kein Interesse. Die Untersuchung führt an, dass der Rückgang (der Preise) sich fortsetzen wird, so lange die Verkäufer wegen der hohen Besteuerung verkaufen wollen, jedoch ist wahrscheinlich der Boden des Fasses angesichts der Tatsache erreicht, dass viele Wohnungen fast zum Selbstkostenpreis verkauft werden und der Boden praktisch dazu geschenkt wird. Charakteristisch wird angeführt, dass auf Santorin in den teuren Gebieten (Imerovigli, Firostefani) die Preise um 20% – 30% sanken, also auf 3.000 – 4.000 €/m². In den übrigen Gebieten erreicht der Rückgang 50%, also auf bis 1.500 €/m². Absturz von 50% bei den Grundstücken, die für 5 – 30 Euro / qm verkauft werden.

Auf Mykonos liegt der Rückgang selbst auch in teuren Gebieten (Tourlos, Ag. Stefanos, Ag. Ioannis) bei über 40%, also auf 3.000 – 4.000 €/m², während die Landparzellen sogar auch um bis über 50% billiger geworden sind.

Auf Syros wird ein Rückgang um 40% – 50%, jedoch eine Stabilisierung in Ermoupoli verzeichnet, also bei 2.000 – 3.000 €/m², während die Landparzellen einen Preisverfall von über 50% verzeichnen. Auf Paros ist der Markt eingefroren, wobei sich das Interesse der Ausländer auf Villen mit Aussicht und guter Bauqualität fokussiert. In „Chora“ werden die Häuser für 1.500 €/m² und außerhalb für 1.500 – 1.700 €/m² verkauft, gegenüber 2.300 – 2.500 €/m², und die Flurstücke werden für ab 5 bis 15 €/m² abgegeben, jedoch ist das Interesse minimal. Auf Tinos schließlich liegt der Rückgang über 40%, also auf unter 1.500 €/m², und bei den Grundstücken über 50%. Die Bautätigkeit ist praktisch Null und auf der ganzen Insel werden derzeit gerade einmal zwei Häuser gebaut.

Kreta

Der Markt bleibt seit Jahren eingefroren, jedoch scheint es Zeichen für eine Änderung des ungünstigen Klimas zu geben. Es zeichnet sich ein Anstieg des Interesses hauptsächlich von Russen an Feriendomizilen und Grundstücken am Meer ab, das Interesse hat sich jedoch nicht in Verträgen niedergeschlagen. Die Käufer verlangen Preisnachlässe von bis zu 40%, weil sie glauben, dass es einen weiteren Rückgang geben wird, während Chinesen sich für große Bodenflächen außerhalb des Bebauungsplans interessieren. Im Jahr 2013 kaufte eine neugegründete Hotelkette zwei Hotels bei Malia und Antissara / Chersonisso auf, eine Investition von 44 Mio. Euro. Schließlich hat der deutsche Koloss TUI Interesse an Käufen auf Kreta bezeugt.

Für dieses Jahr wird ein Preisrückgang um bis zu 15% prognostiziert, während sich das Interesse im Jahr 2013 auf Altbauwohnungen innerhalb des Bebauungsplans und Grundtücke fokussierte. Der höchste Vertragswert der Transaktionen lag nicht über 170.000 Euro und der Rückgang bei den Altbauten bewegte sich zwischen 25% – 40%. Der Rückgang betrug bei den Neubauten 10% – 15% und bei den Grundstücken innerhalb des Bebauungsplan von Heraklion ab 15% bis 35%, während der Rückgang sich in den Vorstadtsiedlungen ab 30% bis 50% bewegte.

