Schweiz soll Schwarzgelder an Griechenland zurückzahlen

4. Februar 2014 / Aktualisiert: 11. August 2020 / Aufrufe: 1.223

Nikos Zigras, enger Mitarbeiter des ehemaligen Verteidigungsministers Tsochatzopoulos in Griechenland, fordert die Freigabe der Schwarzgelder auf schweizerischen Bankkonten.

Ein Stab der schweizerischen Staatsanwaltschaft unter Leitung des Bundes-Staatsanwalts Urs Köhli verhörte am Montag (03 Februar 2014) viele Stunden lang Nikos Zigras, den Cousin und über eine Reihe von Jahren engen Mitarbeiter des ehemaligen Verteidigungsministers Akis Tsochatzopoulos, da er als Inhaber von Konten bei schweizerischen Banken erscheint, über die laut der griechischen Justiz illegale Beträge (sprich Schmiergelder) in Zusammenhang mit Rüstungsprogrammen bewegt wurden.

Die Untersuchung der Schweizer konzentriert sich auf die Verwicklung eines konkreten griechischen Angestellten der schweizerischen Morgan Stanley sowie auch die Bewegung eines Gesamtbetrags von ungefähr 30 Millionen Schweizer Franken mittels zweier Konten, als deren Inhaber Nikos Zigras erscheint. Es wird jedoch allgemeiner auch die Möglichkeit untersucht, dass mittels schweizerischer Banken erfolgte Zahlungen mit der Legalisierung von Einnahmen aus illegalen Aktivitäten in Verbindung stehen.

Schweizer „mauern“ bei der Freigabe von Schwarzgeldern

Nach Beendigung des Vernehmung führte Herr Köhli in einer Erklärung an Journalisten an, die Bundesstaatsanwaltschaft der Schweiz führe nach Anträgen von Seite der griechischen Behörden auf Öffnung von Konten und Bereitstellung von Daten schweizerischer Bankkonten seit 2012 eine Untersuchung durch.

Auf die Frage, ob die Behörden seines Landes beabsichtigen, dem griechischen Fiskus Geldbeträge zurückzuzahlen, die mit bei schweizerischen Banken ausfindig gemachten Schwarzgeldern in Zusammenhang stehen und derzeit blockiert sind, antwortete der schweizerische Staatsanwalt, „dazu kann ich keine Stellung nehmen„.

Nikos Zigras soll an den Stab der schweizerischen Justiz ein Ersuchen auf die Rückzahlung zu dem Zweck gerichtet haben, den von ihm bei schweizerischen Banken geführten Betrag von 2,2 Millionen Euro an den griechischen Fiskus auszuzahlen. Laut Zigras‘ Anwalt, Stelios Gkaripis, antworteten die Schweizer, dafür sei ein einschlägiger Antrag von dem griechischen Justizminister an seinen schweizerischen Amtskollegen zu richten, damit entschieden wird, ob und wie viel Geld an Griechenland gezahlt werden könnte.

Erklärung des Nikos Zigras

Ich habe tätig meine Reue wegen meiner Mitwirkung an der kriminellen Geldwäsche-Organisation der ehemaligen Minister erklärt und die griechische Justiz und das griechische Volk um Verzeihung gebeten. Der Schweizer Staat, der seine Wirtschaft aufbaute, indem er die größten ‚Schlitzohren‘ des Bankwesens beherbergte, muss nun ebenfalls die griechische Justiz und das griechische Volk um Verzeihung bitten, weil er der Staat für die Wäsche der von dem griechischen Volk gestohlenen Gelder war, weil er so viele Jahre seine Augen schloss und nun so tut, als ob er von nichts wüsste.

Der Schweizer Staat muss umgehend die gestohlenen Gelder an das griechische Volk zurückzahlen und mit den heuchlerischen Verfolgungen und Untersuchungen zur Rechtfertigung aufhören, die von dem griechischen Volk gestohlenen Gelder zurückzuhalten. Und die Rückzahlung der Gelder hat bei den Geldern zu beginnen, die in der Schweiz auf meinem Namen gefunden worden sind und bezüglich der ich seit eineinhalb Jahren verlange, dass sie zum griechischen Fiskus zurückkehren, dem sie gehören.

Erklärung des Herrn Köhli

Die schweizerische Staatsanwaltschaft befasst sich seit 2012 ernsthaft und kontinuierlich mit vielen Anträgen aus Griechenland in Bezug auf Konten und Daten. In diesem Punkt möchte ich Ihnen versichern, dass die Athener Staatsanwaltschaft eine signifikante Rolle gespielt hat und die von ihr geleistete Arbeit die bestmögliche ist.

Seit Sommer 2012 hat die schweizerische Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnet, weil der Verdacht auf die ‚Wäsche schmutziger Gelder‘ besteht, jedoch muss ich sagen, dass der spezielle Schwerpunkt der schweizerischen Staatsanwaltschaft ein anderer ist als jener der griechischen.

Unser Anliegen (an die griechische Justiz) basiert darauf, dass wir klären wollen, ob im Rahmen des Verfahrens und der gerichtlichen Amtshilfe ein Rückgriff zu Lasten von Personen oder Firmen zu erfolgen hat, die in der Schweiz leben und ansässig sind. Die Staatsanwaltschaft der Schweiz möchte sicherstellen, dass nicht die Seriosität und der Ruf der Schweiz als Anlageland aufs Spiel gesetzt werden, da sie die Gefahr abwenden möchte, dass mit ‚Geldwäsche‘ in Zusammenhang stehende Zahlungen über den schweizerischen Raum erfolgen.

(Quelle: in.gr)

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