Explosion rassistischer Gewalt in Griechenland 2013

7. April 2014 / Aufrufe: 2.661

Das Komitee für Menschenrechte spricht von einer Explosion der rassistischen Gewalt in Griechenland und bei den Sicherheitskräften herrschenden Kultur der Straflosigkeit.

Das Netzwerk zur Erfassung von Fällen rassistischer Gewalt verzeichnete 2013 in Griechenland 166 Fälle rassistischer Gewalt mit 320 Opfern.

Wie jedoch die Mitglieder des Netzwerks am Mittwoch (02 April 2014) bei der Präsentation des Berichts für 2013 warnten, scheint nach dem „Durchhänger“, der infolge der Verhaftungen von Funktionären der Chrysi Avgi beobachtet wurde, seit Februar 2014 wieder „Bewegung“ einzutreten: in Bezirken wie beispielsweise Keratsini und Perama zieht erneut die Gewalt ein.

Kultur der Straflosigkeit

Die Chrysi Avgi identifiziert sich nicht mit der rassistischen Gewalt und monopolisiert sie auch nicht„, meinte Kostis Papaioannou, Vorsitzender des an dem Netzwerk beteiligten Nationalen Ausschusses für Menschenrechte (NCHR). „Die polizeiliche Gewalt trifft sich auf einem großen Bereich mit der rassistischen Gewalt.“ Von den erfassten Vorfällen beziehen sich 44 auf Gewalt durch Uniformträger (von denen sich wiederum nur zwei auf Beamte der Hafenorgane beziehen, weil die Hafenpolizei bei den Dokumentierungen aus dem Grund unterrepräsentiert ist, dass das Netzwerk nicht in ganz Griechenland präsent ist). Herr Papaioannou sprach von einer „bei den Sicherheitskräften herrschenden Kultur der Straflosigkeit„.

In 75 Fällen stehen die Täter mit extremistischen Gruppen in Verbindung, die organisiert agieren, entweder auf Motorrädern oder zu Fuß, oft große Hunde bei sich führen, schwarze Kleidung oder Militärhosen tragen, Helme aufhaben oder ihre Gesichter vermummen. Diese Gruppen patrouillieren nachts als selbsternannte Bürgerwehren und greifen Immigranten und Flüchtlinge an. Interessant ist, dass in wenigstens 20 Fällen die Opfer aus rassistischen Gründen in Kombination mit anderen Motiven wie ihrer Ausnutzung durch Arbeitgeber ins Visier genommen wurden.

Paradebeispiel ist der bekannte Vorfall in Manolada, wo Vorarbeiter auf drei ausländische Arbeiter schossen, welche die Zahlung anhängiger Löhne verlangten. „Die gemischt motivierten Hassverbrechen sind vor allem rassistische Verbrechen, da genau wegen seiner ‚Andersartigkeit‘ das Opfer ins Visier genommen und die Straftat möglich gemacht wird„, lautet es in dem Bericht. 103 der Vorfälle fanden in Athen, hauptsächlich im Zentrum, und die meisten der insgesamt 166 an öffentlichen Plätzen statt. Die meisten Opfer stammten aus Bangladesch (164), Afghanistan (51) und Pakistan (11).

Die Leute machen keine Anzeigen, weil sie Angst haben

Das Netzwerk deckt die Lücke der offiziellen Erfassung der Vorfälle rassistischer Gewalt ab„, meinte Giorgos Tsarmpopoulos, Leiter des UNO-Hochamts für die Flüchtlinge in Griechenland, auf dessen Initiative vor zweieinhalb Jahren und unter Mitwirkung dutzender Organisationen das Netzwerk geschaffen wurde.

Aufzeigend für die griechische Realität ist, dass von den 166 Fällen, die das Netzwerk erfasste, nur 33 bei der Polizei angezeigt wurden. Die Polizeibeamten verhaften alle Opfer, die keine legitimierenden Papiere haben (weil für den Staat das Vergehen der unzulässigen Einreise in das Land die rassistische Gewalt überwiegt). Aber auch die legalen Immigranten begegnen bei der Anzeige von Gewaltfällen Hindernissen, wie dem Fehlen eines Dolmetschers. Dolmetscher gibt es nur im 7. Stock der Generaldirektion der Kriminalpolizei in Attika (GADA), jedoch wird der legale Immigrant dort nur angelangen, wenn er es schafft, die mehrfachen Kontrollen zu passieren (was schwierig ist).