Ionische Inseln

Eine Untersuchung der Gesellschaft Proprius führt an, dass das Interesse an dem Ionischen Meer nach dem Zufluss russischen und arabischen Kapitals für den Aufkauf von Inseln (Skorpios, Oxia, Sofia) gestiegen ist. Die Region erwirbt einen kosmopolitischen Charakter und die Marktfähigkeit steigt mit dem Zustrom ausländischer Touristen und Prominenter. Was die Preise betrifft, wird für die einzelnen Inseln Folgendes betont:

Lefkas: Villen: 1.400 – 3.100 €/m², Maisonetten: 1.200 – 2.800 €/m², Altbauten: unter 1.000 €/m², Eigentumswohnungen: 1.000 – 2.800 €/m².

Korfu: Landsitze: 3.000 – 8.000 €/m², Altbauten: unter 1.000 €/m², traditionelle Altbauten mit Garten: 1.000 – 2.000 €/m², Eigentumswohnungen: 900 – 3.000 €/m².

Kefalonia: Villen und Maisonetten: 1.500 -5.000 €/m², Eigentumswohnungen: 900 – 2.500 €/m², Grundstücke innerhalb des Bebauungsplans: 50 – 300 €/m², Grundstücke außerhalb des Bebauungsplans: 20 – 90 €/m².

Zante: Landsitze: 4.000 – 6.000 €/m², Villen: 1.500 – 2.500 €/m², Grundstücke innerhalb des Bebauungsplans: 70 – 150 €/m², Grundstücke außerhalb des Bebauungsplans: 20 – 40 €/m².

Peloponnes

Einen verlangsamten Rückgang der Preise verzeichnet eine Untersuchung der Gesellschaft F.V.A.T. Advisor, die betont, dass es wegen der Infrastruktur-Projekte, aber auch der touristischen Projekte (neues Nikki-Hotel in Argolida, Investition von 80 Mio. Euro der Grace Hotels in Kalamata, Investitionen von 100 Mio. Euro bei Costa Navatrino) große Spielräume für einen Aufschwung gibt. Die Wohnungen werden unterhalb der Einheitswerte verkauft, ein Überangebot existiert hauptsächlich in Patras, Tripoli, Kalamata, Nafplio, Argos und in der Küstenregion Astros. Der Preisrückgang bei Wohnungen, hauptsächlich in Patras und Nafplio, übersteigt 30%, während die Grundstücke um über 40% billiger abgegeben werden. In Lakonien sind die Preise um über 50% zurückgegangen, das selbe auch in Argolida. In Kalamata schließlich bewegen sich die Neubaupreise ab 1.200 bis 2.000 €/m².

Attika

In Attika sind die Wochenendhäuser zu Hauptwohnungen geworden, um die Ausgaben der Familien zu senken. Schnäppchen gibt es überall, bei um bis zu 50% gesunkenen Preisen, die sich ab 1.100 bis 4. 000 €/m² bewegen. Von Marathonas bis Sounio gibt es viele unverkaufte Objekte, wobei das Interesse sich auf möglichst nahe liegende Gebiete fokussiert, also Rafina, Nea Makri, Porto Rafti, Agia Marina, Anavysso.

Die Griechen verscherbeln im fünften aufeinanderfolgenden Jahr ihre Feriendomizile, und zwar zu außerordentlich niedrigen Preisen. Und obwohl in den vergangenen Jahren das Interesse gering war, wird – wie zumindest die Spezialisten des Immobilienmarkts hoffen – in diesem Jahr eine große „Hausse“ stattfinden. Mehr als 30.000 „saubere“ Ferienwohnungen sind unter den Hammer gekommen, wobei die Anzahl 50.000 übersteigen kann, wenn auch zigtausende Häuser hinzugerechnet werden, die sich in geringer Entfernung zum Meer befinden und aus Erbschaften herrührendes Eigentum dauerhafter Stadtbewohner darstellen. Es sind also entweder Elternhäuser, die zu (fast) jedem Preis verkauft werden, oder Investitionen, die zwecks der Verwertung von Flächen erfolgten, jedoch in den Strudel der Krise gerieten und auf keinerlei Interesse stießen.

