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Krauss-Maffei-Vertreter in Griechenland wegen Korruption in U-Haft

4. Januar 2014 / Aktualisiert: 05. Januar 2014 / Aufrufe: 1.201

In Zusammenhang mit den Schmiergeldzahlungen der deutschen Rüstungsindustrie in Griechenland wurde ein ehemaliger Vertreter der Krauss-Maffei Wegmann inhaftiert.

Der ehemalige Vertreter der deutschen Krauss-Maffei Wegmann in Griechenland, Dimitris Papachristos, der beschuldigt wird, in die Korruptions-Affäre in Zusammenhang mit den griechischen Rüstungsprogrammen verstrickt zu sein, wurde nach seiner mehrere Stunden dauernden Aussage vor dem Untersuchungsrichter für Korruptionsfälle, Spyros Georgoulias, in Untersuchungshaft genommen.

Der 78-jährige Angeklagte wurde von dem ebenfalls vorläufig inhaftierten ehemaligen Generaldirektor für Rüstung des griechischen Verteidigungsministeriums, Antonis Kantas, als eine der Personen benannt, die Schmiergelder „verteilten“.

2 Mio. € wurden für Schmiergelder transferiert

Dimitris Papachristos wurde unter Zustimmung auch der stellvertretenden Staatsanwältin für Korruption, Popi Papandreou, in das Gefängnis eingewiesen. Laut der Aussage des Antonis Kantas soll er in der Eigenschaft des Vertreters der deutschen Gesellschaft Wegmann letzterem den Betrag von insgesamt 750.000 Euro gegeben haben.

Auf Konten des Dimitris Papachristos sollen Zahlungseingänge und -ausgänge in Höhe von 4,6 Mio. Euro festgestellt worden sein. Der heute 78-jährige Vertreter der deutschen Firma soll ausgesagt haben, dass 2 Millionen Euro der festgestellten Gelder für „illegale Vergütungen“ (sprich Schmiergelder) transferiert wurden.

Der 78-Jährige soll weiter vertreten haben, dass Antonis Kantas 950.000 Euro und nicht wie von dem ehemaligen Funktionär des Verteidigungsministeriums selbst behauptet 750.000 Euro in Empfang genommen haben. Laut Herrn Papachristos erhielt sein Mitangeklagter Antonis Kantas davon 300.000 Euro in bar. Er führte ebenfalls an, dass von den in Rede stehenden 4,6 Mio. Euro der Betrag von 1 Mio. Euro an den stellvertretenden Direktor der Wegmann zurückgezahlt wurde.

Der Angeklagte bezog sich bei seiner Vernehmung auf keine neuen bestochenen Personen, außer zwei (inzwischen im Ruhestand befindlichen) Offizieren des Militärs, die laut seiner Aussage insgesamt 54.000 Euro erhalten haben sollen.

Ehemaliger Rheinmetall-Vertreter wurde gegen 500.000 € freigelassen

Der infolge der Aussage des ehemaligen Amtsträgers des Verteidigungsministeriums Antonis Kantas in der selben Sache in der Eigenschaft des ehemaligen Vertreters des deutschen Rüstungsunternehmens STN Atlas Elektronik GmbH bzw. Rheinmetall Defence Electronics GmbH in Griechenland angeklagte 83-jährige Panos Evstathiou wurde auf Beschluss des Richterrats des Strafgerichts unter Auflagen vorläufig auf freien Fuß gesetzt.

Der am Freitag (03 Januar 2014) zusammengetretene Richterrat hatte über die zwischen Untersuchungsrichter und Staatsanwalt aufgetretene Meinungsverschiedenheit bezüglich der strafrechtlichen Behandlung des Vertreters der deutschen Firma zu entscheiden. Der Richterrat schloss sich der Ansicht des Staatsanwalts an, den Angeklagten unter der Auflage freizulassen, eine Kaution in Höhe von 500.000 Euro zu hinterlegen, das Land nicht verlassen zu dürfen und sich obligatorisch dreimal im Monat bei einem Polizeirevier zu melden.

Panos Evstathiou sagte am Donnerstag (02 Januar 2014) fast 12 Stunden lang vor den Untersuchungsrichtern Gavriil Mallis und Ioannis Stavripoulos aus. Die Meinung des Untersuchungsrichters, den Angeklagten in Untersuchungshaft zu nehmen, führte zu einem heftigen Disput zwischen dem Justizbeamten und dem Verteidiger des Herrn Evstathiou, Michalis Dimitrakopoulos, der das Alter seines Mandanten betonte. Nachdem der Angeklagte ein Unwohlsein verspürte und sich auf dem Sofa vor dem Büro des Untersuchungsrichters niederließ, forderte der Rechtsanwalt einen Krankenwagen für seinen Mandanten an, der schließlich in das Krankenhaus „Erythros Stavros“ eingeliefert wurde und dort unter Bewachung steht.

Unmittelbar nach der Abfahrt des Krankenwagens mit seinem Mandanten erklärte Herr Dimitrakopoulos: „Es gab eine Meinungsverschiedenheit zwischen Untersuchungsrichter und Staatsanwalt. Der Untersuchungsrichter war der Ansicht, der Angeklagte müsse inhaftiert werden. Der Staatsanwalt urteilte, der Angeklagte sei 83 Jahre alt und leide an Krebs und Gedächtnisproblemen. Ich hoffe, dass die Justiz das Thema mit Gelassenheit sehen und die Phrase des Aristoteles überwiegen wird, dass einem Menschen, der sich einen Schritt vor dem Tod befindet, mit Besonnenheit zu begegnen ist.

Ergänzend sei angemerkt, dass der Untersuchungsrichter die vorläufige Inhaftierung verlangt hatte, weil er der Meinung war, dass der Angeklagte trotz seiner streckenweise „sehr lautstark“ verlaufenen Vernehmung speziell bezüglich der Benennung in die Schmiergeldaffäre involvierter Politiker nicht mit der Wahrheit herausrückte.

(Quellen: in.gr, in.gr)

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