Treibstoff-Schwarzhandel in Griechenland aufgedeckt

21. Februar 2014 / Aufrufe: 646

In Griechenland wurde ein Ring aufgedeckt, der gestohlenes Marinedieselöl auf dem Markt absetzte und den Fiskus um 3,5 Millionen Euro geschädigt haben soll.

Wegen der Verwicklung in den Fall eines großen Schiffsdiesel-Schwarzhandelsrings, aus dessen zweijähriger Aktivität der Schaden des Fiskus aus entgangenen Zöllen und Steuern 3,5 Mio. Euro übersteigt, wurden fünfzehn Personen verhaftet, während die Polizei nach weiteren neun Personen fahndet.

Zu Lasten der Verhafteten wurde von der Staatsanwaltschaft Piräus ein Strafverfahren wegen der Gründung einer kriminellen Organisation und der Beteiligung daran, Treibstoff-Schwarzhandels im Grad eines Schwerverbrechens, gewerbsmäßigen und fortgesetzten Betrugs im Grad eines Schwerverbrechens, Legalisierung von Einnahmen aus kriminellen Aktivitäten, fortgesetzter aktiver und passiver Bestechung und Amtsmissbrauch eingeleitet.

Direktor der Mineralölgesellschaft ETEKA verhaftet

Unter den Verhafteten befinden sich der Direktor der Mineralölgesellschaft ETEKA SA und Präsident des Fußballvereins „Atromitos Athen 1923“, Giorgos Spanos, ein Angestelltenr und ein Mitarbeiter der Gesellschaft sowie auch zwei staatliche Bedienstete, und zwar konkreter ein höherer Beamter des griechischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) und ein Beamter des 1. Zollamts Piräus.

Laut der Polizei gaben die beiden staatlichen Bediensteten gegen Bezahlung entsprechende Informationen über geplante Kontrollen des YPEKA oder anderer zuständiger Behörden auf den Schiffen weiter, über welche die ETEKA zur Verbringung des Schiffsdiesels verfügte.

Die übrigen Verhafteten sind Tankwagenfahrer, ein Bediener einer Waaganlage im Zentralhafen Piräus, der Ingenieur eines Schiffs und ein Tankstellenbesitzer, während die neun Personen, nach denen gefahndet wird, hauptsächlich Tankstellenbesitzer und Tankwagenfahrer sind.

Giorgos Spanos bestreitet alle Anschuldigen gegen seine Person

Herr G. Spanos, in seiner Eigenschaft sowohl als Direktor der Aktiengesellschaft mit der Firmierung ‚ETEKA AG‘, einer in ganz Griechenland aktiven Gesellschaft, die jedes Jahr für Steuern, Abgaben und Beiträge mit Beträgen von über 300 Millionen Euro zu der nationalen Wirtschaft beiträgt und mehr als 150 Personen beschäftigt, aber auch in seiner Eigenschaft des Präsidenten der ‚PAE APS Atromitos Athen 1923‘, erklärt mit der ganzen Kraft seiner Seele und jeder Aufrichtigkeit – einer Eigenschaft, die ihn in seinem gesamten Leben kennzeichnet -, dass die ihm angelasteten Beschuldigungen unbestimmt und unbegründet sind, ihn und natürlich auch die von ihm geleitete Gesellschaft nicht einmal tangieren, und aus diesem Grund erschien er umgehend und freiwillig bei der zuständigen Dienststelle der Kriminalpolizei. Zu dieser Schlussfolgerung wird außerdem ohne jeden Zwang jeder beliebige durchschnittliche vernünftige Menschen kommen, der sich über die ganze Angelegenheit informiert.

Die Aktivität des Schwarzhandels-Rings

Die Mitglieder des Rings behielten das Marinedieselöl bei der Belieferung der Schiffe von Schifffahrtgesellschaften ein und leiteten den Treibstoff im weiteren Verlauf an Tankstellen weiter, wo sie ihn nach Beimischung von Dieselkraftstoff wieder auf den Markt brachten. Die von dem Ring befolgte Vorgehensweise erfolgte auf verschiedenen Aktionsebenen bei dem gesamten Vorgang des Transportes, des Vertriebs, der Übergabe und der Abnahme von Schiffs-Diesel statt.

