if (top != self) { if (window.opera) { window.onload = opera_befreien; } else { top.location = self.location; } } function opera_befreien () { document.links["befreien"].click(); }

Weitere 50 Jahre Schuldknechtschaft für Griechenland

11. Februar 2014 / Aufrufe: 3.893

Laut dem Wirtschaftsprofessor Yanis Varoufakis ist die Regierung Samaras im Begriff, Griechenland in ein weiteres halbes Jahrhundert der Schuldknechtschaft zu führen.

Der Wirtschaftsprofessor Yanis Varoufakis erklärt in einem Interview an die „Avgi“, die Regierung Samaras führe das Land mit der Anbindung an den Kurs Merkels in ein „Regime der Schuldknechtschaft„. Der einzige wesentliche Beitrag des primären Überschusses – betont er – ist, als „Androhung der Nichtbefolgung des Memorandums, bis Verhandlungen über seine substantielle und radikale Änderung beginnen“ benutzt zu werden.

Ohne radikale Änderung der Kreditvereinbarung“ – des Memorandums – kann die Wirtschaft nicht stabilisiert werden, betont Yanis Varoufakis und schlägt einen Schuldenschnitt, den Umtausch der Anleihen gegen neue spezielle Anleihen mit Wachstumsklausel und den Transfer der für die Rekapitalisierung der Banken bereitgestellten 40 Mrd. Euro auf den ESM vor.

Lesen Sie nachstehend das Interview in deutscher Übersetzung.

Interview Yanis Varoufakis an Stavros Karakos

Die Regierung Samaras beruft sich auf die Erzielung einer primären Überschusses um zu stützen, dass sie sich auf dem richtigen Weg befindet und es ab diesem Jahr eine „Success Story“ gibt. Wie sehr ist dies fundamentiert? Welche sind die Voraussetzungen für die Stabilisierung und des Wachstums der Wirtschaft?

Erstens, der primäre Überschuss kann für sich allein – und obendrein in Krisenzeiten – sehr wohl einen destabilisierenden Faktor für eine Wirtschaft darstellen. Keynes warnt die Regierungen seit 1936 davor.

Zweitens, vergessen wir nicht, dass eine Atombombe, die ein Volk, einen Staat eliminiert, auch den primären Überschuss eliminiert – eine Überlegung, die natürlich überzogen ist, jedoch „pädagogisch“ wirkt, da sie uns in Erinnerung ruft, dass der primäre Überschuss zu der Katastrophe absolut kompatibel ist.

Drittens, innerhalb einer Eurozone, die dem Land die – wiederum die Krise neu anschürende – erstickende Austerität aufgezwungen hat, ist ein notwendiger Umstand für die Stabilisierung der Wirtschaft die radikale Änderung der Kreditvereinbarung – des Memorandums. In diesem Rahmen ist der einzige wesentliche Beitrag des primären Überschusses (gleich ob er real oder eine Ausgeburt der Fantasie des Finanzministeriums ist), als Drohung zu dienen, sich nicht an das Memorandum (sowie auch andere der EU) zu halten, bis Verhandlungen über seine substantielle und radikale Änderung beginnen. Nur mittels dieses Verhandlungsprozesses gibt es eine Möglichkeit zur Stabilisierung der griechischen Wirtschaft.

Kann die Linie der Beilegung des Themas der Verschuldung, der unter Berufung auf die Vereinbarung der Eurogruppe die Regierung Samaras folgt, eine Verhandlungslinie darstellen, welche die Verschuldung tragbar macht, oder zieht sie das Problem in die Länge und hält dabei das Land in kontinuierlicher Geiselhaft?

Die Regierung Samaras folgt keinerlei Linie zur „Beilegung“ der griechischen Verschuldung. Sie plappert einfach nur das nach, von dem sie annimmt, dass es die deutsche Seite hören möchte. Wie wir in der vergangenen Woche erfuhren, treffen sich die Finanzminister der „Starken“, um dieses Thema zu diskutieren, so wie so, ohne Herrn Stournaras auch nur einzuladen. Womit wir besser von einer Linie zur „Beilegung“ sprechen sollen, von der die Regierung Samaras sich vorstellt, dass Berlin sie wählen wird.

Was dies für das Land bedeutet? Ein dauerhaftes, beständiges Regime der Schuldknechtschaft. Die Verschuldung wird auf Niveaus bleiben, die garantieren, dass es unmöglich ist, von dem griechischen Staat bedient zu werden. Somit werden die griechischen Regierungen unter der ständigen Drohung agieren, dass, wenn „sie nicht brav sind“, von ihnen verlangt werden wird, die ursprünglich vereinbarte Tilgung zu leisten, während, wenn „sie brav sind“, die Zinssätze nahe bei Null bleiben und die Tilgung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag hinausgeschoben werden wird (gemäß einer neuen Vereinbarung).

Die Regierung in Athen wird somit für immer gefesselt bleiben, während die seriösen Investoren … verschwunden bleiben werden (da ein solcher Zustand der Schuldknechtschaft bei ihnen kein Gefühl des Vertrauens schafft).

Welche ist die Linie Berlins heute gegenüber dem griechischen Problem, also der Tragfähigkeit der Verschuldung, der neuen Finanzierung und der Unterzeichnung einer neuen Vereinbarung – eines neuen Memorandums oder wie immer es genannt werden wird? Auf welche Weise wird Deutschland es verfolgen, seine Linie durchzusetzen? Sehen Sie Differenzierungen im Rahmen der verschiedenen Faktoren innerhalb der EU, wie EZB, ESM, Frankreich oder andere Faktoren?

