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Steuer-Schock für In- und Ausländer in Griechenland

13. April 2014 / Aktualisiert: 27. März 2016 / Aufrufe: 10.361

Vielen inländischen und ausländischen Bürgern ist immer noch nicht bewusst, was Ihnen in Griechenland spätestens im Sommer 2014 von Seite des Finanzamts blüht.

Den meisten Steuerpflichtigen in Griechenland ist immer noch nicht wirklich bewusst geworden, welche Konsequenzen für sie der angestrebte primäre Haushaltsüberschuss 2014 haben wird, der nicht etwa auf einem wirtschaftlichen Wachstum und der Rationalisierung des öffentlichen Haushalts, sondern praktisch einzig und allein auf exorbitanten Steuern basiert.

Hinweis: bitte den Artikel Griechenland entschärft Steuerfallen für Steuerausländer und -inländer beachten!

Schockierende Beispiele himmelschreiender Steuer-Ungerechtigkeiten

Einige charakteristische Beispiele, die wohlgemerkt auf realen Fakten basieren, demonstrieren auf anschauliche Weise, zu welchen himmelschreienden Ungerechtigkeiten die Bestimmungen der mit Wirkung ab dem 01 Januar 2014 in Kraft gesetzten neuen griechischen Steuergesetzgebung führen. Per Klick auf die nachstehenden Miniatur-Vorschauen werden die jeweiligen Steuerbescheide in einem separaten Browserfenster aufgerufen. Die Angaben auf den jeweiligen Bescheiden sind real, nur personenbezogene Daten wurden aus verständlichen Gründen gelöscht oder unkenntlich gemacht.

1. Ein Auslandsansässiger (sogenannter Steuerausländer, wobei die Nationalität keine Rolle spielt) besitzt einen in Griechenland zugelassenen privaten Pkw mit einem Hubraum von 1.400 cm³, den er für seine Bewegungen nutzt, wenn er nach Griechenland kommt. Weiter hat er ein Girokonto bei einer griechischen Bank, um darauf das Geld für seine Ausgaben vor Ort zu überweisen. Reale Einkommen hat er in Griechenland nicht, jedoch wurden seinem Konto Zinsen in Höhe von 0,01 € (als 1 Cent) gutgeschrieben. Einkommensteuer: 2.264,24 €!

Steuerbescheid 2014 in Griechenland

2. Eine junge Rechtsanwältin hat einen Jahresverdienst von 9.854,41 € netto. Nach Abzug der Miete (3.850 €) und der Steuer nebst Vorauszahlung (1.398,32 € + 1.813,83 €) verbleiben ihr zum Leben 2.792,26 €, also 232,69 € im Monat. Einkommensteuer: 3.212,15 €!

Steuerbescheid 2014 in Griechenland

3. Ein Arbeitsloser mit einem Gesamteinkommen von 100,00 € aus einem subventionierten Beschäftigungsprogramm wohnt zusammen mit seiner Mutter in einem Haus mit 110 qm (an dem ihm ein Anteil von nur 50% gehört) und hat ein 17 Jahre altes Fahrzeug mit einem Hubraum von 1.149 cm³. Einkommensteuer: 3.550 €!

Steuerbescheid 2014 in Griechenland

4. Ein Selbständiger mit einzigem Vermögenswert einen Kleinwagen mit einem Hubraum von 599 cm³, wohnhaft im Haushalt seines Vaters. Neben seinem Hauptbetrieb hatte er auch eine Zweigstelle, die er 2013 mit Verlusten schloss. Einkommensteuer: 3.587,40 €!

Steuerbescheid 2014 in Griechenland

5. Inhaber eines Personenunternehmens mit Gewinnen (nach Abzug der gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge) in Höhe von 2.498,33 €, wohnhaft im Haushalt seiner Eltern, mit dem einzigen Fehler den Besitz eines Pkw mit 1.800 cm³. Einkommensteuer: 4.002,96€!

