Merkel wird über Wahlen in Griechenland entscheiden

9. April 2014 / Aufrufe: 1.402

Laut dem SYRIZA-Vorsitzenden Alexis Tsipras wird Bundeskanzlerin Merkel die Entscheidung treffen, ob und wann es in Griechenland Parlamentswahlen geben wird.

Die Entscheidung, ob und wann nationale Wahlen erfolgen werden, wird nicht Antonis Samaras treffen. Diese wird Frau Merkel treffen, die jetzt, wo er Probleme hat, kommt um ihn zu unterstützen. Sie kommt um ihre Merkelisten zu unterstützen. Und Herr Samaras und Herr Venizelos werden sie erwartungsgemäß begrüßen und ihr sagen ‚Frau Kanzlerin, hier ist ihre Kolonie, wir sind bereit, zur Umsetzung der von ihnen verlangten Maßnahmen zu schreiten‘„, erklärte der SYRIZA-Vorsitzende Alexis Tsipras in einem Interview in einer Sendung des Fernsehsender ERT3, der (immer noch) per Internet sendet.

Samaras begegnet dem griechischen Volk wie Eingeborenen

Alexis Tsipras brachte seine Einschätzung zum Ausdruck, Frau Merkel werde keine Parlamentswahlen in Griechenland beschließen, weil die SYRIZA sie gewinnen wird und etwas derartiges Merkels Pläne über die schrittweise Umwandlung der Europäischen Union in eine „Deutsche Union“ zerstören wird. Bezüglich des Ziel, welches die SYRIZA bei den Europa- und Kommunalwahlen im Mai setzt, meinte er, je größer der Sieg der SYRIZA ist, um so näher kommt der Augenblick, an dem die heutige Regierung die Macht verlieren wird, weil sie das Land zerstört.

In Zusammenhang mit dem Fall des ehemaligen Regierungssekretärs Mpaltakos (der nach der Enthüllung seiner Kontakte zur Chrysi Avgi zurücktrat) erhöhte der SYRIZA-Vorsitzende die Tonlage und beschuldigte Premierminister Antonis Samaras, Anführer einer „rechtsradikalen Clique“ im Maximou (Anmerkung: gemeint ist der Regierungssitz) zu sein, die Griechenland regiert. „Es kann nicht angehen, dass der Premierminister dem griechischen Volk wie Eingeborenen begegnet, denen er Glasperlen und Taschenspiegel verkauft. Das Argument also, Herr Mpaltakos war ein Passant des Maximou und der Premierminister habe nicht gewusst, was er treibt, mit wem er sich unterhält, ist nicht überzeugend„, meinte Alexis Tsipras und fügte an:

Herr Mpaltakos agierte nicht autonom. Er war ein mächtiger Mann der Regierung, mit der Deckung des Premierministers und in Absprache mit ihm. Alle Welt wusste Bescheid, während Herr Samaras sich hinter seinem Finger versteckte. Alle aus dem Umfeld wussten, dass Herr Mpaltakos der Kommunikationskanal des Megaro Maximou mit der Chrysi Avgi war. Wenn Sie wollen, lange vor dem Mord an Pavlos Fyssa. Alle wussten dies. Als Herr Mpaltakos auftrat und zu den Journalisten sagte, strapazieren Sie mich nicht zu sehr, da wir mit der Chrysi Avgi kooperieren werden, monierten wir dies öffentlich und dem Premierminister war es schnuppe. Als wir uns meldeten und sagten, dass es ein rechtsradikales Umfeld gibt und diese ND nichts mit dem historischen Verlauf jener Fraktion zu tun hat, die Konstantinos Karamanlis gründete, war es Herrn Samaras piepegal.

Rechtsradikal inspirierte Memorandums-Politik

Der SYRIZA-Vorsitzende bezog sich auf ältere – auf die Theorie der beiden Extreme gestützte – Erklärungen von Failos Kranidiotis und Chrysanthos Lazaridis und unterstrich: „Es handelt sich nicht um diverse Einzelpersonen. Ihr Anführer ist Herr Samaras. Das oberhaupt des rechtsradikalen Umfelds im Maximou ist Herr Samaras, der eine historische Fraktion, wie die der ND, in eine merkwürdige Mischung, in eine Legierung aus Politiki Anixi und Netzwerk 21 gemacht hat. Heutzutage regiert uns leider eine rechtsradikale Clique, deren Leiter der Premierminister ist.

Alexis Tsipras brachte die Einschätzung zum Ausdruck, in jedem beliebigen europäischen Land wäre die Regierung nach dem Fall Mpaltakos gefallen, und auf eine Frage, ob er nationale Wahlen wolle, antwortete er: „Wir verlangen die Durchführung nationaler Wahlen nicht nur deswegen, sondern auch, damit die Möglichkeit geboten wird, dass diese Regierung abdankt, weil sie das Land zerstört hat„.

An diesem Punkt attackierte Herr Tsipras auch den PASOK-Vorsitzenden Evangelos Venizelos wegen der Unterstützung, die der dem Premierminister bietet, und meinte: „Herr Samaras wird von der PASOK des Herrn Venizelos gestützt und ich frage mich, wie es möglich ist, dass Herr Venizelos die Dreistigkeit hat, von einem linken Zentrum zu sprechen. Welche ist diese linke Mitte, die mit Leuten vom Schlag eines Mpaltakos, Voridis, Adonis und Failos Kranidiotis in der selben Herde weidet?

Weiter rief er in Erinnerung, dass die Chrysi Avgi die einzige Partei außer den regierenden war, die sich positiv zu der Schließung der ERT geäußert hatte, und merkte an: „Nun wird gesucht, um die Wahlverwandtschaften oder die ideologischen Nachbarschaftsbeziehung zu finden. Wir brauchen nicht zu suchen und die rechtsradikale Politik dem Herrn Mpaltakos anzulasten. Rechtsradikaler Prägung und Inspiration ist diese gesamte Memorandums-Politik.

(Quelle: in.gr)

  1. Catalina
    9. April 2014, 01:18 | #1

    Ist vielleicht etwas drastisch von ihm ausgedrückt, aber Alexis Tsipras hat absolut Recht! Und all die Besuche ausländischer Staatschefs und Aussenminister und Finanzminister und Unter – Untersekretäre und all die Millionen Euro, die so „großzügig“ noch vor dem 25. Mai über Griechenland ausgeschüttet werden, dienen nur dem Zweck, den willigen Handlanger bzw. den amtierenden Regierungschef und seine Koalition der Willigen im Amt zu halten, so dass der Raubzug in Griechenland noch viele Jahre weiter gehen kann.

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