‚Wenn ich eine Aussage von euch aufnehme, muss ich euch verhaften‘ und ‚wenn ihr Anzeige erstattet, wird euch auch die andere Seite anzeigen und ihr werdet verhaftet‘ sind zwei übliche Antworten, welche die Opfer rassistischer Gewalt, die diese anzuzeigen versuchen, von Polizeibeamten zu hören bekommen„, meinte die Rechtsanwältin Ioanna Kourtovik.

Bis 2010 hatten wir viele Opfer, jedoch schenkte uns niemand Glauben, als wir sagten, rassistische Angriffe zu erleiden. Es gibt immer noch ein Problem. Die Leute machen keine Anzeigen, weil sie Angst haben, aber auch, weil sie nach all dem, was sie in ihrem Land durchgemacht haben, meinen ‚einmal Prügel mehr ist mir egal‘„, sagte Junus Mohamadi, Vorsitzender des Verbands afghanischer Immigranten und Flüchtlinge. „In letzter Zeit ließen die Angriffe nach, die Angst nahm jedoch zu. Wer einen Laden hat, wer im Zentrum wohnt, lebt in der ständigen Angst, angegriffen zu werden.

Psychologische Unterstützung für die Opfer

Herr Mohamadi verlangte größere – hauptsächlich psychologische – Unterstützung der Opfer. Er führte folgendes Beispiel an: „Hasan, dem sie ein ‚X‘ in den Rücken geschnitten hatten, hatte keinerlei Unterstützung. Heute lebt er in Frankreich. Reza, der in Peristeri einem gewalttätigen Angriff zum Opfer fiel, erlitt eine Phobie, er konnte seine Wohnung nicht mehr verlassen. Wir haben ihn seit zwei Monaten verloren. Die Schwangere, die zweimal auf dem Attika-Platz angegriffen wurde, befindet sich heute in Hamburg. Sie sagte uns, sich um ihr ungeborenes Baby zu sorgen, dem es letztendlich gut geht; diejenige, die ein großes Problem hat, ist jedoch ihre sechsjährige Tochter, vor deren Augen die Angriffe erfolgten. Das Mädchen konnte zwei Monate lang nicht schlafen und schrie.

Das Positive ist, dass seit Herbst 2011, als das Netzwerk seinen Betrieb aufnahm, es zur Aufzeigung des Themas der rassistischen Gewalt beitrug: von der absoluten Bestreitung seiner Existenz gingen wir zur Charakterisierung der Fälle als „vereinzelt“ über, um bei der heutigen Anerkennung des Problems anzugelangen. Zwei sind laut dem Netzwerk die Hauptebenen für Verbesserungen in der unmittelbaren Zukunft: der tatsächliche Zugang der Opfer zur Anzeige und die ausreichende Erforschung der Fälle rassistischer Gewalt.

(Quelle: in.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Akif-Fan
    7. April 2014, 12:25 | #1

    Migranten sind keine Griechen. Wer hat eigentlich die Griechen gefragt, ob sie die Zuwanderung wollen? Ist das nicht eigentlich der Sinn und Zweck der Volkssouveränität, dass ein Volk das Sagen hat und nicht eine anonym zusammengewürfelte Masse? Schon Rousseau hat darauf hingewiesen, dass die Souveränität des Volkes auch immer eine Identität und eigene Geschichte braucht. Ein Volk X im Staat Y, der XPZ dient, das funktioniert nicht. Multikulti ist gescheitert, eine Illusion. Retortenvölker sind keine Völker. Es gibt ja auch nicht das Volk „Europa“. Wohin das führt sehen wir ja. Die linke Art die Welt zu sehen, läuft darauf hinaus, die Geschichtlichkeit und die Andersartigkeit der Menschen zu leugnen. Von Timbuktu bis nach Kamschatka sind alle Menschen für den Linken gleich. Alle lieben sich, weil es unmoralisch ist, sich nicht zu lieben -so die linke Denklogik. Dahinter steckt in meinen Augen eine ungeheuere Ignoranz. Zuwanderung ja, aber in Maßen. Das, was Griechenland erlebt hat, war ein Massenansturm, den kein armes Land verkraften kann!

  2. Realist
    7. April 2014, 12:32 | #2

    Ich vergieße keine Tränen, weil das seit Jahrzehnten vorherzusehen war. Hätte man die Zuwanderung bei Zeiten gestoppt, gäbe es jetzt keine Verteilungskämpfe. Hier fehlt es am einfachsten Verständnis für die primitivsten politischen Vorgänge!