Steuerbescheid 2014 in Griechenland

6. Schließlich noch eine Gegenüberstellung eines Arbeitnehmers und eines Inhabers eines Personenunternehmens, die den Krieg der angeblich neoliberalen Regierung Samaras zur Auslöschung des privaten Sektors offenbart. Beide haben ein Jahreseinkommen von 15.000 €. Wie aus den Steuerbescheiden hervorgeht: GLEICHES Einkommen, ungeheure UNGLEICHHEIT hinsichtlich des Steuerbetrags, den die beiden Steuerpflichtigen zu zahlen aufgefordert sind:

Steuerbescheid 2014 in GriechenlandSelbständiger - Steuerbescheid 2014 in Griechenland
Steuerbescheid des Arbeitnehmers – Steuerbescheid des Selbständigen

Der Arbeitnehmer hat eine Einkommensteuer in Höhe von 1.350 € zu zahlen. Der Held dagegen, der darauf beharrt, eine selbständige gewerbliche Tätigkeit auszuüben, wird mit einer Einkommensteuer in Höhe von 6.845 € zur Kasse gebeten!

(Quelle: LogiaStarata.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Wilhelm Vieten
    13. April 2014, 10:39 | #1

    Super gemacht – als verspäteter Aprilscherz,es ist doch ein Aprilscherz,oder ?

    • Team
      13. April 2014, 17:33 | #2

      @Wilhelm Vieten
      Nein, kein Aprilscherz, alle Beispiele basieren wie gesagt auf realen Fakten und lassen sich im übrigen absolut schlüssig nachvollziehen.

  2. alex anders
    13. April 2014, 12:01 | #3

    angeblich neoliberalen Regierung Samaras“ …
    … stimmt, denn das hier zeigt schon fast klassisch liberale Züge und erinnert an die Zustände in Großbritannien im 19. Jahrhundert. Während es damals die kleinen Landbesitzer waren, die ihr Hab und Gut an die Banken verloren und dadurch gezwungen waren ihre Arbeitskraft zu „Gleichgewichtslöhnen“ an die Großunternehmer zu verkaufen, so scheint es jetzt die Kleinunternehmer zu treffen, die ihre Lebensgrundlage an die Banken (via Staat) verlieren.

  3. V 99%
    13. April 2014, 20:59 | #4

    Das sind die Artikel, die ich hier besonders schaetze. Verstehe ich das jetzt richtig, dass die hohe Besteuerung an Besitz (auch einer Firma), in Form von Hauesern und oder Autos manifestiert wird? Das ist ein sehr interessanter Artikel, es waere Super das ganze, als Betroffener, noch etwas genauer erklaert zu bekommen. Danke fuer die Uebersetzung!

    • Team
      13. April 2014, 23:20 | #5

      @V 99%
      Die horrende Überbesteuerung resultiert unter anderem daraus, dass
      a) nur noch Arbeitnehmern und Rentnern ein pauschaler Steuerfreibetrag (ca. 9.000 €) zugestanden wird bzw. nur noch für Löhnen und Renten gleichgestellte Einkommen geltend gemacht werden kann,
      b) sonstige Einkommen ohne jeglichen Freibetrag ab dem ersten Cent besteuert werden,
      c) für Einkommen gleicher Höhe unterschiedliche Steuersätze zur Anwendung kommen, die je nach Quelle (!) des Einkommens variieren,
      d) parallel eine fiktive Veranlagung auf Basis völlig willkürlich definierter „Lebenshaltungskriterien“ (wie z. B. der Tatsache, dass jemand überhaupt lebt) erfolgt,
      e) die aktuelle griechische Steuergesetzgebung auf einem – wenn nicht gar weltweit, so zumindest im Club der sogenannten Rechtsstaaten wohl einmaligen – globalen „Ungünstigkeitsprinzip“ basiert.

      Bezüglich individueller „Fall-Analysen“ sei auf einschlägige Foren sowie nicht zuletzt auch die zu Anfang des Beitrags verlinkte Facebook-Seite verwiesen.

