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Success Story in Griechenland ist ein Lügenmärchen

10. Mai 2014 / Aktualisiert: 12. Mai 2016 / Aufrufe: 785

Der Präsident des Levy-Wirtschaftsinstituts bezeichnet die Success Story in Griechenland als Lügenmärchen, das allein politischen Zwecken dient.

Als eine Verzweiflungshandlung mit dem einzigen Ziel, die griechische Regierung angesichts der im Mai 2014 anstehenden Europawahl und der Kommunalwahlen in Griechenland zu stärken, charakterisiert Dimitris Papadimitriou, Präsident des Levy Economics Institute, den Gang Griechenlands an die Anleihenmärkte und entkräftet damit den Mythos über die griechische Success Story.

Die Rückkehr Griechenlands an die Märkte am 10 April 2014 war eine rein symbolische Handlung„, kommentiert Dimitris Papadimitriou, Präsident des Levy- Wirtschaftsinstituts, den jüngsten Gang Griechenlands an die Finanzmärkte.

Ohne Wechsel der politischen Führung wird es keine andere Politik geben

Wie Dimitris Papadimitriou erklärt, mussten die griechische Regierung und die Troika einen neuen Erfolgsindex erfinden und gelangten somit bei dem primären Überschuss an, der sogar möglichst hoch zu sein hatte, um die Märkte zu beeindrucken. Es wurde jedoch niemand und hauptsächlich nicht die Märkte beeindruckt, weil der Primärüberschuss erzielt wurde:

  1. Mit den sich nicht wiederholenden Einnahmen aus den von den Zentralbanken und der EZB an Athen zurück gezahlten Buchgewinne aus den griechischen Anleihen.
  2. Mit der Beitreibung alter (fälliger) Steuern.
  3. Mit sich nicht wiederholenden Kürzungen von Ausgaben und der Verzögerung der Begleichung der Schulden des Fiskus an den privaten Sektor.

Zusätzlich betont Herr Papadimitriou, dass die Rückkehr Athens an die Märkte hohe Kosten für das Land hatte, weil selbst auch der scheinbar niedrige Zinssatz von 4,95% sehr viel höher ist als der Zinssatz, zu dem Griechenland sich Geld von dem ESM leiht. Alle, die diese Anleihen kauften, taten es in Wirklichkeit nicht, weil sie an den Fortschritt der griechischen Wirtschaft glaubten, sondern weil sie wissen, dass die Titel die formlose Bürgschaft der EZB haben, die diese im Rahmen des Anleihekaufprogramms (OMT) akzeptieren wird.

Den Primärüberschuss kommentierend erklärte der Präsident des Levy-Instituts, dass dieser nicht der von der Regierung Samaras präsentierte Erfolg ist und trotz ihrer Bemühungen, zu zeigen, dass die griechische Krise vorüber ist, zeigen die realen Fakten das Gegenteil. Die Arbeitslosigkeit verbleibt bei 28%, die griechische Verschuldung ist dramatisch gestiegen und einer von drei Griechen befindet sich an der Schwelle der Armut.

Konkret in Bezug auf die griechische Verschuldung unterstrich D. Papadimitriou, dass sie nicht tragfähig ist. „Die griechische Success Story ist nicht mehr als ein Lügenmärchen, das politischen Zwecken dient. Wie oft bekamen wir zu hören, Griechenland befinde sich nahe am Ausgang aus dem Tunnel der Krise? Leider ist dieser Tunnel sehr, sehr, sehr lang … . Es ist nicht ausgeschlossen, dass es ein Jahrzehnt oder auch länger dauert, damit der Zustand der griechischen Wirtschaft sich essentiell verbessert„, erklärte er charakteristisch und brachte die Ansicht zum Ausdruck, dass es keine Änderung der Politik geben wird wenn nicht die politische Führung wechselt.

Niemand würde es wagen, eine Austerität solchen Ausmaßes in den USA oder in Deutschland umzusetzen

Die Austerität war kein Versuch kleiner Angleichungen der europäischen Politiken, sondern eine Politik der radikalen Änderung, mit dem Ziel, den Märkten zu gestatten, ohne die Interventionen der Regierungen zu herrschen. Es handelt sich um ein Dogma, das zuerst in den USA von Reagan und in England von Thatcher ausprobiert wurde, welche die Ansicht adoptierten, der Staat sei der Grund der wirtschaftlichen Probleme und nicht die Lösung„, merkt D. Papadimitriou an. Wie er betont, zeigte uns jedoch die Realität wiederholt, dass in schwierigen Perioden der Staat die einzige Lösung ist.

Warum in Griechenland und anderen volkswirtschaftlich problematischen Wirtschaften Experimente gegensätzlicher Politiken erfolgen müssen, deren Resultate vorhergesehen worden waren, ist etwas, das ich wirklich schwer zu verstehen vermag„, meint der Leiter des Levy-Instituts und fügt an, niemand würde es wagen, eine Austerität solchen Ausmaßes in Ländern wie den USA oder in Deutschland umzusetzen, und zwar unabhängig davon, wie hoch auch immer ihre Schulden sind.

Als Deutschland der Kranke Europas war, war es für seine Regierung statthaft, das Keynessche Rezept zu befolgen, aber jetzt, wo sein Status sich geändert hat und es Herrscher ist, kehrt es zum Laissez-faire-Dogma zurück„, betont D. Papadimitriou. Ebenfalls weist er die Argumentation zurück, die Reformen auf dem Arbeitsmarkt werden der griechischen Wirtschaft helfen, und meint, die Deutschen haben nicht die höchste Produktivität in Europa, weil sie niedrig bezahlt werden, sondern wegen des hohen Niveaus der genutzten Technologie sowie auch wegen des Umstands, dass die Vereinigung mit Ostdeutschland gestattete, die Löhne auf niedrigen Niveaus zu halten.

(Quelle: newmoney.gr)

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