Griechenland: Häftlinge charakterisieren ermordeten Wärter als Folterer

1. April 2014 / Aufrufe: 774

Häftlinge der Strafvollzugsanstalt Nigrita in Griechenland bezeichnen den in Malandrino getöteten Wärter als Folterer und sprechen von professionellem Mord an dem Täter.

In einem offenen Brief charakterisieren die Häftlinge der Strafvollzugsanstalt Nigrita den am 25 März 2014 in der Vollzugsanstalt Malandrino von dem albanischen Schwerverbrecher Ilia Kareli tödlich verletzten Justizvollzugsbeamten / Polizeibeamten Giorgos Tsironis als Folterer und führen an, der Tod des Ilia Kareli sei ein professioneller Mord gewesen.

Die Häftlinge verlangen „Gerechtigkeit und keine faschistischen Handlungen im Stil einer Blutrache“ und vertreten unter Berufung auf Aussagen externer Wächter und im Arbeitsdienst stehender Häftlinge, Ilia Kareli sei auch in der Vollzugsanstalt Nigrita von Vollzugsbeamten verprügelt worden.

Der offene Brief der Häftlinge der Vollzugsanstalt Nigrita

Nach dem Vorfall in der Vollzugsanstalt Malandrino, bei dem der Folterer – Vollzugsbeamte Giorgos Tsironis das Leben verlor, wurde Ilia Kareli dem Staatsanwalt vorgeführt, damit Anklage gegen ihn erhoben wird. Nach dem Abschluss der Vernehmung wurde er am 27 März 2014 direkt in die Vollzugsanstalt Nigrita verlegt.

Unser Mithäftling, der bereit war, die gesetzlichen Konsequenzen auf sich zu nehmen und wegen der verübten Straftat verurteilt zu werden, wurde schon zum Tod verurteilt, ohne vor Gericht gestellt zu werden, und ist inzwischen tot. Der Mord erfolgte umgehend und mit professioneller Präzision. Abgesehen von den Blutergüssen hatte Ilia Kareli an seinem Körper auch Stichwunden, eine an der Hand und eine im Bereich des Brustbeins, die mit einem spitzen Gegenstand erfolgt sein sollen, was jedoch nicht veröffentlicht worden ist.

Wir wollen, dass die erforderlichen Handlungen erfolgen und die Ursachen seines Todes festgestellt werden, so wie es auch bei dem Vollzugsbeamten geschah. Ebenfalls verlangen wir, dass alle Fotos ab dem Augenblick seiner Einlieferung in die Vollzugsanstalt Nigrita veröffentlicht werden. Die für die Misshandlungen Verantwortlichen sollen ausfindig gemacht und seine Mörder so verurteilt werden, wie auch er selbst verurteilt worden wäre.

Laut von einem externen Wächter und diversen im Arbeitsdienst stehenden Häftlingen in Umlauf genbrachten neuen Informationen gibt es in dem Einweisungsraum sogar auch jetzt noch Blutspuren, und es ist nunmehr offensichtlich, dass Ilia Kareli AUCH in der Vollzugsanstalt Nigrita misshandelt wurde. Das Einzige, was wir verlangen, ist Gerechtigkeit und nicht faschistische Handlungen im Stil einer Blutrache.

Wir sind hier und werden uns allem stellen, was unsere Stimme zum Schweigen bringen will. Vereinigen wir uns also, ungeacchtet jeder Nationalität, und widersetzen wir uns der seit geraumer Zeit vorherrschenden Junta.

Die Häftlinge der Flügel B1, B2, C1, C2 der Vollzugsanstalt Nigrita

(Quelle: To Pontiki)

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