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Griechenland ist ohne neuen Schuldenschnitt nicht zu retten

21. Mai 2014 / Aufrufe: 2.312

Laut dem deutschen Ökonomen Joachim Scheide kann Griechenland ohne einen weiteren Schuldenerlass nicht gerettet werden.

In einem Interview mit der österreichischen Zeitung „Die Presse“ bringt der Leiter des deutschen Instituts für Weltwirtschaft (IFW), Joachim Scheide, die Ansicht zum Ausdruck, dass es für Griechenland sicher einen weiteren Schuldenerlass zu geben hat, und merkt an, dass ein Land wie Griechenland eine öffentliche Verschuldung von fast 170% des BIP nicht zu tragen vermag und es keinen Sinn hat, dass die Griechen sie alleine zu tragen versuchen.

Der bekannte Ökonom fügt jedoch an, die Politik zögere noch, zu so etwas (sprich einem weiteren Schuldenerlass) zu schreiten, weil es negative Folgen haben würde.

Deutschland zwingt anderen falsche Entscheidungen auf

Auf die Frage, warum es noch kein – nach den deutschen Wahlen erwartetes – drittes Hilfspaket für Griechenland gegeben hat, antwortet Joachim Scheide: „Es gibt immer irgendwelche Wahlen, wie jetzt beispielsweise die Europawahl, irgendwann werden aber gewisse Leute ihre Karten offenlegen müssen. Ohne Hilfe von außen wird Griechenland einfach nicht auf seinen Füßen stehen können„, unterstreicht schlussfolgernd der Leiter des Instituts für Weltwirtschaft, dass zu den drei bekanntesten und verlässlichsten deutschen Instituten für Wirtschaftsforschung zählt.

Ebenfalls warnt Herr Scheide, es sei viel zu früh zu behaupten, die Eurokrise sei überwunden worden, dagegen bestehe weiterhin ein großes Problem mit der öffentlichen Verschuldung, und selbst wenn die laufenden Rettungsmaßnahmen irgendwohin führen, wird die Politik nicht ihren Weg gefunden haben, da die Verschuldung in vielen Ländern noch nicht tragfähig ist.

Weiter unterstreicht er, die Reformen in Griechenland reichen noch nicht aus, damit es eine langfristige Rückkehr auf den Weg des Wachstums gibt. Und wenn – wie er anfügt – die Länder schrumpfen oder stagnierend bleiben, dann steigen die Sätze der Verschuldung wieder an, und die meisten Länder mögen zwar auf die Kurve der Produktion gelangt sein, jedoch gibt es weiterhin kein tragfähiges Wachstum am Horizont.

Bezüglich der deutschen Wirtschaftslage führt Joachim Scheide an, für das Land gebe es vielleicht noch zwei, drei gute Jahre, in denen die niedrigen Zinssätze die wirtschaftliche Blüte anschieben. Wie er anmerkt, geschieht bei den Reformen – beispielsweise des Rentensystems – jedoch genau das Gegenteil von dem, was nützlich wäre und Deutschland ebenfalls von den anderen Ländern verlangt. Man folgt also vorsätzlich der falschen Richtung, offensichtlich weil die Bundesregierung von dem Aufblühen der Wirtschaft geblendet ist.

(Quelle: To Pontiki – Hinweis: Die obige Übersetzung basiert auf dem Griechischen Artikel! Das in Rede stehende Interview kann hier nachgelesen werden: Griechenland braucht neue Hilfe)

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  1. hubi stendahl
    21. Mai 2014, 19:44 | #1

    Es ist immer das gleiche Dilemma mit diesen sogenannten “ Wissenschaftlern „. Sie sehen nur ihre eigene Postion, wie im vorliegenden Fall das IFW, und zelebrieren daraus ihre Weltsicht, um es sich mit dem Arbeitgeber nicht zu verderben. Im vorliegenden Fall bedeutet das zahlen bis der Arzt kommt. Dabei ist sonnenklar, dass ein Land wie Griechenland auch mit einem weiteren Schuldenschnitt unter dem Euro nur im Gefängnis der Internationalisten für Jahrzehnte gefangen sein wird.
    Ein hochindustrialisiertes Land wie die BRD und ein Land wie Griechenland ohne industrielles Wachstumskonzept haben im aktuellen Geldsystem keine gemeinsame Zukunft. Das wissen Alle. Es sagt nur keiner, weil andere Interessen verfolgt.werden. Wäre es nicht so, hätte man längst ein föderales System mit Länderfinanzausgleich.
    Was will man? Jedes Euro-Land wird derart abhängig gemacht, dass am Ende derjenige das sagen hat, der das Kapital mitbrachte. Das sind mitnichten die Deutschen oder Franzosen; das sind die internationalen Kapitalgeber, die „Erfinder des Geldes“, wie Goldman Sachs, die die europäischen Länder derzeit mithilfe von IWF, Weltbank und den Zentralbanken ausplündern. Das hat ja selbst Tsipras nicht begriffen, der in seiner linksideologischen Verblendung nicht begreifen will, dass der Euro ein Trojanisches Pferd ist und ganz am Ende sogar die BRD filetieren wird und die EU zu einer Finanzdiktatur mutieren läßt.

