Haushaltsüberschuss in Griechenland ist Volksverarsche

27. April 2014 / Aufrufe: 1.541

Laut dem Leiter des Instituts für Wirtschaftforschung ifo, Hans-Werner Sinn, kann von einem primären Haushaltsüberschuss in Griechenland keine Rede sein.

Sich auf die Erklärungen der Troika und der Kommission hinsichtlich des primären Überschusses Griechenlands beziehend spricht der Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) in München, Hans-Werner Sinn, von einer Irreführung der öffentlichen Meinung.

In Wirklichkeit kann von solchen Haushaltsüberschüssen keine Rede sein„, führt Herr Sinn in einer abgegebenen Bekanntmachung an und ergänzt, dass das, was die Troika einen Vertreter der Europäischen Kommission in Brüssel bekannt geben ließ, eine Zahl gewesen sei, die einfach jegliche Elemente über als nicht wiederkehrend charakterisierte Ausgaben ausklammerte – und zwar hauptsächlich die Kosten der Rettung der Banken, auch wenn niemand voraussehen kann, dass in den kommenden Jahren nicht weitere Gelder für die Rettung der Banken erforderlich sein werden.

Die griechische Regierung hat keinen Überschuss in ihrem Haushaltsplan

Wie Herr Sinn erklärt, „sind die volkswirtschaftlichen Ergebnisse immer positiv, wenn man genug Ausgabenposten außen vor lässt. Deswegen ist es wichtig, die Eurostat-Regeln für die Ermittlung des primären Defizits zu befolgen und diese Regeln nicht nach Belieben so zurechtzubiegen, wie es jeweils genehm ist.

Wie in seiner Bekanntmachung weiter betont wird, erreichte das gemäß den Maastrichter Regeln und wie von dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) bekanntgegebene Defizit Griechenlands für das Jahr 2013 rund 23 Milliarden Euro, was 12,7% des griechischen BIP entspricht.

Das von der Eurostat bekannt gegebene primäre Defizit – anders gesagt, das Defizit ohne die Last der Zinsen – war ganz klar negativ, nämlich bei 8,7% des BIP, fährt Herr Sinn fort und betont, dass entgegen den verbreiteten Verlautbarungen die griechische Regierung eindeutig keinen Überschuss in ihrem Haushaltsplan hat.

Griechenland steht am Rand des Bankrotts

Laut Herrn Sinn befindet Griechenland sich am Rand der Pleite und wäre schon lange gezwungen gewesen, den Staatsbankrott zu erklären, wenn nicht die privaten Kredite durch Kredite der Mitgliedstaaten mit niedrigen Zinsen substituiert worden wären.

Alle in den letzten Jahren von der Troika und der EU veröffentlichten Prognosen bezüglich der Tragfähigkeit der griechischen Verschuldung basierten auf dramatisch übertriebenen Wachstumsschätzungen, urteilte er und betonte, der einzige Grund, aus dem Griechenland wieder Zugang zu den Finanzmärkten haben könne, seien die direkten und angedeuteten Versprechungen über eine Rettung von Seite der Staaten und der EZB, die bedeuten, dass im Krisenfall die Steuerzahler anderer Länder die Tilgung übernehmen werden.

(Quelle: Naftemporiki)

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  1. Norbert
    27. April 2014, 06:38 | #1

    Vor einiger Zeit gab es Zahlen (ca. 1,5 Milliarden) die zeigten, dass der Supi-Primärüberschuss ziemlich genau den nicht ausgezahlten aber berechtigten Steuerrückzahlungen entsprach. Da kann man doch nur grinsen, oder?

  2. Stavros
    28. April 2014, 10:33 | #2

    Das griechische Volk ist sicher nicht so blöde und glaubt diese Angaben. Das sind alles ABLENKUNGEN vor den EUROPA-Wahlen und Regierungswahlen! Die Regierung biegt die Zahlen so zurecht wie beim Monopoly-Spiel. Griechenland hat über 300 Milliarden Schulden; das ist die Wahrheit!

  3. juls
    29. April 2014, 09:07 | #3

    Ich befuerchte, dass sich viele Menschen von diesem „Primaerueberschuss“ beeinflussen lassen, denn umsonst wurden diese Zahlen nicht vor den Wahlen auf den Tisch gepackt und auch noch von Eurostat bestaetigt. Da die griechischen Fernsehsender diese „Luege“ auch noch kraeftig „mittragen“ und das fuer viele die einzige Informaionsquelle ist, kann man sich an 10 Finger abzählen, wer da was glaubt und wer nicht! Viele „wollen“ es einfach glauben, damit man endlich mal etwas Positives denken kann, die Durststrecke ist schon zu lang!

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