Kein Europäer verlor einen einzigen Cent für Griechenland

26. Januar 2014 / Aufrufe: 1.845

Hannes Swoboda widerspricht dem im Ausland geschürten Mythos über die angebliche finanzielle Belastung der europäischen Bürger für die Rettung Griechenlands.

Kein Bürger Europas verlor auch nur einen einzigen Cent bei der Hilfe für Griechenland„, unterstrich der Vorsitzender der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, Hannes Swoboda, und gab damit seine Antwort auf den im Ausland kultivierten „Mythos“, die Bürger der Eurozone werden finanziell belastet, damit Griechenland aus der Krise hinaus kommt.

In einem Vortrag bei der Veranstaltung für einen Neubeginn in Europa, welche die Europäischen Sozialisten und Demokraten in Thessaloniki organisierten, antwortete Hannes Swoboda auch all jenen, die ihm eine Griechenland begünstigende Haltung anlasten. „Ich bin nicht begünstigend, ich bin gerecht„, meinte er und erklärte, das Land viele Male besucht und die erfolgten Schritte festgestellt zu haben.

Europa braucht Griechenland und Griechenland braucht Europa

Der Vorsitzende der Europäischen Sozialdemokraten rief Europa auf, Griechenland zu helfen, aus der Krise hinauszukommen, und meinte, auch europäische Banken haben Griechenland Kredite gewährt, was zum Ergebnis hatte, dass ein Verschuldungsproblem entstand.

Er richtete sich auch an die Troika und verlangte, auch sie solle Griechenland helfen, und sendete die Botschaft „nur zusammen können wir aus der Krise herauskommen„, wobei er anführte, Probleme mit Arbeitslosigkeit und Teilzeitbeschäftigung existieren auch in anderen europäischen Ländern, und unterstrich: „Wir brauchen Griechenland und Griechenland braucht uns. Wir brauchen ein Europa der Solidarität.

Herr Swoboda bezog sich auch namentlich auf den ehemaligen Premierminister Kostas Simitis und betonte unter der Anmerkung, möglicherweise gewisse Leute stören zu werden, Griechenland befände sich heute in einer sehr viel besseren Lage, wenn die Reformen erfolgt wären, die er damals vorhatte.

(Quelle: in.gr)

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  1. Volskwirt
    26. Januar 2014, 12:17 | #1

    Das ist eine unverschämte Argumentation! Durch die lockere Geldpolitik der EZB, ohne die Griechenland nicht gerettet werden kann, verlieren Deutschlands Kinder und junge Leute rund 40% ihrer Rente, die sie in ein paar Jahrzehnten bekommen. Was das für den sozialen Frieden bedeutet, kann sich jeder ausmalen.

  2. Ronald
    26. Januar 2014, 12:21 | #2

    Das ist sicherlich nicht richtig. Es haben viele Bürger der EU, die griechische Staatsanleihen gezeichnet hatten, Geld bei bei den Schuldenschnitten verloren. Die durch die EU verordneten Schuldenschnitte waren auch Teil der Hilfe für GR. Weiterhin muss man ganz realistisch sehen, dass Griechenland die Kredite der EZB, die ja von den Mitgliedsstaaten der EU und damit von den europäischen Bürgern aufgebracht wurden niemals zurückzahlen kann. Es mag sein, dass auf diesem Wege NOCH kein Geld verloren ging, aber das wird sicherlich passieren.
    Irgendwann muss man GR auch einen Teil dieser Kreditschulden erlassen, bei allen Anstrengungen wird das nicht zu tilgen sein. Man sollte das realistisch sehen und sich – zähneknirschend oder nicht – damit abfinden.

  3. anders wählen
    26. Januar 2014, 12:51 | #3

    Der liebe Herr Swoboda und seine Behauptungen. Hat der den Schuldenschnitt von 100 Milliarden € vergessen? Ja, das waren europäische Gelder aus Lebensversicherungen, Rentenfonds, Sparanlagen usw. Gelder die woanders nun fehlen und zu Rentenkürzungen oder ausbleibenden Erhöhungen (Inflationsausgleich) führen! Und er scheint doch tatsächlich zu glauben, die ausstehenden 360 Milliarden würden irgendwann zurückgezahlt, dies zeugt entweder ist er ein zynischer Lügner, oder hat keine Ahnung wie das Schuldgeld funktioniert. Da er wohl das erstere sein wird, hofft er auf Enteignung per Inflation. zu erwarten ist wohl eher das japanische Szenario der Verarmung der Massen.
    Der Euro ist zur Religion mutiert, und die (hochdotierten) Euro-Fundamentalisten nehmen immer mehr intolerante Züge wie religiösen Extremisten an. Kritik wird nicht geduldet.

