Strengere Waffenschein-Bestimmungen in Griechenland

3. Dezember 2013 / Aktualisiert: 07. September 2014 / Aufrufe: 1.718

Auf Beschluss des Ministers für öffentliche Ordnung kommen in Griechenland strengere Bestimmungen für die Erteilung von Waffenscheinen zur Anwendung.

Gemäß einem Beschluss des Ministers für öffentliche Ordnung und Bürgerschutz, Nikos Dendias, werden fortan alle – selbst auch bereits erteilten – Waffenscheine (für Abgeordnete und sonstige Personen) einer strengen Prüfung unterzogen werden, während sich auch die Voraussetzungen für die Erteilung eines Waffenscheins ändern.

Im Rahmen der neuen Bestimmungen haben sich sowohl Waffenschein-Anwärter als auch Inhaber alter Waffenscheine einer alle drei Jahre zu wiederholenden Prüfung zu unterziehen und eine (neue) Prüfungsgebühr an den Staat zu entrichten.

Obligatorische Eignungsprüfung durch ein dreiköpfige Gremien

Quellen des Ministeriums zufolge schritt Minister Dendias nach einem einführenden Bericht des Leiters der griechischen Polizei, Generalleutnant Nikos Papagiannopoulos, anlässlich des Vorfalls, bei dem sich auf dem Athener Flughafen Eleftherios Venizelos aus der Waffe des Abgeordneten der Chrysi Avgi, Antonis Gregos, ein Schuss gelöst hatte, zu dem Beschluss zur Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs, der die Einzelheiten in Zusammenhang mit der Erteilung eines Waffenscheins bestimmt, sowie auch zur erneuten Überprüfung aller bereits erteilten Waffenscheine bzw. deren Inhaber.

Abgesehen von den bisherigen formalen Voraussetzungen werden alle Anwärter, die einen Waffenschein beantragen, von einem dreiköpfigen Gremium geprüft werden, das unter anderem untersuchen wird, ob der Antragsteller die genaue Funktion der Waffe kennt und über die Erfahrung und Fähigkeit zu deren Bedienung verfügt.

Das Gremium wird sich aus drei Polizeibeamten zusammensetzen, von denen einer die Qualifikation des Waffentechnikers inne hat. Bisher werden Interessenten für eine Jagderlaubnis mit Jagdgewehr von einem Ausschuss des lokalen Forstamts bezüglich der Kenntnis grundsätzlicher Elemente der Handhabung, Beförderung und Sicherheitsregeln der Waffe geprüft. Etwas Entsprechendes gilt jedoch nicht für Waffenscheine, für deren Erteilung nur die Erfüllung bestimmter formaler Voraussetzungen erforderlich ist.

Neue Bestimmungen gelten auch für alte Waffenscheine

Die neuen Voraussetzungen, die für die Erteilung eines Waffenscheins erfüllt werden müssen, sind:

  • Die vollständige Kenntnis der Handhabung der Waffe durch die Person, bezüglich der befunden worden ist, die notwendigen formalen Voraussetzungen für die Erteilung eines Waffenscheins zu erfüllen. Angesichts der Tatsache, dass es viele Waffentypen mit unterschiedlichen Charakteristika und Eigenheiten in ihrer Nutzung gibt, reicht nicht das allgemeine elementare Wissen über Feuerwaffen aus, sondern die hinreichende Kenntnis des konkreten Waffentyps.
  • Elementare Kenntnisse der Regeln für Transport, Aufbewahrung und Lagerung der Waffe. Das dreiköpfige Gremium wird die Personen prüfen, welche die erforderlichen formalen Voraussetzungen für die Erteilung eines Waffenscheins erfüllen, und bescheinigen, ob sie über die Eignung zum Führen einer Waffe verfügen oder nicht.

Parallel werden alle Personen, denen bereits ein Waffenschein erteilt worden ist, bezüglich ihrer Eignung zur Führung einer Waffe, aber auch in Zusammenhang damit geprüft werden, ob die Gründe für die anfängliche Erteilung der Genehmigung weiterhin bestehen. Zusätzlich werden von dem Ausschuss auch die Personen, denen bereits ein Waffenschein erteilt worden ist, in jedem Fall des Ersatzes der von ihnen rechtmäßig geführten Waffe durch eine Waffe eines anderen Typs geprüft werden.

Die Waffenscheine all jener, die sich innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens nicht zur Prüfung durch das Gremium einfinden, werden nach Ablauf dieses Zeitraums automatisch widerrufen werden. Schließlich wird für die Prüfung, die alle drei Jahre zu wiederholen ist, eine (neue) Prüfungsgebühr zu Gunsten des Fiskus eingeführt werden.

(Quelle: bloko.gr)

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  1. Maldek
    3. Dezember 2013, 14:46 | #1

    Logische Konsequenz: Die Anzahl der legalen Waffen wird sich vermindern, die Anzahl der illegalen Waffen wird sich entsprechend erhöhen. Aber egal. Hauptsache wieder ein paar Euro mehr für die Staatskasse und natürlich ein angenehmer Job für das Gremium der Beamten, also ein Zubrot für die wertvollsten Mitglieder der Gesellschaft (= Beamter) und zu Lasten des Steuerviehs. Was auch sonst.

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