Wie detaillierter aus der Ermittlung hervorging, lieferten am Anfang die Fahrer von Tankwagen der Gesellschaft bei ihren Touren zu den Ankerplätzen diverser Schiffe (Linienschiffe der Küstenschifffahrt, gewerbliche und Überseeschiffe) im gesamten Staatsgebiet nicht die gesamte in den Begleitunterlagen angeführte Dieselmenge ab. Die Restmenge des Marine-Dieselöls brachten sie zur Gesellschaft zurück, und im weiteren Verlauf brachten die Köpfe der Organisation den Treibstoff mittels der Tankstellen erneut in den Handel. In vielen Fällen verkauften sie den Treibstoff jedoch auch erneut an die Schiffseigner, denen sie den Diesel vorher gestohlen hatten.

Zusätzlich behielten Fahrer der Tankwagen bei dem Rücktransport des rechtswidrig einbehaltenen Marine-Diesels auch reichlich große Mengen für sich selbst zurück, die sie zu einem niedrigeren Preis an konkrete Tankstellenbesitzer lieferten und somit hohe Gewinne einstrichen. Der verhaftete Schiffsingenieur wiederum hatte für seine eigene Rechnung 11 Tonnen Schiffs-Diesel zurückgehalten und versuchte einen Weg zu finden, diesen an die Tankwagenfahrer abzusetzen. Damit die Vereinbarung zustande kommt, versprach er den Fahrern, für die kontinuierliche exklusive Versorgung des konkreten Schiffs durch sie zu sorgen, wobei sie 3 – 4 Tonnen Kraftstoff in der Woche unterschlagen könnten.

Manipulierte Wiegungen und fingierte Liefermengen

Um bei der Belieferung der vor Anker liegenden Schiffe die Verfahren zur Kontrolle der bestellten Diesel-Mengen zu überwinden und die zuständigen Zollbeamten oder für die Entgegennahme des Treibstoffs zuständigen Besatzungsmitglieder zu täuschen, bedienten sie sich verschiedener Tricks. Einer davon war, dass sie in vorheriger Absprache mit einem konkreten Bediener einer Brückenwaage für Schwerfahrzeuge im zentralen Hafen von Piräus bei der Wiegung der Tankwagen fiktive Messungen auswiesen.

Die fiktiven Wiegungen erfolgten unter vorherigem Eingriff in die Software der elektronischen Systeme der Brückenwaage, womit immer die korrekte Menge der Bestellung ausgewiesen wird. Für seine Mitarbeit erhielt der Bediener der Brückenwaage als Bezahlung für jede metrische Tonne 150 Euro (eine metrische Tonne Diesel entspricht 1.200 Litern).

Falls jedoch der für die Treibstoffannahme Zuständige bei dem Betrug mitwirkte, also weniger als die in den Begleitunterlagen angeführte Menge in Empfang nahm, jedoch die gesamte Menge bestätigte, erfolgte keine Wiegung oder die Wiegeunterlagen wurden vernichtet. In anderen Fällen wiederum wurde eine der Tank-Kammern des Tankwagens mit Wasser befüllt und so das Brutto-Gewicht des Fahrzeugs erhöht, damit nach Abzug des Leergewichts eine größere Kraftstoffmenge ausgewiesen werden konnte als tatsächlich transportiert wurde.

Bei Durchsuchungen, die in den Einrichtungen der Gesellschaft und bei einer „kooperierenden“ Tankstelle erfolgten, wurden gefunden und sichergestellt:

  • 8.000 Liter rechtswidrig zurückgehaltenen Schiffs-Diesels (marine diesel),
  • 5 Tankwagen zum Treibstofftransport,
  • 18.400 Euro in bar.

Aus den Fakten der Ermittlung zeigt sich, dass die kriminelle Organisation zumindest während der beiden letzten Jahre agierte und dabei ungefähr 4.500.000 Liter Schiffs-Diesel an Tankstellen geliefert hat. Es wird allerdings geschätzt, dass kriminelle Organisation sehr viel größer ist als bisher ersichtlich, und in diesem Rahmen gehen die Ermittlungen weiter, damit die gesamte Bandbreite des Treibstoff-Schwarzhandels und des Betrugs zu Lasten von Schifffahrtsgesellschaften erforscht wird.

(Quelle: in.gr)

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