  4. Gerhard Purer
    26. Januar 2014, 13:24 | #4

    Ich danke Herrn Swoboda für dieses Statement. Es wird höchste Zeit, dass die Herrschaften in der EU begreifen, dass es äußerst kontraproduktiv ist, GR pauschal zum Prügelknaben zu machen. Auch ist es leicht zu verstehen, dass einige Staaten sehr „bankenaffin“ agieren und die Verschuldung Griechenlands anprangern – obwohl diese Staaten als erste den Stabilitätspakt aufgeweicht hatten.
    Doch das wird gerne vergessen, solange von drittklassigen Medien und ebensolchen Journalisten immer wieder Stimmung gegen GR geschürt wird.
    Diese Herrschaften sollten GR selbst besuchen und sich an Ort und Stelle informieren, bevor sie quotenheischend polemisieren …

  5. Kleoni
    26. Januar 2014, 18:28 | #5

    bis jetzt höchstens 1% der Hilfen für die Griechen bei den griechischen Bürgern oder der Wirtschaft zur Linderung der Arbeitslosigkeit gelandet. Das Computergeld wurde unmittelbar an die Banken der Geberländer geleitet (Ablösung von Krediten z.B. aus unsinnigen Rüstungsgeschäften, Zinsen etc.) geflossen. Ausserdem ist zu beachten: Deutschland kann Geld zu 0% Zins leihen und verleiht dieses Geld wieder für 2-5%
    Bis jetzt hat der deutsche Steuerzahler z.B. reale 78 Milliarden Euro zur Rettung der deutschen Filiale der Hypo Real Estate-Bank verloren – auch für weitere Rettungsaktionen deutscher Banken sind reale Milliarden Steuergelder verschwendet worden

  6. Marcel
    26. Januar 2014, 18:58 | #6

    Ich sage nur eins. Das ist eine LÜGE. Ich habe 50% meines Geldes verloren, da ich „sichere“ Staatsanleihen gekauft habe

  7. Ottfried Storz
    26. Januar 2014, 20:04 | #7

    Der Schuldenschnitt Griechenlands kostete den Europäer 107 Milliarden Euro, davon insgesamt ca. 25- 30 Milliarden aus Deutschland. Alleine die Hypo Real Estata musste laut Bundesregierungs-Angaben über 4 Mrd. abschreiben. Hinzu kamen nochmals ca. 5-6 Milliarden bei weiteren öffentlichen deutschen Banken (Landesbanken, KfW). Im „Privatbereich“ wurde ein Großteil der Anleihen von Versicherungen gehalten.
    Die HRE kostete den Staat übrigens (Angabe der Bundesregierung auf Anfrage) bisher 19,1 Milliarden Euro, davon über 4 Mrd. aus Abschreibung griechischer Staatsanleihen. Die Erholung des US-Immobilienmarktes seit 2008 half den ursprünglich vielfach höher prognostizierten Verlust sehr deutlich zu minimieren.

  8. Elena Strubakis
    27. Januar 2014, 03:08 | #8

    Sehr geehrter Herr Swoboda,
    darf ich Sie daran erinnern, dass das griechische Volk noch bei der EU und immer Europäer waren? Dass also die Aussage: „Kein Europäer verlor einen einzigen Cent für Griechenland“ nicht stimmen kann? Viele Europäer, die Griechen und Griechinnen sind, verloren sehr viel an Geld und zahlten für die Rettung ihres Landes nicht nur mit Geld. Sie nahmen Schimpf hin, sie nahmen massive Kürzungen hin. Lieferungen von Medikamenten wurden unmöglich gemacht, Kranke konnten nicht mehr versorgt werden, Menschen fielen in Verzweiflung, nahmen sich das Leben. Ich ersuche Sie hier um Korrektur ihrer Sprache.
    Umso mehr freut es mich, wenn noch einmal, hier und jetzt, Sie, sehr geehrter Herr Swoboda, die Troika mahnend feststellen, dass “wir nur zusammen aus der Krise herauskommen können“. Es wäre eine Wertschätzung europäischen Gedankengutes, wenn sich alle europäischen Länder Ihrer an Europa interessierten Meinung anschließen und dieser entsprechend in Zukunft handeln. Für ein demokratisches Europa in Frieden, Würde und Freiheit!

  9. Roditisa
    27. Januar 2014, 16:17 | #9

    Natürlich haben Europäer Geld verloren. Die Frage ist, wer hat es heute? Die Griechen haben es nicht, der griechische Haushalt darf dieses Geld ja nur zur Tilgung der Schulden nutzen. Man sollte sich mal ansehen, wer in den letzten 2 Jahren an Vermögen gewonnen hat in Europa und wer verloren.
    Die Griechen haben jedenfalls einen Haufen Geld verloren (und die Griechen sind ja auch noch Europäer – insofern ist alleine schon deshalb die Aussagen von Herrn Swoboda nicht durchdacht).

  10. FU
    29. Januar 2014, 00:32 | #10

    Das ist falsch! Natürlich haben die Europeär / Anleger der gr. Staatsanleihen Geld verloren. Die griechischen Staatsanleihen wurden zu 75% entwertet. Außer in Argentinien wo ein Staatsbankrott durchgezogen wurde, gab es in der Geschichte so einen Fall noch nicht.

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