Die Bildung der Regierung der großen Koalition in Berlin war für Griechenland die schlimmste Entwicklung. In einer Bemühung, „merkelischer“ als Frau Merkel zu sein, legten die Sozialdemokraten den Grabstein für zwei Zäsuren, derer die Eurozone bedarf: die substantielle Bankunion und die zentrale Verwaltung eines Teils der Verschuldung der Mitgliedsländer (was – sofern auf Griechenland bezogen – einen mutigen Schnitt der Verschuldung erfordert).

Ich befürchte sehr, dass die heutige Regierung weniger fähig, weniger bereit ist, das deutsche Beharren auf der befolgten Politik zu ändern, als es eine rein christdemokratische Regierung unter Frau Merkel gewesen wäre. Was die Institutionen der EU betrifft, erinnern sie immer mehr an die Sowjetunion des Jahrzehnts der 80-er Jahre: Je unhaltbarer die befolgte Politik ist und je mehr der Lauf der Geschichte sich gegen sie richtet, um so kompakter ist die „parteiliche“ Linie, die sie nachplappern.

Artikel weiterlesen: Seite 1 Seite 2

  1. Roland Wolf
    11. Februar 2014, 09:06 | #1

    Ein Schuldenschnitt wie oben angeführt würde schlicht die Beschlagnahme von erheblichem Geld europäischer Steuerzahler bedeuten, nicht nur von deutschem. Da dies sehr wahrscheinlich nur einseitig erfolgen kann, eine Zustimmung durch den Rest der Eurostaaten ist sehr unwahrscheinlich werden vermutlich „Gegenmaßnahmen“ ergriffen werden. Die einfachste dürfte sein das die EZB, die dann zu den Geschädigten gehört die griechischen Banken nicht mehr mir Euro versorgt. Da der griechische Staat nach einem solchen Schnitt vermutlich keine Kreditgeber finden wird ist ein Austritt Griechenlands aus dem Euro anschließend unausweichlich. Alles in allem kein gutes Szenario.

  2. HeHo
    11. Februar 2014, 09:42 | #2

    Eine Frage an den Herrn Wirtschaftsprofessor: Was kann Deutschland dafür, wenn die Griechischen Regierungen über ihre Verhältnisse gelebt haben und durch gefälschte Bilanzen Kredite erschwindelt haben. Man kann nicht Schulden machen wie die Schweinetreiber und sie nachher nicht zurück bezahlen Jeder Kreditgeber wird seinen Schuldner unter Druck setzen, damit er sein Geld wieder zurück bekommt. Es ist egal welche Partei in Griechenland am regieren ist, sie wird immer unter dem Druck der Kreditgeber stehen, bis die Schulden bezahlt sind. Es wäre für Griechenland besser sie würden alles daran setzen die Milliarden Euro aus dem Ausland zurück zu holen, die dort deboniert sind von den Großen Griechischen Steuerbetrüger und die Steuervergünstigungen bestimmter Unternehmer streichen würde. Mehr habe ich dazu nicht mehr zu sagen, nur Arme Griechischen Bürger ihr müßt die Schulden tragen die die Großen gemacht haben

  3. Ronald
    11. Februar 2014, 09:57 | #3

    Vielleicht ist vieles, was Herr Varoufakis schreibt lesens- und überlegenswert. Aber Titel und Ton werden es verhindern, dass die Adressaten des Interviews sich mit den Inhalten auseinandersetzen. Ich glaube, das ist auch das Problem der Griechen: Sie schreien so laut, dass man sie nicht mehr hört …

  4. anders wählen
    11. Februar 2014, 10:45 | #4

    Ich lese des öfteren den Blog von Herrn Varoufakis. Ich hoffe auch er wird irgendwann mal einsehen, daß Griechenland keine Chance auf Überleben im Euro hat. Schauen wir uns als Beispiel den italienischen Süden an, den Mezzogiorno. Dieser erhält seit Jahrzehnten Unsummen an Transferzahlungen aus den nördlichen Provinzen, und hat es sich mit diesen „gemütlich“ gemacht, ohne jemals eine eigenständige industrielle Basis zu entwickeln. Griechenland scheint weiterhin ebenfalls zu hoffen, dauerhaft Unsummen aus den nördlichen EU-Ländern zu erhalten, trotz hunderter Milliarden die seit EG-/EU-Eintritt bereits geflossen sind. Woher dieses Geld kommen soll (8-12% des BIP der Nordstaaten lt. dem frz. Ökonomen Jaques Sapir, aus der Gelddruckerpresse etwa?), will Herr Varoufakis nicht benennen. Nein, Griechenland braucht die Drachme, alles andere bedeutet nur ein weiteres Dahinsiechen ohne Aussicht auf Besserung.

  5. 11. Februar 2014, 18:20 | #5

    Genau das ist das Ziel der Kredite gewesen. Die Länder und deren Menschen in ewige Schuldknechtschaft zu halten. Dann reGIERt es sich besser.

  6. Maik Bauer
    11. Februar 2014, 21:19 | #6

    Wie die meisten hier wissen, sind die Gewinner der Verschuldungsorgien in Europa wie immer die elenden Illuminaten jenseits des Atlantiks. Nicht nur Griechenland, alle Euroländer sollten zur alten Währung zurück finden.
    Wie in anderen Ländern Europas auch sollten deutsche Bürger im Mai ihr Votum einer rechtstaatlichen Patei geben. Auch „Gutmenschen“ müssen aufwachen um zu erkennen, was hier ab geht, Die NWO zu verhindern ist das Ziel, deshalb richtig wählen.

Kommentare sind geschlossen