  2. Kutte
    21. Mai 2014, 23:23 | #2

    Zum wievielten mal war bei Griechenland die Rettung mit dem Schuldenschnitt noch mal? Und wenn sie noch zehn mal Griechenland Retten, stehen sie nach einer Rettung immer wieder schlechter da als vor der Rettung, so ist nun mal die Lage. Eine Währung, die gerettet werden muss, ist einfach ausgedrückt „BANKROTT“.

  3. Nico
    22. Mai 2014, 02:02 | #3

    Deshalb AFD wählen. Sie wollen Griechenland die Schulden erlassen (weil es eh nie rauskommen wird) und Griecheland soll aus dem EURO austreten, damit es nicht wieder von vorne losgeht. So kann GR wieder auf die Beine kommen.

  4. GR-Block
    22. Mai 2014, 03:15 | #4

    … ohne einen weiteren Schuldenerlass …
    Es ist eine traurige Wahrheit, dass die konservativen Parteien PASOK und ND den Weg über die „Hilfskredite“ gegangen sind. Nur so konnten korrupte Geschäftemacher für ihre waghalsigen Spekulationen entschädigt werden und den Schaden die Völker übernehmen. Die Angst der EU, dass Geschäfte, die durch Korruption zustande kamen, zurückgenommen werden müssten, hatte Frau Merkel und Co auf den Plan gebracht. Ein Schuldenschnitt durch die Athener Regierung hätte 2008 die Spekulanten und ihre Lobbys in den nationalen Parlamenten abgestraft. Danach hätte die Unterstützung durch die Europäer wirklich greifen können.
    Aber es geht auch anders. Man stelle sich vor, EU-Konzerne müssten einen großen Teil ihrer Geschäfte zurückgeben, weil sie erwiesenermaßen durch Schmiergeld eingeworben wurden. Und man stelle sich weiter vor, die EU hätte 2008 GR erlaubt, kurzfristig aus dem Maastrichtvertrag auszusteigen. Das hätte keinen Europäer Geld gekostet! Die Griechen müssten das Staatsdefizit (9.4% = 23 Mrd €) durch Importsteuern selber finanzieren. Denn der Import blieb trotz der sich abzeichnenden Krise auf höchsten Niveau (65 Mrd €). Das griechische Volk hätte allein mit 25% Importsteuer die Maastrichtkriterien sofort erfüllt. Vielmehr noch, der Import würde durch dieselbe Maßnahme langsam abnehmen und lokale Unternehmen würden den frei werdenden Markt übernehmen, d.h. Arbeitsplätze schaffen.
    Die EU argumentiert in diesem Punkt zwar ideologisch (freier Markt), handelt aber im Sinne ihrer Monopole und entgegen ihrer Völker. Sch…ideologie.

  5. Roland Wolf
    22. Mai 2014, 16:05 | #5

    Wenn man das gesamte Interviw liest stellt man fest das Herr Scheide für die meisten Euro-Länder noch mehr Reformen à la Memorandum fordert – das ist kaum im Sinn der meisten hier schreibenden.
    Eine Bestrafung der Firmen, die durch Korruption zu Ihren Geschäften gekommen sind, durch Nichtrückzahlung der Schulden wäre in wenigen Fällen sinnvoll möglich, da die Kreditgeber und die Begünstigten der Bestechungen in den seltensten Fällen identisch sind. Bespiel: KMW hat einen Vertrag zu überhöhten Preisen abgeschlossen, zu deren Bedienung der griechische Staat Staatsanleihen begeben hat. Diese wurden unter anderem durch zypriotische und französische Banken aufgenommen und sind jetzt für Siemens Sünden bestraft worden.
    Das viele ethisch fragwürdige Geschäfte mit und in Griechenland getätigt worden sind, ist keine Frage. Aber Kreditgeber, die dem griechischen Staat Geld zur verfügung stellen, als gewissenlose Spekulanten zu bezeichnen, sagt etwas über den griechischen Staat, nicht über die Kreditgeber.
    Die vorgeschlagene Importsteuer würde alle importierten Waren um 25% verteueren, ohne dass dieses Geld an anderer Stelle den Bürgern zur Verfügung gestellt werden würde. Viele Artikel lassen sich in Griechenland nicht oder nur mit erheblichem Aufwand herstellen. Die Folge wäre eine erhebliche Inflation.
    Eine (zeitweilige) Entlassung aus dem Maastricht-Vertrag würde es anderen EU-Länder erlauben, Zölle auf griechische Waren zu erheben – durchaus denkbar und üblich, dass die selben Zölle auf vergleichbare Waren erhoben würden. Der griechische Export in die EU wäre damit weitestgehend gestorben …

  6. Ronald
    22. Mai 2014, 22:52 | #6

    Wenn Griechenland, respektive der griechischen Regierung nichts besseres einfällt als die Leute auszupressen, die schon immer Steuern bezahlt haben und wenn der marode Staatsapparat nicht saniert wird, dann ist Griechenland auch mit 10 Schuldenschnitten nicht mehr zu retten.

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