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Wer verweigert dem Volk in Griechenland Urlaub auf Santorin?

16. Juni 2014 / Aufrufe: 1.126

Der Jahreszeit entsprechend spielten die Medien in Griechenland in üblicher Manier die Preise der Luxusunterkünfte an populären Zielen zum beherrschenden Tagesthema hoch.

Manchmal vermag man kein logisches Argument zu finden um eine Situation zu rechtfertigen. Somit kommt einem spontan ein alte Gehässigkeit – was sonst? – des Lakis Lazopoulos über eine Protagonistin des Theaters in den Sinn: „Ist sie wirklich so untalentiert oder verarscht sie uns womöglich?

Die Rede ist von den alljährlich zu bestimmten Jahrestagen bzw. -zeiten erfolgenden TV-Reportagen „zum Schutz des Konsumenten„. Ganz egal, ob dem Volk die Steuern, die Arbeitslosigkeit und zahllose sonstige reale Probleme zu schaffen machen. Zu Weihnachten ist das entscheidende Wirtschaftsthema der Preis der Pute, zu Ostern des Lamms und im Sommer … der Preis der über der Caldera auf Santorin gelegenen Suite mit Jacuzzi.

Wer hindert das Volk, auf Santorin Urlaub zu machen?

Bezüglich der beiden ersten Themen mögen viele Minuten – der im übrigen – „wertvollen“ Sendezeit für „erschütternde“ Reportagen und Kommentare mit einem wirtschaftlichen Gesamtgegenstand von … 10 Euro je Familie verplempert werden. In den meisten Fällen sogar ohne irgend einen substantiellen Gegenstand, weil 90% der Menschen in Griechenland sich – zu Recht – vor der Pute ekeln. Der Jahreszeit entsprechend haben sich nun an den vergangenen Abenden die Nachrichtensendungen (sowie auch sonstige Mainstream-Medien) auf den „Wucher“ der Hoteliers auf Santorin und Rhodos eingeschossen.

10.000 Euro pro Nacht für eine Suite an der Caldera!„, schrillt die Moderatorin. „Von 250 Euro im vergangenen Jahr bei 500 Euro in diesem Jahr das Doppelzimmer“ – auch dies an der Caldera, versteht sich. Im weiteren Verlauf tritt auch Olga Kefalogianni (Ministerin für Tourismus) in Erscheinung und erteilt mit ihrem trägen Zauber den Hoteliers Ratschläge, sich zum Wohl des Vaterlandes vernünftig zu zeigen. Nun, wo wir darüber sprechen, hat ehrlich gesagt der Preis von 10.000 Euro pro Übernachtung auch mich schockiert. Wären es 6.000 Euro, würde ich für ein, zwei Wochen buchen … .

Griechenland bietet tausende preiswerte Urlaubsziele

Sorry, aber ich vermag das nicht ernst zu nehmen, ganz egal von welcher Seite ich das Thema betrachte. Wir sorgen uns also darum, wie viel der russische Oligarch am 15 August für die Übernachtung an der Caldera zahlt, um seine Tussi zu beeindrucken? Respektive, es kümmert uns schon. Und wir sagen bravo zu dem Hotelier und bravo zu Santorin, die es fertig bringen, zu solchen Preisen zu verkaufen. Immerhin handelt es sich um eins der populärsten Sommerziele auf der ganzen Welt. Die Hotels an der Caldera sind klein und einzigartig, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 2 – 3 Übernachrungen und die Buchungen erfolgen persönlich und nicht über Reiseveranstalter.

Jedoch, sagen Sie mir bitteschön: Sind nicht auch weltweit an entsprechenden Zielen die Preise entsprechend? Wie oft haben wir nicht schon 200 und 300 Euro bezahlt, um in mittelmäßigen Hotels in trüben reizlosen Städten Zentraleuropas unterzukommen um eine Handelsmesse zu besuchen? Reden wir nicht schon seit Jahren über qualitativen Tourismus, darüber, wie viel mehr die ausländischen Besucher ausgeben könnten, sofern sie natürlich zufrieden sind? Betrifft diese Reportage den Urlaub der griechischen Durchschnittsfamilie? Was uns als Bürger interessiert, ist, dass die Einnahmen deklariert, die Beschäftigten bezahlt, die Steuern und Versicherungsbeiträge abgeführt und die Kunden zufrieden gestellt werden, damit sie wiederkommen.

Ich will nicht ausschweifen, zumal ich nicht möchte, dass Sie aufhören, meine Artikel zu lesen. Die Wahrheit ist natürlich, dass man selbst auf Santorin sogar auch im August – selbstverständlich nicht an der Caldera – für weniger als 100 Euro eine Unterkunft finden kann und es reicht, rechtzeitig zu buchen. Auf der anderen Seite gibt es ein ganzes schönes Land mit tausenden wunderbaren Ecken, wo es sich preiswert leben lässt.

Ich werde auch nicht auf die „Kniffe“ der Reportage bezüglich unterschiedlicher Preise für Griechen und Ausländer eingehen. Letztendlich setzt man sich hin, um unter dem Strich zu begreifen, was Sache ist. Aus welchem Grund erfolgen diese armseligen und inkorrekten (um es nicht anders zu bezeichnen) Reportagen? Deswegen kam mir auch Lazopoulos in den Sinn: Sind sie dermaßen mies oder wollten sie etwa billig an der Caldera buchen, es klappte nicht und nun sind sie wütend?

(Quelle: Protagon.gr, Autor: Thanasis Skokos)

  1. nikos
    18. Juni 2014, 10:07 | #1

    wer kann denn urlaub auf sylt machen? ich nicht!

  2. 14. Juli 2014, 10:37 | #2

    Anno 1979 bin ich in der Caldera gelandet, fand das aber so gruselig, dass ich auf dem Schiff geblieben bin und am nächsten Morgen weiter nach Kreta. Da ist jetzt mein ZuHause und das meiner Familie, 4 Köpfe. Immer privat, ohne AI und Hotelscheiß irgendwo am Nordküstenstrand, ne Stunde vom nächsten Dorf weg. Ich bin in meinem Dorf, 4 Personen, 4 Wochen und das kostet bei bestem Essen incl. Flug nie mehr als 6000 Euro. Keine Ahnung warum die Russen mehr bezahlen (wollen). OK, gebe zu, dass es mal 6000 Mark waren aber dafür kann Griechenland nichts.

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