Troika will keine Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte

14. März 2014 / Aktualisiert: 15. Mai 2017 / Aufrufe: 1.200

Laut einem Bloomberg-Artikel will die Troika nicht, dass Griechenland an die Finanzmärkte geht, zumal ihr Einfluss auf Premierminister Antonis Samaras bereits abnimmt.

Ein Artikel der Agentur Bloomberg führt an, die Troika sehe die Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte negativ, da sie einen Rückfall in die Praktiken befürchtet, die zu der Krise führte.

Die Agentur beruft sich auf einen europäischen Amtsträger, der vertritt, der einzige Weg zur Sicherstellung der Fortsetzung der Reformen durch Griechenland sei die Gewährung eines neuen Kredits, der von strengen Bedingungen volkswirtschaftlicher Besonnenheit begleitet sein wird. Laut Bloomberg hat jedenfalls nach der Erzielung des – umstrittenen – primären Haushaltsüberschusses der Einfluss der Troika auf den griechischen Premierminister Antonis Samaras bereits zu schwinden begonnen.

Bedingter Schutz sogar im Fall eines provozierten Bankrotts

Der Einfluss der Troika auf Antonis hat bereits zu schwinden begonnen, da der griechische Premierminister – nachdem die Wirtschaft aus der sechsjährigen Rezession herauskommt und ein logistischer und volkswirtschaftlicher Überschuss erzielt wurde – über genug Geld für die Deckung der Gehälter und Renten verfügt, wird in dem Bloomberg-Artikel angeführt und angefügt, das einzige, was er benötige, sind Kredite zur Abzahlung der sich auf 321 Mrd. Euro belaufenden öffentlichen Verschuldung Griechenlands.

Zusätzlich wird – wie in dem Korrespondentenbericht aus Athen angemerkt wird – der größte Teil der öffentlichen griechischen Verschuldung von den Partnern Griechenlands in der Eurozone, dem IWF und der EZB gehalten. Folglich würden sogar in dem Fall, wo die Troika Griechenland pleite gehen lassen würde, indem sie weiter die Auszahlung der nächsten Kredit-Tranche verhindert, sowohl die Finanzmärkte als auch die griechischen Bürger eine gewisse Form eines Schutzes genießen.

Laut zwei Amtsträgern, auf die sich Bloomberg beruft (Anmerkung: einer aus Griechenland und einer aus der Europäischen Union, die beide die Wahrung ihrer Anonymität verlangten), befürchtet die Troika, dass – wenn sie den Einfluss auf die griechische Regierung verliert – das Land zu den Fehlern zurückkehren wird, welche die europäische Schuldenkrise schufen, und in diesem Fall die Mitgliedstaaten der Eurozone ein neues Rettungspaket verweigern werden.

EU, EZB und IWF befürchten Wiederholung der Fehler der Vergangenheit

Der europäische Amtsträger vertritt, der einzige Weg zur Sicherstellung der Fortsetzung der Reformen durch Griechenland sei die Gewährung eines neuen Kredits, der von strengen Bedingungen volkswirtschaftlicher Disziplin begleitet sein wird. Als Beispiel führte er das Unvermögen Griechenlands an, alle erforderlichen Reformen in der öffentlichen und Steuerverwaltung umzusetzen, sowie auch seine Unwilligkeit, Maßnahmen zur Liberalisierung der Produkt- und Dienstleistungsmärkte umzusetzen.

Die beiden Amtsträger erklärten außerdem, die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfond haben die Ansicht zum Ausdruck gebracht, die griechische Regierung könnte die Fehler der Vergangenheit wiederholen, wenn sie es schaffen würde, von den Einschränkungen des Rettungsplan entbunden zu werden.

Weiter wird in dem Artikel angeführt, auch wegen der Bürgschaften, welche die EZB für die staatlichen Schulden in der Eurozone gewährt, habe Premierminister Antonis Samaras angemerkt, seine Absicht sei, dass Griechenland an die Märkte zurückkehrt, und damit das Ende des Rettungsplans signalisiert.

Die Troika begreift nun, dass Griechenland, wenn es ein Defizit von 10% hätte und es selbst über seine volle Verhandlungskraft verfügen würde, sich hauptsächlich auf die Austerität und nicht die strukturellen Reformen konzentriert hätte. Die Rückkehr an die Märkte würde bedeuten, dass manche der schwierigsten Reformen niemals realisiert werden würden„, betont Michalis Michailidis, Analytiker der Royal Bank of Scotland in London.

Renditen griechischer Staatsanleihen sind imposant gesunken

Wie Michalis Michailidis anmerkt, sind die Renditen der zehnjährigen griechischen Staatsanleihen auf die niedrigsten Niveaus der letzten vier Jahre zurückgekehrt, wobei sie in der vergangenen Woche 6,65% tangierten. Die höchsten Spannen waren im März 2012 mit 37,1% verzeichnet worden.

Die Renditen der griechischen Anleihen sinken auf eine sehr positive Weise, und deswegen hätte Griechenland kein Problem, akzeptable Spannen für zwei- bis fünfjährige Anleihen zu erzielen – unter der Voraussetzung, dass nicht Schlimmes wie beispielsweise der Zusammenbruch der Koalitionsregierung geschehen wird„, vertritt Holger Schmieding, leitender Ökonom der Berenberg Bank in London.

Schließlich wird betont, die griechische Regierung erwarte, dass das Statistische Amt der Europäischen Union im April Griechenlands volkswirtschaftlichen Überschuss bestätigen wird, der gemäß der Vereinbarung von November 2012 die weitere Senkung der griechischen Verschuldung sicherstellen wird. Obendrein hatte Finanzminister Stournaras am 09 Januar erklärt, „Griechenland würde im Idealfall nicht die Gewährung eines neuen Kredits von seinen europäischen Partnern wünschen„.

(Quellen: Voria.gr, Bloomberg)

Relevante Beiträge:

  1. GR-Block
    14. März 2014, 10:39 | #1

    … das Land zu den Fehlern zurückkehren wird, welche die europäische Krise schufen …
    Die Unverschämtheit, Opfer und Täter zu vertauschen, ist zum Glück im griechischen Original nicht zu finden. Es läßt sich wohl nur in einem Land journalistischer Inzucht immer wieder die Ansicht vertreten, GR hätte die EU in eine Krise gestürtzt. Nein, es war die EU, auch die im Athener Parlament, die GR seit Maastricht in einer Dauerkrise gefangen hält.

    • Team
      14. März 2014, 15:27 | #2

      @GR-Block
      Voria:
      Η τρόικα … φοβάται ότι … η χώρα θα επιστρέψει στα λάθη που δημιούργησαν την ευρωπαϊκή κρίση χρέους …
      Bloomberg:
      Troika officials are concerned that … the country will slip back into the errors which sparked the European debt crisis …

  2. GR-Block
    14. März 2014, 20:10 | #3

    @Team
    Ok, ok … Asche auf mein kahles Haupt. Aber egal ob englisch, griechisch oder deutsch, umverschämt klingt die Aussage dennoch.

  3. CYR
    16. April 2014, 17:35 | #4

    Und warum klatschen jetzt alle das Griechenland wieder eine Anleihe rausgebracht hat. Warum hat die Troika das nicht einfach unterbunden? Oder andersrum gefragt warum hat man früher nicht gegen die anderen Massnahmen interveniert hat, wenn man jetzt Problemlos eine Anleihe rausbringen kann gegen der Vorgaben der Troika.

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