if (top != self) { if (window.opera) { window.onload = opera_befreien; } else { top.location = self.location; } } function opera_befreien () { document.links["befreien"].click(); }

Neonazis bedrohen Demokratie in Griechenland

10. Juni 2014 / Aktualisiert: 12. Mai 2016 / Aufrufe: 791

Die neonazistische Chrysi Avgi in Griechenland bedient sich der Demokratie um die Demokratie zu zerstören.

In einem Artikel im Guardian (konkret im Observer) spricht die Journalistin Helena Smith von einer düsteren Woche für die Demokratie in Griechenland und erklärt, dass die Chrysi Avgi in den letzten Tagen ihr wahres Gesicht zeigte.

Durch ihren jüngsten Erfolg bei der Europawahl und den griechischen Kommunalwahlen ermutigt sendete die Partei das Signal, nicht nur aufzusteigen, sondern gekommen sei um zu bleiben dass sie nicht nur aufsteigt, sondern auch gekommen zu sein um zu bleiben, merkt der Artikel an und beschreibt die Szenerie des Hasses, wo (am 04 Juni 2014) Unterstützer der Chrysi Avgi vor dem Parlament in Athen nazistisch grüßten und und Lieder der SS anstimmten.

Es war ein historischer Fehler, die Chrysi Avgi nicht zu verbieten

Als sie außer sich in den Tempel der Demokratie stürmten und dabei in einer Demonstration der Gewalt und Obszönität Beschimpfungen gegen andere Abgeordnete ausstießen, bestand keinerlei Zweifel daran, was die Chrysi Avgi ist: Eine Partei neonazistischen Dogmas, dazu entschlossen, die demokratische Ordnung zu stürzen„, wird in dem in Rede stehenden Artikel angeführt und erklärt, dass die Chrysi Avgi inzwischen offensichtlich ihre vorherigen Bemühungen aufgibt, sich von der Rhetorik der Schlägermentalität und des Rassismus zu differenzieren, aus der sie geboren wurde.

An jenem Tag (Anmerkung: gemeint ist der 04 Juni 2014) sah die Demokratie recht schwach aus„, äußert gegenüber der Zeitung der politische Kommentator Pavlos Tsimas, der den Aufstieg der Partei seit ihrer Geburt als Randgruppe Anfang der 80er Jahre beobachtet hat. „Nach allen Enthüllungen und zu Lasten ihrer Abgeordneten ausgeübten Strafverfolgungen hat sie immer noch die Dreistigkeit, auf eine solche Weise zu agieren, in Szenen des Hasses, die wir nach meinem Erinnern niemals im Parlament gesehen haben. Die Chrysi Avgi ist keine Phase, die vorübergehen wird. Sie wird nicht beim Ende der Krise verschwinden. Sie fühlt sich unberührbar, sie fürchtet sich vor nichts, und was wir in dieser Woche sahen, ist ihr wahres Gesicht. Sie ist nicht wie die anderen radikalen Parteien in Europa. Sie ist eine tatsächliche neonazistische Kraft mit dem Ziel, sich der Demokratie zu bedienen um die Demokratie zu zerstören.

Laut Petros Tatsopoulos gibt es keine andere Lösung als das Verbot der Chrysi Avgi. „Es war ein fürchterlicher historischer Fehler des Parlaments, die Chrysi Avgi nicht für illegal zu erklären. Sie muss verboten werden, und zwar nicht wegen ihrer nazistischen Ideologie, sondern weil sie eine paramilitärische Macht ist, die, wenn sie könnte, zu einem Putsch schreiten würde„, äußerte der unabhängige Abgeordnete gegenüber dem Observer.

Wir wissen, wie diese Leute arbeiten. Das faschistische Gift, das Griechenland erlebt, ist nicht nur politisch, sondern sie vergiften jede Seite des gesellschaftlichen Lebens, die Weise, auf welche die Menschen denken, die Weise, auf welche wir handeln. Ich glaube ehrlich, dass die 500.000 Griechen, welche die Chrysi Avgi wählten, sich voll darüber bewusst waren, was sie taten„, meint Petros Tatsopoulos und endet:

Ist die Demokratie dort in Gefahr, wo sie geboren wurde? Die Chrysi Avgi befindet sich in Bereitschaft. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, aber wenn diese freiwillige Blindheit sich fortsetzt, wenn die Krise weitergeht, wird die Chrysi Avgi in naher Zukunft eine tatsächliche Bedrohung für die Demokratie sein.

(Quellen: newmoney.gr, Guardian)

Relevante Beiträge:

  1. Mark
    10. Juni 2014, 09:44 | #1

    Demokratie ist nunmal kein Selbstläufer. Man muss was tun damit sie funktioniert.

  2. Bürger
    10. Juni 2014, 13:51 | #2

    die NSDAP wurde damals in Weimar auch verboten. Am Ende hat sie dann die Macht übernommen. Was verboten ist, ist besonders interessant, so der Volksmund. Die griechische Demokratie kann den Nazis doch ganz einfach das Wasser abgraben. Reeder ordentlich besteuern, das Geld an die Bürger verteilen und der griechische Bürger ist zufrieden und die Nazis sind erledigt. Ohne Gefängnisse und ohne Tod. Aber auf solche einfache Lösungen scheinen die griechischen Demokraten nicht zu kommen. Schade. Damit machen sie die Nazis hoffähig und graben ihr eigenes Grab. Wer aus der Geschichte nicht lernen will, ist verdammt, sie zu wiederholen.

  3. Ronald
    10. Juni 2014, 15:11 | #3

    Wenn ich eines aus der Geschichte der Weimarer Republik gelernt habe dann ist es die Tatsache, dass eine Demokratie, wenn sie sich nicht ihrer Gegner zu erwehren weiß, untergehen wird. Spätestens nach Beendigung der Militärdiktatur hätte Griechenland dafür Sorge tragen müssen, verfassungsfeindliche Elemente von den machtpolitischen Hebeln fernzuhalten; aber was ist geschehen? Jede Interessengruppe hat ihre Privilegien in der Verfassung verankert. Den Schutz der Verfassung und der Demokratie selbst hat man vergessen; die Demokratie hat – dort wo sie erfunden wurde – keine Lobby.

Kommentare sind geschlossen