Dreieinhalb Millionen streunende Hunde in Griechenland

18. Januar 2014 / Aktualisiert: 06. April 2020 / Aufrufe: 6.212

Die Anzahl der herrenlosen streunenden Hunde in Griechenland ist in den beiden letzten Jahren um rund 1 Million gestiegen und wird derzeit auf 3,5 Millionen Tiere geschätzt.

Die Straßen der griechischen Städte füllen sich mit streunenden Rassehunden, von Cocker Spaniels und Terriern bis hin zu Yorkshires und Labradors, da dutzende Vierbeiner – vormals „legere“ Haustiere – inzwischen der Krise zum Opfer fallen, da ihre Besitzer sie aussetzen, weil sie nicht in der Lage sind, die Tiere zu unterhalten.

Die Anzahl der herrenlosen Hunde in ganz Griechenland wird heute auf 3.500.000 Tiere – gegenüber 2.500.000 vor zwei Jahren – geschätzt, wobei sogar 40% Rassetiere sind, wie die Präsidentin des des Panhellenischen Tierschutz- und Umweltverbands, Anastasia Mpompolaki erklärt. Zum Beispiel fand in Heraklion / Kreta ein lokaler Tierschutzverein in einem Zeitraum von nur fünf Tage 50 Welpen!

Alle sind für das Problem verantwortlich

Es ist jeder von uns, der das Problem schafft„, fügt Frau Mpompolaki an und ergänzt: „Selbst wenn die Gemeinden streunende Tiere einsammeln würden, die kommunalen Gehege sind nur Anlagen für eine vorläufige Verwahrung und nicht zur Wegsperrung. Nach einem Sterilisierungs-Eingriff kehren die Tiere auf die Straße zurück.

Auch die Vorsitzende des Tierschutzvereins „Adespotologio“, Vivi Katifori, betont ihrerseits, „die Griechen mögen in den letzten Jahren tierlieber geworden sein und sich Haustiere – und speziell Rassehunde – anschaffen mögen, wenn sie jedoch mit der schwierigen Anpassung der Welpen und den Kosten für ihren Unterhalt konfrontiert werden, setzen sie die Tiere aus. Je mehr gekauft wird, um so mehr streunende Tiere gibt es.

Mitglieder der Tierschutzvereine betonen, der Staat schulde, Geldstrafen zu verhängen, damit die Gemeinden Attikas (Parnitha, Kryoneri, Agios Stefanos, Sounio usw.), aber auch die peripheren Regionen nicht zu „Paradiesen“ für die Aussetzung von Vierbeinern werden. Die Präsidentin des Panhellenischen Tierschutzverbands „O Argos„, Areti Papastavrou betont, es sei rechtswidrig, sein Tier nicht mit einem „Chip“ zu versehen, damit es eine in den Daten des Panhellenischen Veterinärs-Verband erfasste Kenn-Nummer trägt, mittels welcher der Eigentümer ermittelt und eine Geldstrafe gegen ihn verhängt werden kann.

Die Vertreter der Tierschutzverbände sind sich einig, dass eine Wunde die Tatsache darstellt, dass die Besitzer von Haustieren diese nicht sterilisieren: „Hier müssen auch die Tierärzte helfen, weil bei Kosten eines Sterilisierungs-Eingriffs von bis zu 350 Euro die Lage noch schlimmer wird„, meint Frau Mpompolaki, während die Tierfreunde die Zusammenarbeit der Kommunen mit europäischen freiwilligen Tierärzten vorschlagen, die sich kostenlos an Sterilisations-Programmen beteiligten, wie sie in Spanien, Italien und Rumänien erfolgten. Eine weitere Wunde stellt der massenweise Import (30.000 jährlich) von Rasse-Hunden aus Osteuropa dar.

(Quelle: DimokratiaNews.gr)

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  1. Bluebird
    21. Januar 2014, 07:50 | #1

    Es ist immer am einfachsten, ein Tier zu entsorgen wenn es stoert. Denn am Geld wirds ja kaum liegen, wenn es Rassehunde sind, wo die Anschaffungskosten ziemlich hoch waren. Selbst wenn bei mir das Essen knapp wird, 20kg Trockenfutter kosten 12 Euro und ich spare besser etwas bei mir und den Zigaretten. Ich sehe sehr arme Leute, die aber den Hund als Gefaehrten lieben und schaetzen und behalten, und nicht als Prestigeprojekt.
    Ach, das gilt uebrigens genauso fuer Deutschland wo sich genuegend Leute Hunde anschaffen, dann mit diesen nicht zurechtkommen und sie wegschmeissen, sprich Tierheim.

  2. B. Wilhelm
    6. Februar 2014, 16:52 | #2

    Da doch eine Chip-Pflicht besteht wäre es doch sinnvoll, dass dies bei den Hundebesitzern überprüft wird und ein Bußgeld verhängt wird. Eine Einnahmequelle, die dem Tierschutz zugute kommen könnte, damit mehr Sterilisationen durchgeführt werde können.

  3. Belinda Exner
    20. Februar 2015, 17:41 | #3

    Mein erster Urlaub in Griechenland war auf Kreta im Oktober 2014. Der Urlaub ist vergessen … die schlaflosen Nächte bleiben. 4 Hunde konnte ich als Flugpate mitnehmen, alle haben ein gutes Zuhause gefunden All die anderen armen verhungernden gequälten Kreaturen – Hunde sowie Katzen – die dort vor sich hinvegitieren, gehen nicht aus dem Kopf. Urlaub dort nie wieder! Solange die Griechen Rassehunde importieren und vermehren und ihre eigenen Hunde vor die Türe setzen, auf Müllkippen schmeissen, absichtlich quälen, überfahren und verhungern sowie verdursten lassen, werde ich dieses Land meiden. Ich bleibe zuhause und versuche, von hier zu helfen. Es gibt viele Vereine, die versuchen, das Elend zu lindern. Und jetzt legt man seitens der griechischen Regierung dem Tierschutz massiv Steine in den Weg! Ausfliegen ist fast unmöglich geworden. Glauben die Griechen immer noch, ihren Tieren geht’s „in der Heimat“ besser?

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