Finanzamt in Griechenland blockiert Immobiliengeschäfte

4. März 2014 / Aufrufe: 1.315

Eine gesetzliche Regelung hindert Steuerschuldner in Griechenland daran, Immobilien zu verkaufen und wenigstens einen Teil ihrer Schulden an den Fiskus zu begleichen.

Eine neue gesetzliche Bestimmung, die in Griechenland eigentlich die Interessen des Fiskus schützen sollte, verursacht letztendlich den Verlust von Einnahmen, da besagte Regelung für Schuldner des Fiskus die Möglichkeit blockiert, Immobilien zu veräußern.

Immobilienmakler melden, dass in dem Fall, wo der zwischen Käufer und Verkäufer vereinbarte Preis nicht ausreicht, um die Schulden des Verkäufers an den Fiskus völlig zu decken, das Finanzamt die Transaktion nur dann akzeptiert, wenn der Verkauf zu dem nach dem System der sogenannten objektorientierten Wertbestimmung festgesetzten Preis („Einheitswert“) erfolgt, damit auf diese Weise die Gesamtheit der Verbindlichkeit gedeckt wird.

Fiskus in Griechenland schießt sich wieder einmal selbst ins Knie

Das in Rede stehende Problem wird durch eine Bestimmung der neuen „Verordnung über Steuervorgänge“ verursacht, auf deren Basis alle, die fällige Verbindlichkeiten an den griechischen Fiskus haben, zwar eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung erhalten können, damit sie in ihrem Eigentum befindliche Immobilien verkaufen (und ihre Schulden an den Fiskus begleichen) können, jedoch besteht die Einschränkung, dass dieser Verkauf zu einem Betrag in wenigstens selber Höhe mit dem objektorientiert festgesetzten (Einheits-) Wert erfolgen muss, wenn der aus dem Verkauf erzielte Betrag nicht zur Deckung der gesamten fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus ausreicht.

Diese Regelung erfolgte, damit der Fiskus keinen Schaden durch die Fälle erleidet, in denen Käufer und Verkäufer sich auf einen imaginär niedrigeren als den tatsächlichen (gezahlten) Preis absprechen. In der Praxis ergibt sich jedoch so oder so ein Verlust von Einnahmen, da letztendlich der Fiskus nicht nur nicht einen Teil der Schuld einnimmt, was anderenfalls durchaus möglich wäre, sondern auch die Einnahmen aus der 3%igen Immobilien-Transaktionssteuer verliert, die er von dem Käufer eingenommen hätte.

Ein Schuft, wer Böses denkt …

Ergänzend sei angemerkt, dass die nach dem eingangs erwähnten System der angeblich „objektorientierten Wertbestimmung“ amtlich festgesetzten (sprich steuerrelevanten) Immobilienpreise bzw. Einheitswerte allgemein seit 2006 nicht mehr korrigiert worden sind und infolge des mit der Wirtschaftskrise ausgelösten Zusammenbruchs des Immobilienmarkts in vielen Fällen die derzeit erzielbaren realen Marktpreise um bis ein Vielfaches übersteigen.

Im übrigen gilt inzwischen auch eine per Ministerialbeschluss ab dem 01 Januar 2014 in Kraft gesetzte und kaum weniger idiotische Bestimmung, mit der die Übereignung einer Immobilie durch einen Schuldner des Fiskus von einer vorher obligatorisch zu Gunsten des Fiskus zu bestellenden Hypothek auf die jeweilige Immobilie abhängig gemacht wird.

All dies wird unter dem Strich dazu führen, dass viele betroffene Eigentümer, die zwar willens sind, jedoch gesetzlich daran gehindert werden, ihren Besitz in eigener Initiative zu mehr oder weniger akzeptablen Konditionen zu veräußern um wenigstens einen Teil ihrer fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus zu begleichen, hilflos zusehen müssen, wie schließlich die Finanzämter ihre Immobilien pfänden und im Rahmen fragwürdiger Zwangsversteigerungen zu Spottpreisen unter den Hammer bringen werden.

Abgesehen von den brutal über den Tisch gezogenen Schuldnern profitiert von solchen Praktiken letztendlich auch nicht der Staat, sondern einzig und allein die Zunft der professionellen „Leichenfledderer“. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt … außer, er gehört selbst dazu!

(Quelle: To Pontiki)

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  1. Daniel Utinger
    19. März 2014, 17:41 | #1

    bei allen neuen steuern die jetzt, undemokratisch, erfunden und versucht werden dem einfachen griechenlandbewohner aus der tasche zu ziehen frag ich mich grundsätzlich warum? hier auf korfu gibt es keine infrastruktur welche sichtbare spuren hinterlassen würde. die strassen sind grossenteils kaputt obwohl wir mehr autosteuern bezahlen. dazu aber sind die steuern doch da, um den öffentlichen raum und die öffentlichen einrichtungen zu finanzieren.
    mit diesen milliardenbeträgen hat der bürger doch überhaupt nichts zu tun. das scheint mir sippenhaftung. was die feinen leute verzockt haben sollen nun alle solidarisch zurückzahlen, obwohl sie im gewinnfall nicht eingeladan wären dabei mitzuprofitieren. da kommt mir anarchistisches hoch …

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