Troika ist Griechenlands Zerberus

1. Februar 2014 / Aufrufe: 739

Laut dem britischen Wirtschaftsmagazin Economist ist die Troika ein Zerberus, der Griechenland im wirtschaftlichen Hades gefangen hält.

Die britische Zeitschrift „Economist“ vergleicht in einem Artikel die Troika mit dem Zerberus, der Griechenland in einer wirtschaftlichen Unterwelt hält, und lässt Seitenhiebe bezüglich ihrer Effizienz, aber auch der Opportunitäten durchklingen, die sie vertritt.

In der griechischen Mythologie war der Zerberus ein Hund mit drei Köpfen, der die Pforten des Hades bewachte. In der modernen Politik ist die Troika das Ungeheuer mit den drei Köpfen, welches das Land in einer wirtschaftlichen Unterwelt gefangen hält. Im Finanzministerium rufen sogar die Putzfrauen ‚Mörder‘, wenn die Leiter der Troika Athen besuchen. In Lissabon tragen entsprechend die Spruchbänder der Demonstranten beschimpfende Parolen.

Griechenland droht, zwischen zwei Elefanten niedergetrampelt zu werden

Als Wächter der Gläubiger, der die Troika ist, würde sie niemals geliebt werden„, schreibt der Autor des Artikels und betont, in letzter Zeit werde ihre Rolle angezweifelt, da die folgende Frage besteht: „Zerfleischt das Ungeheuer möglicherweise die Länder, die es angeblich rettet? Und wer kontrolliert das Ungeheuer so oder so?“ Weiter lautetet es in dem Beitrag:

In Griechenland ist die Troika am schärfsten kritisiert worden, und es hat einen Grund. Der (volkswirtschaftliche) ‚Output‘ ist seit dem Beginn der Krise um ungefähr ein Viertel zurückgegangen und 27% der Bevölkerung sind arbeitslos. Obwohl Griechenland einen primären Überschuss erzielte, befindet es sich erneut in einem Grabenkampf mit den Gläubigern, welche die Freigabe der nächsten Tranche hinauszögern. Die chronologischen Umstände des Disputs sind ungünstig. Griechenland hat den Vorsitz der EU, und seiner geschwächten Regierung droht bei den Wahlen im Mai eine Niederlage durch die gegen das Memorandum gerichteten Parteien. Der Premierminister Antonis Samaras behauptet, das Problem sei durch den Konflikt zwischen dem IWF und der Kommission verursacht worden. Wie er erklärt, ist Griechenland zwischen den beiden Elefanten in die Klemme geraten.

Im weiteren bezieht der Artikel sich auf den Premierminister, der „an die Troika appelliert, ihre Forderungen nicht dermaßen nachdrücklich vorzulegen, da die linke SYRIZA-Partei gestärkt wird, die bei den Meinungsumfragen vorne liegt (…) Für den IWF ist der signifikanteste „Dorn“ die lange Liste der nicht erfüllten strukturellen Reformen. Wenn die Europäer die SYRIZA-Partei tatsächlich von der Macht fernhalten wollen, ist die beste Antwort eine schnelle Entlastung der Verschuldung.

Lesen Sie den vollständigen Artikel des Economist hier: The euro’s hellhound

(Quelle: To Pontiki)

Relevante Beiträge:

KategorienWirtschaft
Tags: , ,
  1. V 99%
    1. Februar 2014, 14:06 | #1

    Der Verfasser des Artikels zeigt sehr gut, wie sich die drei Koepfe gegenseitig beissen, d.h. in starkem Interessenkonflikt stehen und nicht die Interessen der Laender, in denen sie wueten, vertreten. Er zeigt aber auch wie man nicht hetzerisch, sondern analytisch schreiben kann. Zitat: „Und beteiligt man das europaeische Parlament an der Festlegung makrooekonomischer Bedingungen ist das ein Rezept fuer Laehmung.“
    „Die Anwesenheit des dritten Kopfes, der EZB, ist eindeutig eine Anomalie. Das Mandat der Zentralbank erstreckt sich nicht auf Verhandlungen ueber Haushaltskuerzungen und Reformen der Arbeitsmaerkte oder das drohen die Liquiditaet auszusetzen, wenn ein Land nicht seinen Wuenschen entspicht. Jetzt wo die EZB die Hauptbankenaufsicht der Euro Zone wird, ist der Interessenkonflikt offenkundig. Ihr Kopf ist sicherlich der Erste, der abgehauen werden sollte.“
    Was in den meisten aehnlichen Artikeln, die in GR verfasst werden, gern vergessen wird, ist dass die Verursacher des kommens der Troika immer noch in der Regierung sitzen und deren Waehler ihr Wahlverhalten nur wenig geaendert haben, Leider.

Kommentare sind geschlossen