  4. Franziska Horn
    14. April 2014, 09:34 | #6

    Sollte sich an dieser Begebenheit bis Jahresende nix ändern … dann bleibt uns Ausländern nur noch die Flucht zurück in’s Heimatland …

  5. Götterbote
    14. April 2014, 13:57 | #7

    Das schreit doch geradezu danach juristisch dagegen vorzugehen. Gibt es keinen Widerstand von irgendeiner Seite?

  6. ouzo-cola
    14. April 2014, 18:20 | #8

    Ich bin sicher, dass die Regierung Samaras in Anbetracht solcher Gesetzesmaßnahmen die nächsten Wahlen selbstverständlich wieder gewinnen wird! Daran bestehen nicht die geringsten Zweifel – und im Übrigen teilt man auch in der Verwaltungszentrale der EUdSSR diese Haltung.
    Was bleibt noch zu schreiben? Nun: Es geht aufwärts mit Griechenland! 😉 Yia mas!

  7. V 99%
    15. April 2014, 22:06 | #9

    @Team
    Danke fuer die Zusammenfassung. Da bleibt einem die Spucke weg. Das ist eine riesen Sauerei was da passiert. Hoffentlich wird diese Regierung endlich mal bei den naechsten Wahlen abgestraft! Dank einer Gesetzesnovelle, die dem Parlament im Februar vorgelegt wurde, worin vorgesehen ist, dass in Griechenland lebende Auslaender, die keine griechische Staatsbuergerschaft haben, bei den Kommunalwahlen kein Wahlrecht mehr haben werden, sollen die Pfruende von ND und PASOK ja weiter gesichert werden. Die Kandidaten der SYRIZA und der kleineren Parteien, fuer die Europawahlen, sind der Oeffentlichkeit eher unbekannt. Wieder ein Pluspunkt fuer die ND, die auf den griechischen lieber-das-bessere-Uebel-Waehler baut, da die Kandidaten ein Direktmandat erhalten sollen und die ND-Schergen mehr namentlich bekannt sind.

  8. Rob Grutz
    15. April 2014, 22:27 | #10

    Damit hat Griechenland für mich endgültig die Gemeinschaft der zivilisierten Staaten verlassen. Ich bedauere es zutiefst, hier investiert zu haben. Wir werden doppelt gemolken: Einmal in Deutschland, wo wir mit unseren Steuer die „Rettung“ Griechenlands finanzieren, und dann gerade nochmal in eben diesem Griechenland, wo Einkommen besteuert werden, die es überhaupt nicht gibt. Wie schäbig ist das! In einem Staat, in dem es keine Rechtssicherheit gibt, kann man nicht in Frieden leben. Schönes Wetter ist nicht alles. Nun heisst es: Ab mit Schaden!

  9. Nikos Remo
    16. April 2014, 10:14 | #11

    Moment …jeder Auslaender oder Grieche, der in Gr Besitz hat (Immobilie oder Pkw), muss jedes Jahr eine Steuererklaerung abgeben. Hat somit einen Steuerberater, der ihm sicherlich erklaert hat, dass Besitz mit einem Vorgang, der Tekmirio heisst, geschaetzt wird. Ist also mein Tekmirio, da ich eine Immobilie besitze, 3000 euro reicht es, wenn ich der Steuererklaerung einen Auszug von der Bank hinzufuege, die bestaetigt, dass ich diese Summe aus dem Ausland ueberwiesen habe und ich brauche somit keine Steuern zu zahlen … da ich beweise, dass ich die Kosten, die mein Besitz hat, aus dem Ausland finanziere und nicht z. B. mit Schwarzarbeit …

  10. Hexe
    16. April 2014, 11:55 | #12

    Auch ich bedaure es schon seit längerem, in Griechenland investiert zu haben. Spätestens im Juni werde ich in GR meine Schotten dicht machen und bis auf weiteres dieses Land meiden. Schade!

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