  3. Ronald
    7. April 2014, 16:04 | #3

    Ich habe nicht den Eindruck gehabt, dass Migranten in Griechenland in der Vergangenheit unwillkommen waren. Jeder bessere Haushalt in Griechenland beschäftigte (schwarz) einen Phillipino oder eine Phillipina als Hausangestellte(n), Kindermädchen oder Dogsitter. Das ist bis heute so (geht einfach mal auf die Spielplätze in Kifissia oder in Filothei. Das war eine Art Statussymbol wie der Zweitwagen vor der Tür. Die Albaner habe ich jahrzehntelang auf den Baustellen in Athen gesehen und natürlich (schwarz) im Handwerk (Maler, Gärtner usw). Wie viele tausend Albaner als billige Erntekräfte geartbeitet haben vermag ich mir kaum vorzustellen. Der Rassismus, der jetzt in Griechenland aufkeimt ist keinesfalls ein ökonomischer. Ich glaube nicht, dass Griechen heute vermehrt die Jobs machen (wollen) die durch die Albaner in der Vergangenheit belegt wurden weil Griechen sie nicht mehr machen wollen). Es ist einfach das Phänomen des Hasses des schwachen, der sich an schwächeren entlädt. Es mag sein, dass die Migration nach Griechenland der Gesetzeslage nach eine illegale war. Sie wurde aber von je her durch den Staat nicht sonderlich behindert. Ob diese Migration wirklich so ungern gesehen war? Ich zweifele daran …

  4. Murksel
    7. April 2014, 16:15 | #4

    Wer das Migrantenstadl zu bezahlen hat, fragt natürlich keiner. Gäbe es keine Migranten, gäbe es auch keine Gewalt gegen sie. Derjenige, der diese unnötig lange im Land belässt, macht sich mitschuldig an der Gewalt gegen die Migranten.

  5. Hellenisator
    7. April 2014, 17:10 | #5

    Die Strippenzieher, welche keine Hellenen sind, wollen die totale Zuwanderung. Übrigens auch für Deutschland und die restliche westliche Welt. Hellas ist zum einen ein armes Land (nicht wie Deutschland, Frankreich oder England) und darüber hinaus sind wir ein Balkanvolk wo Nationalismus, Gott sei Dank, immer noch einen hohen Stellenwert hat.

  6. GR-Block
    7. April 2014, 19:31 | #6

    Naja, ein Immigrations „-problem“ hat es eigentlich nie in Griechenland gegeben, eher umgekehrt. Es war immer leicht in dieses weltoffene Land einzureisen und sich mal umzuschauen. Die Mentalität ehemaliger Kolonialvölker sich einzuigeln jedoch, um seinen Luxusstand zu waren, ist nunmal nicht der Normalzustand für ein wohlhabendes Land wie GR. Es ist natürlich kein Problem, wenn Zuwanderung und Abwanderung sich fast die Waage halten. Ein Problem wird es erst, wenn die Luxusstaaten ihre One-Way-Mentalität anderen aufoktroyieren (Maastricht). Wenn also Immigranten in die EU-Peripherie einreisen dürfen, dann aber festgehalten werden müssen. Dann freuen sich erstens Unternehmer, die verzweifelte Arbeitssuchende zu Dumpingpreisen beschäftigen dürfen. Es ärgern sich zweitens die Einheimischen, deren Wohlstand durch derart arbeitsmarktpolitischer „Entartung“ in den Boden getreten wird. Und drittens organisiert sich der ausgebeutete und gehasste Dritte in Mafia-ähnlichen Strukturen, um seinen Lebensunterhalt zu sichern und seine Peiniger in dem Land zu ärgern, in dem er sowieso nie bleiben wollte.
    Das Problem Immigration lässt sich sehr leicht durch kostenlose Flugtickets von Athen und Thessaloniki direkt nach Frankfurt beheben. Bei einer Million Illegaler und 100 € One-Way-Tickets hätte man das Problem mit läppischen 0.1 Mrd € gelöst. Das würde die Einkommen der Eingeborenen wieder steigen lassen, die Olympic Air wäre saniert und die Bankenhilfskredite wären vernünftiger angelegt. Aber wer will das schon.
    Nein, so wie es jetzt ist, ist es für die „Helfer“ besser. Die exportierten Lebensmittel werden immer billiger und der 5*-Urlaub auch. Das heißt, die Gewinnspannen für Zwischenhändler und Touristikkonzerne steigen. Schade nur, dass diese lukrativen Positionen kaum von griechischen Kapitalisten besetzt sind.