Chalkidiki

Auf Chalkidiki wird ein großer Rückgang um über 50% in Kassandra verzeichnet, wo die Preise sich ab 800 bis 1.300 €/m² bewegen. In Afyto werden die Feriendomizile ab 1.200 bis 1.900 €/m² und in Paliouri für 1.200 – 2.00 €/m² verkauft. Generell herrscht an der Region großes Interesse, und zwar wegen der … russischen Invasion, von der erwartet wird, dass sie sich in den kommenden Jahren auch in einem realen Interesse und einer großen Anzahl von Verträgen über Urlaubsdomizile niederschlagen wird.

Das Profil der ausländischen Käufer

Von besonderem Interesse ist das Profil der Ausländer, die sich dafür interessieren, Häuser in Griechenland zu kaufen. In ihrer überwältigenden Mehrheit suchen sie nach Objekten, deren Wert nicht über 100.000 Euro liegt, und es handelt sich nicht um Investoren, die auch an dem Erwerb eines Visums interessiert sind. Es gibt jedoch auch einen signifikanten Anteil von Ausländern, die auf der „Jagd“ nach Schnäppchen bei Luxusbauten sind, also solchen, deren Wert über 400.000 Euro liegt und 4 – 5 Mio. Euro erreicht.

Laut einer jüngst erfolgten Untersuchung des Verbands der Immobilienmakler und anerkannten Gutachter kaufen 56% der Käufer aus Drittländern Immobilien im Wert von bis zu 100.000 Euro und 22% luxuriöse Häuser. 63% der Käufer aus der EU kaufen Immobilien im Wert von bis zu 100.000 Euro und nur gerade einmal 11% Luxusimmobilien. Hinsichtlich der Frage, „wo“ die Ausländer „einkaufen“, ist charakteristisch, dass die Europäer spezieller in der südlichen Ägäis, aber auch auf Kreta kaufen. Die Griechen kaufen dagegen hauptsächlich in Attika und weniger im Gebiet von Kreta. In Einzelheiten:

Chinesen
65% suchen nach Immobilien ab 250.000 Euro bis 450.000 Euro, 25% ab 500.000 Euro bis 1.000.000 Euro und 10% ab 1.000.000 Euro und mehr. Sie interessieren sich für Häuser „direkt am Strand“, die in einer geringen Entfernung zu Flughäfen liegen sollen und wo es eine gute Krankenhausversorgung gibt. Sie interessieren sich hauptsächlich für Kreta, Rhodos, Messsinien, aber auch die Strandregionen Attikas.

Araber
Sie suchen hauptsächlich nach Villen im Wert von über 1 Mio. Euro, die nahe am Meer liegen sollen. In ihrem Visier befinden sich die Strandregionen in Attika, Mykonos, die Dodekanes und Kreta.

Russen
Sie interessieren sich hauptsächlich für Feriendomizile ab 100.000 bis 200.000 Euro, aber auch das mittlere Segment ab 500.000 bis 1 Mio. Euro. Sie entscheiden sich vorrangig für Chalkidiki (wegen Athos), Kreta, Peloponnes, Mykonos.

Engländer und Deutsche
Sie sind an Häusern bis zu 100 qm interessiert, warten jedoch darauf, dass die Preise weiter fallen werden. Ihre Vorliebe gilt hauptsächlich Kreta, Rhodos, Korfu, Peloponnes. Viele Deutsche kaufen aufgegebene Häuser zu niedrigen Preisen und renovieren sie.

(Quelle: Imerisia)

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  1. Catalina
    11. Juli 2014, 00:48 | #1

    Nun ja, Papier ist geduldig. Bei uns auf Kefalonia ist vom Kaufrausch bzw. von einer Explosion der Nachfrage noch nicht viel bzw. gar nichts zu spüren. Die Makler können ein Lied davon singen. Der einzige Unterschied zum Stand zu Beginn / Mitte der Krise ist, dass all die Engländer doch wieder zurückkommen. Noch vor 2 Jahren wollten alle ihre Ferienhäuser verkaufen und jetzt behalten sie diese doch und bleiben sogar wieder mehrere Monate dort. Die „Angst“ scheint verflogen zu sein.

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