Griechenland: Wenn man die Nazis streichelt

20. Mai 2014 / Aufrufe: 585

Ilias Kasidiaris, Kandidat der rechtsradikalen Chrysi Avgi in Griechenland für das Amt des Bürgermeisters in Athen, hat den Sprung in die zweite Runde der Kommunalwahlen nicht geschafft, jedoch ein Gesamtresultat von über 16 Prozent erreicht!

Ich erinnere mich, wie (Premiermister) Antonis Samaras ein internationales Auditorium über die Reflexe informierte, welche die Stimme an die Chrysi Avgi andeutet. Er sagte, die Wähler der Chrysi Avgi seien weder Nazis noch Faschisten, sondern einfach nur Menschen, die auf den Druck der Krise reagieren.

Offensichtlich glaubte er dies, da auch sein engerer Mitarbeiter (Anmerkung: gemeint ist der nach den diesbezüglichen Enthüllungen zurückgetretene Regierungssekretär Mpaltakos) mit der Chrysi Avgi kommunizierte.

Wählern der Chrysi Avgi hängt der Geruch des Blutes in der Nase

Ich denke, dass nach den Ergebnissen (der ersten Runde der Kommunalwahlen am 18 Mai 2014) in Athen und Attika eine entsprechende Behauptung höhnisches Gelächter hervorrufen würde. Weil nun die Wähler sowohl klar informiert sind als ihnen auch der Geruch des Blutes noch in der Nase hängt.

Nein, die Menschen, welche die Chrysi Avgi wählen, sind nicht nur einfach wütend. Es gibt auch andere Parteien, die Wut zum Ausdruck bringen, dynamische Reaktionen adoptieren, jedoch keine kriminellen Verhaltensweisen. Die Wähler ziehen sie (sprich diese alternativen Parteien) jedoch nicht vor.

Die Rechtfertigungen sind ausgegangen, zusammen mit den Vorwänden. Die Menschen, die für die Chrysi Avgi stimmten, wissen sehr wohl, wem sie folgen und welche Verhaltensweisen sie prämierten. Genug damit, sich auf die wirtschaftliche Krise als Alibi zu berufen, das den (Schuld-) Ablass des Willens des Volkes gestattet.

Es ist an der Zeit, dass all jene, die sich unter Bezugnahme „auf das verständige Volk“ schäbig in populistischen Ergüssen ergehen, namentlich alle unsere Mitbürger zählen, die Faschisten sind und kriminelle Aktionen begrüßen. Und es ist ebenfalls an der Zeit, dass man bei der „bürgerlichen“ ND mit den Lächerlichkeiten in Bezug auf die Moschee (Anmerkung: gemeint ist der Disput um die Errichtung einer Moschee in Athen), die Immigranten, das Vaterland, die Religion und die Familie aufhört. Je mehr man sie hätschelt, um so größer werden sie.

(Quelle / Autor: Kostas Giannakidis)

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