  7. Rodi
    7. April 2014, 19:40 | #7

    Kein Mensch kann was dafür wo er geboren wurde, auch der „Hellene“ nicht. Nur die eigene Leistung berechtigt zum stolz sein, nicht die Gnade der Geburt. Wo wäre der Hellene ohne Ausländer? Denn auch die Touristen sind Ausländer! Wo wäre Hellas ohne Tourismus, ohne Nato und ohne EU? Nehmt den Mund mal nicht so voll, liebe Nationalisten. Ohne Ausländer, wie Franzosen, Engländer und Russen wäre Schlacht von Navarino / Pylos nicht gewonnen worden und Griechenland wäre vielleicht immer noch osmanisch besetzt.
    Besinnen wir uns lieber auf die universellen Menschenrechte und kämpfen wir dafür, dass alle ein menschenwürdiges Auskommen haben, denn der soziale Unterschied ist die Bombe auf der wir alle sitzen. Euer Glaube, liebe Nationalisten, man könne sich eine Insel der Glückseligkeit schaffen, endete bisher immer in Katastrophen. Helft lieber mit, diese Bombe zu entschärfen, als immer wieder mit dem Feuer zu spielen. Solidarität ist angesagt, nicht Abgrenzung. Es ist genug für alle da!

  8. GR-Block
    7. April 2014, 23:27 | #8

    Nur die eigene Leistung berechtigt zum stolz sein, nicht die Gnade der Geburt.“ Oh wowow … Das widerspricht aber diametral der Mentalität ehemaliger Kolonialstaaten also der heutigen FUKG-Staaten in der EU. Die beziehen ihren Wohlstand (und damit ihren Stolz) entweder aus ihren ausländischen Besitzungen, ihren ausländischen Arbeitern (im und außerhalb ihres Landes) und ihrer Eroberung ausländischer Märkte.
    Wo wäre Hellas ohne Tourismus, ohne Nato und ohne EU?“ Prima, da haben wir sie ja, die Imperiale Dreifaltigkeit. Ohne Tourismus würde die Bevölkerung sich wieder um ihre ureigene Erwerbsmethoden kümmern. Die seit 20 Jahren (Maastricht) durch „Fördergelder“ abgebaute Produktion würde wieder zurückkehren. Subventionierte ausländische Massenware würde wieder der lokalen Qualität weichen. Ohne NATO hätte es in GR keine Junta gegeben, Zypern wäre nicht unwidersprochen besetzt worden und GR nicht gegen den Wunsch der Bevölkerung in die EWG reingetreten worden. Ohne EU hätte GR immer noch 50% Selbständigkeit, wären weiterhin seine Märkte im Mittelmeerraum und dem Balkan, hätte der Import ausländischer Ware Steuereinnahmen gebracht, wäre die Korruption nicht auf Flick’sches Niveau hochgeschnellt, die 100.000.000 €-Schmiergelder von SIEMENS nicht verziehen worden, hätte der deutsche Pleitestaat spätestens nach der „Wiedervereinigung“ längst seine Schulden an GR bezahlt.
    … und vor allem: „Wo wäre der Hellene ohne Ausländer?“ Ja, wo wäre denn der Hellene, ohne Römer, Vandalen, Kreuzfahrer, Türken, Italiener, Deutsche, Engländer, Amerikaner … Hm, mal sehen … na klar, der Hellene würde immer noch als Küstenbewohner an den Küsten des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres leben, in unabhängigen Städten (je nach Gusto demokratisch oder aristokratisch) und natürlich in direkter Nachbarschaft mit Städten anderer Völker.

  9. gregor
    9. April 2014, 03:08 | #9

    Was haben Touristen mit Sharia Befürwortern zu tun oder mit Leuten die aus Afrika geschleust werden mit dem Geld der ganzen Familie oder des Dorfes und dann ALLE versorgen müssen. Wie soll das gehen ausser durch Drogen oder Raub? Frauen werden dagegen auf den Strich geschickt. Soll das die schöne neue Welt sein?
    Auch schleusen (bzw. bezahlen andere Afrikaner) die Chinesen Afrikaner nach Europa damit diese gefälschte Waren verkaufen das wurde auf dem Linken StaatsSender ARTE gezeigt. Und wie sagte letztens ein Asylant in Deutschland? Ich will HArtz4, 10 Kinder bekommen und den Staat bekämpfen. Ja das brauchen wir!
    Multikulti funktioniert nur wenn es nicht zuviel wird, sieht man gerade wieder in der Ukraine und das obwohl die Ukraine die Wiege Russlands ist.

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