Jedes dritte Kind in Griechenland ist übergewichtig

31. Mai 2014 / Aktualisiert: 10. Oktober 2018 / Aufrufe: 1.366

Laut einem aktuellen Bericht der OECD ist in Griechenland etwa jedes dritte Kind übergewichtig oder fettleibig.

Griechenland, Italien und die USA sind die OECD-Länder, in denen das größte Problem der Fettleibigkeit unter den Jungen und Mädchen existiert, da gemäß einem neuen Bericht der internationalen Organisation ungefähr eins von drei Kindern (ein Anteil von über 30%) übergewichtig oder fettleibig ist. Im Durchschnitt ist in den OECD-Ländern eins von fünf Kindern fettleibig, und die Organisation betont, dass mehr und harmonisiertere Bemühungen notwendig sind, um diesem Problem zu begegnen.

Der Bericht führt ebenfalls an, dass die meisten Menschen (über 50%) in den Ländern der OECD ein über dem Normalwert liegendes Gewicht haben, also übergewichtig oder fettleibig sind. Die Fettleibigkeit zeigt keine zurückgehende Tendenz und entwickelt sich – wie betont wird – zu einer Epidemie mit dramatischen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen und macht so eine immer größere Anzahl von Menschen für chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herzleiden und Krebs anfällig.

Übergewicht und Fettleibigkeit sind Phänomene der westlichen Kultur

Die Daten der OECD zeigen, dass die Niveaus der Fettleibigkeit während der letzten fünf Jahre in den meisten Ländern weiterhin ansteigen, jedoch wenigstens mit langsameren Rhythmen als vorher. Die Fettleibigkeit hat in Ländern wie Frankreich, Spanien und der Schweiz um 2% – 3% zugenommen und ist in England, Italien, den USA und anderen Ländern konstant geblieben.

Bis 1980 waren weniger als 10% der volljährigen Menschen in den OECD-Ländern fettleibig, jedoch hat der Anteil heute 18% erreicht (in den asiatischen Ländern liegt er dagegen nicht über 2% – 4%). Spezieller bezüglich der Fettleibigkeit bei Kindern haben die meisten Länder es geschafft, deren Anteile im Vergleich zur Erwachsenen-Fettleibigkeit zu stabilisieren oder sogar auch leicht zu senken..

Weiter betont der Bericht, dass die Fettleibigkeit auch ein Thema der Ungleichheit darstelle, da wegen der wirtschaftlichen Krise die ärmeren Familien gezwungen sind, Nahrung minderer Qualität und häufig mit mehr Kalorien zu verzehren, welche Tatsache die Wahrscheinlichkeit der Fettleibigkeit erhöht. Allgemeiner zeigen die Ärmeren und weniger Gebildeten höhere Fettleibigkeits-Anteile (speziell die Frauen).

Fettleibigkeit trifft nicht mehr nur Arme und Ungebildete

Auf der anderen Seite – auch wenn allgemein die gebildeteren Menschen die Fettleibigkeit besser zu vermeiden wissen – zeigt sich inzwischen in entwickelten Ländern – wie den USA – das Phänomen, dass Menschen mit höherer Bildung die selbe Wahrscheinlichkeit mit Menschen niedrigeren Bildungsniveaus haben, fettleibig zu sein (bzw. zu werden).

Laut der OECD nehmen die durchschnittliche Höhe und das durchschnittliche Gewicht der Menschen seit dem 18. Jahrhundert kontinuierlich zu, parallel zu der allmählichen Verbesserung der Einkommen, Bildung und allgemeineren Lebensbedingungen. Während dieser Anstieg bis zu einem gewissen Grad als positiv betrachtet wird und mit dem Anstieg der Lebenserwartung in Zusammenhang steht, wird er jedoch ab einem gewissen Punkt für die Menschen gefährlich. Die ernsthaft fettleibigen Menschen sterben im Durchschnitt acht bis zehn Jahre früher als all jene, die ein natürliches Gewicht haben. Jede zusätzlichen 15 Kilo an Gewicht erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Ablebens um ungefähr 30%.

Zusätzlich ist die Fettleibigkeit in den meisten Ländern für 1% – 3% der Gesamtausgaben für die Gesundheit verantwortlich (in den USA erreichen sie 5% – 10%), und es wird erwartet, dass diese Kosten in den kommenden Jahren weiter ansteigen werden. Weiter beeinflusst die Fettleibigkeit die Aussichten eines Menschen auf Beschäftigung und Lohnbezüge negativ. Die neuen Fakten wurden offiziell bei dem in Sofia / Bulgarien stattfindenden Europäischen Kongress zu Übergewicht (28 – 31 Mai 2014) präsentiert.

(Quelle: Büchse der Pandora)

  1. Panhellene
    31. Mai 2014, 09:07 | #1

    Man braucht nur mal in einen griechischen Supermarkt zu schauen. Mehr als die Hälfte des Warenangebots besteht aus Süssigkeiten, Süssgetränken, Speiseeis und Chipstüten. Deren Hauptinhalte sind ungeheure Mengen an Zucker und Fett. Zudem mangelt es Kindern und Jugendlichen in Griechenland an gesunder Bewegung. Später kommt noch die in Griechenland übliche Stark-Raucherei hinzu, frühzeitige Herz- und Krebserkrankungen sind somit vorprogammiert. Die außerhalb Griechenlands viel zitierte „Gesunde Mittelmeerkost“ wird höchstens von Teilen der Landbevölkerung genossen, in den Städten und Ballungsräumen lebt man ungesünder als sonst irgendwo.

  2. Kleoni
    31. Mai 2014, 18:43 | #2

    Auch in D gibt es immer leider immer mehr „fast food“-Dickerchen. Es sind nicht nur die Süssigkeiten – Pommes, Hamburger, Cola, Mc. Donalds machts möglich, dass immer weniger junge Leute sich fürs Kochen mit Produkten aus der Region interessieren. Ernährungslehre in der Schule als Pflichtfach wäre wichtiger als der vielerorts obligatorische Religionsunterricht.

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